ETF-Zuflüsse drehen ins Positive. Nach monatelangen schweren Abflüssen – US-Spot-ETFs lagen Ende Juli auf Jahressicht immer noch bei etwa 4,8 Milliarden Dollar im Minus – hat sich der Trend gewendet. Der Juli brachte über drei Wochen hinweg etwa 560 Millionen Dollar an Spot-ETF-Zuflüssen . Hougan sieht darin einen strukturellen Wendepunkt: Die alten Verkäufer (gehebelte Akteure, angeschlagene Treasuries) verschwinden, während eine neue institutionelle Nachfrage über ETFs zurückkehrt .
Rekordhohe Stablecoin-Vorräte als Pulverfass. Hougan verweist zudem auf ein Rekordniveau der Stablecoin-Vorräte, die in Bitcoin fließen könnten, sobald das Vertrauen zurückkehrt .
Ki Young Ju, CEO der On-Chain-Analysefirma CryptoQuant, warnt davor, dass die scheinbare Stärke der Rallye trügerisch ist. Sein Argument stützt sich auf die Divergenz zwischen Derivaten- und Spotmärkten.
Futures-getrieben, nicht spot-getrieben. Ju schrieb auf X: „Bitcoin ist derzeit futures-getrieben. Das offene Interesse steigt, während die On-Chain-Spot-Nachfrage netto negativ bleibt. Eine nachhaltige Rallye braucht sowohl Spot- als auch Futures-Nachfrage. Wie der April gezeigt hat, flauen futures-getriebene Rallyes ohne Spot-Unterstützung tendenziell ab“ .
Der Präzedenzfall April. Ju stellt fest, dass selbst während der Erholung im April die Spot-Nachfrage netto rückläufig war, trotz erheblicher ETF-Zuflüsse und großer Käufe von Strategy (ehemals MicroStrategy) . Historisch gesehen kämen echte Bärenmarkttiefs nur dann vor, wenn sich die Spot- und Futures-Nachfrage gemeinsam erholen .
Eine paradoxe CME-Verschiebung. Interessanterweise berichtete Ju selbst, dass Hedgefonds an der Chicago Mercantile Exchange zum ersten Mal netto long gegangen sind – eine seltene Positionsveränderung . Er ordnet dies jedoch als konsistent mit dem futures-getriebenen Charakter der Bewegung ein – professionelle Trader steigen in Derivate ein, nicht in den Spotmarkt.
Beide Seiten sind sich über die technischen Hürden einig. Am bedeutendsten ist der 200-Tage-Durchschnitt.
Die Blockchain-Analysefirma Glassnode liefert die differenzierteste Einschätzung: Eine Verkäufererschöpfung zeichnet sich ab, bestätigt aber noch keinen historischen Boden.
Verkäufererschöpfungskonstante fällt, aber noch nicht im Bodenbereich. Glassnodes Verkäufererschöpfungskonstante ist unter 0,02 gefallen, was auf einen nachlassenden Verkaufsdruck hindeutet . Analyst Antifragile merkt jedoch an, dass frühere Bärenmärkte diesen Indikator vor der Etablierung bedeutender Böden unter 0,01 gedrückt haben . Glassnode selbst sprach nicht von einem historischen Boden .
Langzeithalter verteilen massiv. Das Angebot der Langzeithalter (Long-Term Holder, LTH) fiel in einer Woche bis Anfang August um etwa 210.000 BTC – der stärkste Rückgang seit Ende 2024 . Dies ist ein bärisches Signal: Historisch gesehen fallen dauerhafte Böden mit einer LTH-Akkumulation zusammen, nicht mit einer Verteilung.
Angebot im Minus auf Allzeithoch. Ende Juni befanden sich 10,83 Millionen BTC (etwa 54 % des umlaufenden Angebots) im Minus – mehr als auf dem Höhepunkt des Bärenmarktes 2022 . Obwohl schmerzhaft, ist dies historisch gesehen Böden vorausgegangen – der Zeitpunkt ist jedoch ungewiss.
Kurs in einer ‚komprimierten‘ Spanne gefangen. Glassnode stellt fest, dass Bitcoin zwischen dem medianen realisierten Preis (ca. 63.000 Dollar) und der Kostenbasis der Kurzzeithalter (ca. 68.700 Dollar) gefangen ist – eine Zone, die sich typischerweise mit einer scharfen Bewegung in die eine oder andere Richtung auflöst .
