Geheime Sitzungsprotokolle: Lichner soll israelischen Diplomaten Zusammenfassungen interner UN-Treffen geschickt haben, darunter auch Diskussionen über israelische Siedlungspolitik und UN-Resolutionen . Am 20. Februar 2015 sandte er eine als „geheim eingestufte interne Zusammenfassung“ von privaten Treffen von Zeid Ra’ad Al-Hussein, dem damaligen UN-Hochkommissar für Menschenrechte, in Washington. Die E-Mail trug den Betreff: „Nur für Ihre Augen. Nicht weiterleiten.“
Briefentwürfe an Staats- und Regierungschefs: In einem Fall teilte Lichner einen Entwurf eines Briefes von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon an einen hohen Vertreter der Arabischen Liga mit, noch bevor dieser fertiggestellt war. Dies gab israelischen Beamten die Gelegenheit, versuchen zu können, den endgültigen Wortlaut zu beeinflussen .
Vorabwarnung vor einem Gaza-Untersuchungsbericht: Im Februar 2015 warnte er israelische Diplomaten vor einem bevorstehenden UN-Untersuchungsbericht zum Gaza-Krieg 2014 und seinen voraussichtlichen Ergebnissen. So hatte Israel Zeit, vor der Veröffentlichung des Berichts eine Gegenstrategie zu entwickeln .
Interne politische Informationen: Er lieferte private Einschätzungen über die Positionen hochrangiger UN-Beamter, interne Debatten über Israel betreffende Resolutionen und Frühwarnungen vor diplomatischen Initiativen gegen israelische Interessen . Diese Informationen halfen israelischen Vertretern, Lobby- und Kommunikationsstrategien zu Gaza, dem Westjordanland und diplomatischem Druck aus dem US-Kongress zu entwickeln
.
Die gehackten E-Mails decken nur die Jahre 2014–2015 ab. Der Untersuchung zufolge gibt es keine Hinweise darauf, dass die Weitergabe von Informationen nach Lichners Weggang von UNFPA fortgesetzt wurde oder dass UNICEF von den Vorgängen wusste . Seiner aktuellen Tätigkeit bei UNICEF werden keine ähnlichen Aktivitäten vorgeworfen.
Die E-Mails stammen aus einem Datenarchiv von Ron Prosor und wurden von Distributed Denial of Secrets veröffentlicht. Die iranische Hackergruppe Handala soll für den Einbruch verantwortlich sein . Drop Site News hat die Korrespondenz ausgewertet und ihre Erkenntnisse publiziert
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Am 7. August 2026 bestätigte der stellvertretende UN-Sprecher Farhan Haq, dass UNICEF tätig geworden ist. Die Kernpunkte seiner Stellungnahme:
Mehreren Medienberichten zufolge wurde Lichner mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert, bis die Untersuchung abgeschlossen ist .
Die Untersuchung läuft noch. Stand 8. August 2026 wurden keine formellen Anklagen erhoben und keine Ergebnisse veröffentlicht . Die Vereinten Nationen haben keinen Zeitplan für weitere Schritte oder einen Abschlussbericht genannt.
Dieser Fall wirft grundlegende Fragen zur Vertraulichkeit und Sicherheit interner UN-Prozesse auf, insbesondere bei politisch sensiblen Themen wie Nahost-Untersuchungen. Er verdeutlicht auch die Risiken, die entstehen, wenn Personal zwischen nationalen diplomatischen Rollen und dem internationalen Beamtenapparat wechselt – was zu Interessenkonflikten führen kann.
Die Reaktion der UNO bleibt vorerst intern und vertraulich. Die breiteren Auswirkungen auf UN-Protokolle, diplomatisches Vertrauen und die Integrität internationaler Untersuchungen werden wahrscheinlich noch intensiv diskutiert werden, sobald weitere Details bekannt werden.