Am 10. August 2026 fällte ein Dreier-Gremium des 9. US-Berufungsgerichts (9th Circuit) eine wegweisende Entscheidung. Die Unternehmen hatten argumentiert, dass das gesamte MDL abgewiesen werden müsse, da Section 230 des Communications Decency Act ihnen Immunität gegen die Sucht-Vorwürfe gewähre. Der 9. Gerichtsbezirk wies dieses Argument zurück und stellte klar, dass Section 230 eine Haftungsverteidigung, aber keine pauschale Immunität darstellt und es für eine solche Abweisung im jetzigen Verfahrensstadium zu früh sei. Das Gericht erklärte den Einspruch der Unternehmen für "unzulässig vorgebracht" und gab damit grünes Licht für die Fortführung der tausenden Klagen in Richtung Hauptverhandlung .
Die wichtigsten Ergebnisse dieser Entscheidung:
Neben dem MDL hat Meta zwei schwere Niederlagen vor Geschworenen sowie ein anschließendes richterliches Urteil in New Mexico und ein Pilot-Urteil in Kalifornien erlitten.
Eine Jury in New Mexico befand Meta für schuldig, gegen das staatliche Gesetz gegen unlautere Geschäftspraktiken (Unfair Practices Act) verstoßen zu haben. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass das Unternehmen die Nutzer über die Sicherheit von Facebook, Instagram und WhatsApp getäuscht und die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen auf seinen Plattformen ermöglicht habe. Die Jury verurteilte Meta nach weniger als einem Tag Beratung zur Zahlung von 375 Millionen US-Dollar an zivilrechtlichen Strafen . Dies war der erste Geschworenenprozess, der Meta für Handlungen auf seiner Plattform haftbar machte
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Eine Jury in Los Angeles befand sowohl Meta als auch Google der Fahrlässigkeit für schuldig, weil sie Social-Media-Plattformen entwickelt hätten, die für Jugendliche schädlich seien. Die Jury sprach den Klägern 6 Millionen US-Dollar Schadensersatz zu (4,2 Millionen von Meta, 1,8 Millionen von Google). Dieses Urteil war ausdrücklich als Pilotverfahren (Bellwether) gedacht – ein Testfall, dessen Ausgang als Signal für die Haftungsmuster in den tausenden ähnlichen Klagen des Bundes-MDL dienen könnte .
Am 6. August 2026 ordnete ein Richter in New Mexico in einem separaten Urteil an, dass Meta weitere 567 Millionen US-Dollar zahlen muss – die bislang höchste Strafe gegen ein Social-Media-Unternehmen wegen Verstößen gegen den Jugendschutz. Richter Bryan Biedscheid befand, dass Meta eine öffentliche Belästigung (Public Nuisance) geschaffen habe, vergleichbar mit Luftverschmutzung, und es versäumt habe, die Öffentlichkeit vor den Gefahren zu warnen, die seine Plattformen für Kinder darstellten. Das Urteil verpflichtete Meta zudem zu weitreichenden Reformen zum Schutz Minderjähriger auf seinen Plattformen, darunter elterliche Kontrollmöglichkeiten, Altersverifikation und Beschränkungen für Freundschaftsempfehlungen für Minderjährige . Dies kommt zu den 375 Millionen US-Dollar aus dem März-Urteil hinzu, womit sich Metas Gesamthaftung allein in New Mexico auf über 942 Millionen US-Dollar beläuft
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| Thema | Wesentliches Detail |
|---|---|
| Verfahrenszusammenlegung | MDL-3047 im N.D. California; 3.137 anhängige Fälle (Stand August 2026) |
| Beklagte im MDL | Meta, ByteDance (TikTok), Snap Inc., Google (YouTube) |
| Entscheidung des 9. Gerichtsbezirks (10.08.2026) | Abweisung des Section-230-Einspruchs; Berufungsgericht stellt klar: Section 230 ist Verteidigung, keine Immunität, und der Einspruch erfolgte zu früh |
| Geschworenenurteil New Mexico (24.03.2026) | Meta haftbar für Verstöße gegen den Kinderschutz; 375 Mio. US-Dollar Strafe |
| Pilot-Urteil Kalifornien (25.03.2026) | Meta und Google fahrlässig; 6 Mio. US-Dollar Schadensersatz |
| Richterliches Urteil New Mexico (06.08.2026) | Meta zu 567 Mio. US-Dollar wegen "öffentlicher Belästigung" verurteilt; zudem weitreichende Kinderschutzreformen angeordnet |
Alle vier Unternehmen sehen sich nun sowohl dem konsolidierten Bundes-MDL, das nach der Entscheidung des 9. Gerichtsbezirks auf eine Hauptverhandlung zusteuert, als auch laufenden Verfahren auf Ebene der Bundesstaaten gegenüber. Meta trägt mit mindestens 942 Millionen US-Dollar an Strafzahlungen aus den Verfahren in New Mexico und Kalifornien die mit Abstand schwerste Haftungslast.