Der Start der Koalition erfolgt rund sechs Monate vor der Frist, bis zu der die EU-Mitgliedstaaten die überarbeitete Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft für Europa (Ambient Air Quality Directive, AAQD, Richtlinie 2024/2881) in nationales Recht umsetzen müssen . Die AAQD legt ab 2030 deutlich strengere Grenzwerte für Feinstaub (PM2,5, PM10) und Stickstoffdioxid (NO₂) fest. Ziel ist es, die EU-Standards schrittweise an die Luftgüte-Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anzugleichen
. Das Kernargument der CT4CA: Diese ehrgeizigen Ziele seien nur zu erreichen, wenn die Behörden über hochaufgelöste, lokal verwertbare Daten verfügten – und hochwertige Kleinsensoren der praktikabelste Weg seien, um diese Daten zu liefern
.
Luftverschmutzung ist in Europa nach wie vor die häufigste umweltbedingte Ursache für vorzeitige Todesfälle. Die Mitglieder der CT4CA betonen, dass die Bürger nicht bis zu den verlängerten Fristen 2035 bis 2040 warten könnten, um saubere Luft zu atmen .
Die CT4CA verfolgt drei Hauptziele:
Die Koalition stellt unmissverständlich klar, dass die regulären Referenzstationen das Rückgrat der offiziellen Luftqualitätsüberwachung bilden und nicht ersetzt werden sollen . Sie argumentiert jedoch, dass diese Stationen allein erhebliche Lücken aufweisen:
Luftverschmutzung ist ein hochgradig lokales Phänomen: Die Schadstoffkonzentrationen können sich auf nur wenigen hundert Metern dramatisch ändern – abhängig von Straßenverkehr, Industrieanlagen, Hafen-/Flughafenbetrieb, Wetterlage und Bebauungsstruktur . Feste Stationen übersehen diese Mikrounterschiede.
Netzwerke aus Kleinsensoren helfen den Behörden dabei:
Die Koalition ruft die Europäische Kommission dazu auf, hochwertige Kleinsensoren formell in den Durchführungsrechtsakten anzuerkennen, die die technischen Anforderungen für Modellierung, räumliche Repräsentativität, Datenqualitätsziele und indicative Messungen festlegen werden . Die CT4CA betont, dass es ihr nicht um die Förderung eines bestimmten Unternehmens oder einer bestimmten Technologie gehe, sondern um das Prinzip, dass Kleinsensoren einen anerkannten Platz im EU-Rahmen für saubere Luft verdienen
. Die Koalition weist darauf hin, dass die europäischen technischen Spezifikationen für den Einsatz solcher Sensoren bereits heute existieren. Eine stärkere Akzeptanz zuverlässiger Sensordaten durch die öffentlichen Behörden würde gezieltere und schnellere Maßnahmen für saubere Luft ermöglichen
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