Dies ist die sechste Erhöhung der Sollstärke seit dem Einmarsch im Februar 2022. Die vollständige Abfolge:
Jeder Schritt fällt vergleichsweise bescheiden aus. Das deutet auf eine Strategie regelmäßiger, unauffälliger bürokratischer Anpassungen hin – statt eines einzelnen dramatischen Sprungs. Die März-Erhöhung war mit gerade einmal 2.640 zusätzlichen Soldaten die kleinste seit Kriegsbeginn. Das Juni-Dekret brachte 7.360
, das Juli-Dekret 25.000.
Das Institute for the Study of War (ISW) und andere Beobachter bewerten diese Zahlen als strukturplanerische Zielvorgaben – nicht als reale Truppenstärken unter Waffen. Die tatsächlich kampffähige Truppe liege deutlich unter der genehmigten Obergrenze. Die Dekrete passen den rechtlichen Stellenplan an, der vorgibt, wie viele Posten auf dem Papier existieren. Die tatsächliche Besetzung hinkt jedoch weit hinterher.
Am 12. Juni 2026 – nur wenige Wochen vor dem aktuellen Dekret – gab Putin selbst bekannt, dass mehr als 700.000 russische Soldaten an der Front in der Ukraine im Einsatz seien. „Wir haben dort eine große Truppengruppierung – über 700.000 Mann“, sagte er laut TASS.
Das ist die höchste offizielle russische Angabe zu den in der Ukraine eingesetzten Kräften und entspricht etwa der Hälfte der genehmigten militärischen Obergrenze – ein deutlicher Hinweis auf die Kluft zwischen Papier und Realität.