Weil der Bierkonsum in Europa seit Jahren rückläufig ist, stehen viele dieser Fermentationsanlagen still. Pacificos Verfahren wurde so konzipiert, dass es direkt in diesen vorhandenen Tanks ablaufen kann – ohne große Umbauten. Dabei werden die spezifische Tankgeometrie, die Steuerungssysteme und selbst die Reinigungsprotokolle genutzt, die in den Brauereien bereits etabliert sind . Dieser asset-light-Ansatz, der auf vorhandene Anlagen setzt, reduziert gleich zwei kritische Hürden für Startups im Bereich alternativer Proteine drastisch:
Nach eigenen Angaben bringt dieses Modell das Unternehmen auf einen Pfad, auf dem es preislich mit herkömmlichem Fleisch mithalten kann – ein Meilenstein, der für viele Wettbewerber im Bereich der Präzisionsfermentation bisher unerreichbar war .
Die Runde wurde von Stray Dog Capital angeführt . An der Runde beteiligten sich außerdem:
Die jetzige Finanzierungsspritze folgt auf frühere Erhöhungen: 3,3 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde Anfang 2024 (angeführt von Simon Capital und FoodLabs) und 680.000 Euro an öffentlichen Fördermitteln, die 2025 gesichert wurden .
Europa importiert aktuell rund 70 Prozent seines Proteins für Tierfutter – vor allem Soja aus Südamerika. Das sorgt nicht nur für einen großen CO₂-Fußabdruck, sondern macht die Versorgung auch strategisch verwundbar . Pacifico Biolabs positioniert sein Myzel-Protein als eine Alternative aus heimischer Produktion, die diese Importabhängigkeit verringert.
Durch den Rückgriff auf ungenutzte Industriekapazitäten umgeht das Unternehmen zudem die Flächen- und Agrarprobleme, die die Skalierung pflanzlicher Proteine in Europa begrenzen .
Das Series-A-Kapital fließt in drei Hauptbereiche:
Zunächst konzentriert sich das Unternehmen auf ganze Fleischalternativen – vor allem Rind und Geflügel –, auch wenn frühere Entwicklungsarbeiten mit derselben Myzel-Plattform bereits Alternativen zu Meeresfrüchten erkundeten .
Pacifico Biolabs' Brauerei-Umrüst-Strategie könnte eine Blaupause für andere Fermentations-Startups sein, die mit dem gleichen Problem hoher Kapitalkosten kämpfen. Ob das Modell im großen Maßstab wirtschaftlich tragfähig ist, wird sich an der Umsetzung in Sachsen und daran zeigen, wie die Verbraucher die Produkte annehmen, wenn sie noch in diesem Jahr in die Regale kommen.