Mit dem frischen Kapital wag das Unternehmen nun seinen ersten großen Schritt aus Europa heraus. Es plant, seine mehrtägigen Reise-Abenteuer und lokalen WeMeet-Social-Events noch in diesem Jahr in mehrere US-Städte zu bringen, beginnend mit dem Standort Austin in Texas – ein klares Bekenntnis zum transatlantischen Markt .
WeRoad wurde 2017 in Mailand von Paolo De Nadai, Fabio Bin und Erika De Santi gegründet. Das Kerngeschäft sind Abenteuerreisen in kleinen Gruppen von 8 bis 15 Personen für die Altersgruppe der 18- bis 49-Jährigen. Das simple, aber erfolgreiche Prinzip: Etwa 90 % der Kunden buchen allein, werden aber Teil einer Reisegruppe, die überwiegend aus Fremden besteht, die gemeinsam aufbrechen. So entsteht von Beginn an ein soziales Umfeld, das die Einsamkeit reiner Soloreisen gar nicht erst aufkommen lässt .
Dreh- und Angelpunkt des Modells sind die über 4.000 Reisekoordinatoren („Travel Coordinators“). Dabei handelt es sich nicht um professionelle Reiseleiter, sondern um leidenschaftliche, erfahrene Reisende, die auf freiberuflicher Basis die Logistik der Tour managen und vor allem den Zusammenhalt in der Gruppe fördern. Dieser kosteneffiziente Ansatz, kombiniert mit einem kuratierten Portfolio an Reiserouten, hat das Unternehmen in die Erfolgsspur geführt: Im Jahr 2024 knackte WeRoad erstmals die Marke von 100 Millionen Euro Jahresumsatz .
Das Wachstum von WeRoad kann sich sehen lassen. Zum Zeitpunkt der Series-C-Ankündigung hatten bereits mehr als 300.000 Reisende an den Abenteuern teilgenommen. Das Angebot umfasst über 1.000 Reiserouten in mehr als 150 Destinationen weltweit. Allein im Jahr 2025 verreisten 100.000 Menschen mit dem Startup .
WeRoad ist längst mehr als nur ein Tourenanbieter. Im Jahr 2025 startete das Unternehmen die Plattform WeMeet, die lokale Erlebnisse und Begegnungen im echten Leben anbietet – von Wanderungen über gemeinsame Abendessen bis zu Yoga-Sessions. Diese stehen allen offen, nicht nur ehemaligen WeRoad-Kunden. Ein echter Coup: Im ersten Jahr fanden über 2.000 solcher Events mit rund 50.000 Teilnehmern in 35 Städten statt, die dazugehörige App wurde 150.000 Mal heruntergeladen .
Mit dieser Ausweitung positioniert sich WeRoad als zentraler Akteur der sogenannten "IRL Economy" ("in real life") – einer Kategorie von Startups, die nicht die Bildschirmzeit, sondern bewusst die persönliche Interaktion und Offline-Erlebnisse in den Mittelpunkt und damit zu Geld machen . Das Unternehmen selbst versteht seine gesamte Mission als Antwort auf die wachsende digitale Isolation in einer von sozialen Medien und KI geprägten Welt.
Gründer und CEO Paolo De Nadai bringt diese Philosophie auf den Punkt: „In einer Welt, die zunehmend von KI und sozialen Medien geprägt wird, werden echte menschliche Verbindungen sowohl seltener als auch wertvoller. Bei WeRoad haben wir unser gesamtes Modell auf der Überzeugung aufgebaut, dass Erlebnisse im echten Leben das Gegenmittel gegen digitale Isolation sind“ .
Mit dem Rückenwind der Finanzierung schickt sich WeRoad nun an, den US-Markt zu erobern – ein Markt, in dem das Unternehmen ein enormes Potenzial für sein soziales Reisemodell sieht. Der Start in den USA umfasst sowohl die mehrtägigen Gruppenreisen als auch die lokalen WeMeet-Events. Begleitet wird die Expansion vom Aufbau eines lokalen Netzwerks aus Reisekoordinatoren sowie von Investitionen in Marketing und Markenbekanntheit .
Für Airbnb ist diese Investition mehr als nur eine finanzielle Beteiligung. Der Unterkunftsriese vertieft damit strategisch sein Engagement im Bereich „Erlebnisse“ jenseits der reinen Übernachtung. Airbnb setzt auf eine schnell wachsende, Community-zentrierte Reiseplattform, die ihr erfolgreiches Modell bereits in Italien, Spanien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland unter Beweis gestellt hat .