BASF soll sein Angebot für den Essener Chemiekonzern Evonik auf 24 Euro je Aktie erhöht haben. Der Vorschlag würde Evonik mit rund 11,18 Milliarden Euro bewerten. Bloomberg berichtete zuerst über den höheren Betrag; Reuters nannte später zwei mit der Sache vertraute Personen als Quelle, auch dpa meldete eine Offerte in dieser Größenordnung. Ein vereinbarter Kaufpreis ist das nicht: BASF bestätigt Sondierungsgespräche, deren Verlauf und Ausgang nach eigenen Angaben offen sind.
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Was sich am Angebot geändert haben soll
Der neue Preis liegt über dem zuvor berichteten Vorschlag von rund 22,15 Euro je Aktie, der Evonik mit etwa 10,3 Milliarden Euro bewertet hätte. Laut Reuters wies Evonik das frühere Angebot als zu niedrig zurück. Bei 24 Euro je Aktie läge die berichtete Bewertung nun bei rund 11,18 Milliarden Euro.
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Die Zahlen beruhen auf Berichten unter Berufung auf informierte Kreise. Reuters zufolge hofft BASF, dass das höhere Angebot Evoniks Vorstand dazu bewegt, in Übernahmeverhandlungen einzusteigen. Die dpa berichtete, offizielle Gespräche hätten zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen.
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Die RAG-Stiftung hält einen wichtigen Anteil
Die RAG-Stiftung hält rund 43 Prozent an Evonik und ist damit dessen größter Aktionär. Ihre Haltung dürfte für eine mögliche Transaktion wichtig sein; aus den vorliegenden Berichten geht jedoch nicht hervor, dass die Stiftung dem erhöhten Angebot zugestimmt hat.
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Auch die Zusammensetzung des Stiftungskuratoriums – in dem politische und gewerkschaftliche Interessen vertreten sind – prägt den öffentlichen Blick auf mögliche Zusagen zu Arbeitsplätzen und Standorten. Das macht solche Versprechen zu einem zentralen Teil von BASFs Werben um Evonik, ersetzt aber keine Einigung über die Übernahme.
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BASF stellt Job- und Standortzusagen in Aussicht
BASF-Chef Markus Kamieth wirbt für eine mögliche Übernahme mit Zusagen zur Beschäftigung: Betriebsbedingte Kündigungen sollen bis 2032 ausgeschlossen sein. Außerdem sollen Tarifverträge und die Sozialpartnerschaft bestehen bleiben.
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Berichten zufolge hat BASF zudem zugesagt, bestehende Standortvereinbarungen zu respektieren und bei einem Zusammenschluss mindestens ein Vorstandsressort in Essen zu belassen. Diese Zusagen gelten für den Fall einer Übernahme – sie bedeuten nicht, dass der Kauf bereits vereinbart wäre.
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Ashland könnte die Gespräche zusätzlich verkomplizieren
Evonik prüft Berichten zufolge eine mögliche Übernahme des US-Spezialchemieunternehmens Ashland. Dessen Börsenwert wurde von Reuters mit rund 3,3 Milliarden US-Dollar beziffert; das ist kein bekannt gegebener Kaufpreis. Die Prüfung lief demnach bereits vor dem BASF-Vorstoß und wurde kurz vor der Meldung über das höhere Angebot öffentlich.
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Damit stellt sich für mögliche Übernahmegespräche die Frage, wie ein Ashland-Zukauf zu dem Evonik passen würde, den BASF übernehmen möchte. Ob Evonik Ashland tatsächlich kaufen will oder BASF den Schritt offiziell abgelehnt hat, ist aus den vorliegenden Berichten nicht ersichtlich.
Börsenreaktion ist keine Deal-Bestätigung
Die Evonik-Aktie legte nach den Meldungen zeitweise um bis zu 5,2 Prozent zu. Am Freitag schloss sie laut dpa-Bericht mit einem Plus von 2,7 Prozent bei 21,26 Euro. Die BASF-Aktie stieg zum Handelsschluss um 0,2 Prozent.
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Dass Evoniks Schlusskurs unter den gemeldeten 24 Euro lag, belegt für sich genommen nicht, wie Anleger die Chancen einer Übernahme einschätzen. Es zeigt aber den entscheidenden Unterschied: Ein berichteter Angebotspreis ist noch kein abgeschlossener Deal. Preis, Zustimmung der Aktionäre und weitere Verhandlungen waren weiterhin offen.