| Argument | Pro-Boden | Anti-Boden |
|---|---|---|
| Verkäufererschöpfung | Verkäufererschöpfungskonstante fällt, Juni-Tief gehalten | Indikator hat historische Bodenniveaus (<0,01) nicht erreicht |
| ETF-Zuflüsse | Nach monatelangen Abflüssen wieder positiv | Trotzdem 4,8 Mrd. Dollar im Minus auf Jahressicht; neue Zuflüsse sind im Vergleich zum Drawdown gering |
| Futures-Aktivität | Hedgefonds auf der CME zum ersten Mal netto long | Rallye ist fragil – futures-getriebene Erholungen flauen ohne Spot-Nachfrage ab |
| Technische Struktur | Juni-Tief (57.700 $) gehalten; höhere Tiefs zeichnen sich ab | Unter allen wichtigen Durchschnitten; 200-Tage-Linie bei 72.000 $ ist massiver Widerstand |
| Langzeithalter | – | Verteilen 210.000 BTC in einer Woche, akkumulieren nicht |
| Angebot im Minus | Rekordwert von 54 % des Angebots unter Wasser ging Böden historisch voraus | Schmerz allein markiert keinen Boden; Nachfrage muss kommen |
Die ehrlichste Lesart ist, dass Bitcoin vorläufige Bodenbildungssignale zeigt – Verkäufererschöpfung, sich stabilisierende ETF-Zuflüsse und ein gehaltenes Juni-Tief –, aber keine der wichtigsten On-Chain- oder technischen Bestätigungen (wiederbelebte Spot-Nachfrage, Rückeroberung der gleitenden Durchschnitte, Akkumulation durch Langzeithalter) hat sich bisher materialisiert. Der Markt bleibt in dem, was Glassnode einen „komprimierten“ Zustand nennt, in dem ein entscheidender Ausbruch über 67.000 Dollar oder unter 57.700 Dollar die Richtung wohl klären würde.
ETF-Zuflüsse drehen ins Positive. Nach monatelangen schweren Abflüssen – US-Spot-ETFs lagen Ende Juli auf Jahressicht immer noch bei etwa 4,8 Milliarden Dollar im Minus – hat sich der Trend gewendet. Der Juli brachte über drei Wochen hinweg etwa 560 Millionen Dollar an Spot-ETF-Zuflüssen . Hougan sieht darin einen strukturellen Wendepunkt: Die alten Verkäufer (gehebelte Akteure, angeschlagene Treasuries) verschwinden, während eine neue institutionelle Nachfrage über ETFs zurückkehrt .
Rekordhohe Stablecoin-Vorräte als Pulverfass. Hougan verweist zudem auf ein Rekordniveau der Stablecoin-Vorräte, die in Bitcoin fließen könnten, sobald das Vertrauen zurückkehrt .
Ki Young Ju, CEO der On-Chain-Analysefirma CryptoQuant, warnt davor, dass die scheinbare Stärke der Rallye trügerisch ist. Sein Argument stützt sich auf die Divergenz zwischen Derivaten- und Spotmärkten.
Futures-getrieben, nicht spot-getrieben. Ju schrieb auf X: „Bitcoin ist derzeit futures-getrieben. Das offene Interesse steigt, während die On-Chain-Spot-Nachfrage netto negativ bleibt. Eine nachhaltige Rallye braucht sowohl Spot- als auch Futures-Nachfrage. Wie der April gezeigt hat, flauen futures-getriebene Rallyes ohne Spot-Unterstützung tendenziell ab“ .
Der Präzedenzfall April. Ju stellt fest, dass selbst während der Erholung im April die Spot-Nachfrage netto rückläufig war, trotz erheblicher ETF-Zuflüsse und großer Käufe von Strategy (ehemals MicroStrategy) . Historisch gesehen kämen echte Bärenmarkttiefs nur dann vor, wenn sich die Spot- und Futures-Nachfrage gemeinsam erholen .
Eine paradoxe CME-Verschiebung. Interessanterweise berichtete Ju selbst, dass Hedgefonds an der Chicago Mercantile Exchange zum ersten Mal netto long gegangen sind – eine seltene Positionsveränderung . Er ordnet dies jedoch als konsistent mit dem futures-getriebenen Charakter der Bewegung ein – professionelle Trader steigen in Derivate ein, nicht in den Spotmarkt.
Beide Seiten sind sich über die technischen Hürden einig. Am bedeutendsten ist der 200-Tage-Durchschnitt.
Die Blockchain-Analysefirma Glassnode liefert die differenzierteste Einschätzung: Eine Verkäufererschöpfung zeichnet sich ab, bestätigt aber noch keinen historischen Boden.
Verkäufererschöpfungskonstante fällt, aber noch nicht im Bodenbereich. Glassnodes Verkäufererschöpfungskonstante ist unter 0,02 gefallen, was auf einen nachlassenden Verkaufsdruck hindeutet . Analyst Antifragile merkt jedoch an, dass frühere Bärenmärkte diesen Indikator vor der Etablierung bedeutender Böden unter 0,01 gedrückt haben . Glassnode selbst sprach nicht von einem historischen Boden .
Langzeithalter verteilen massiv. Das Angebot der Langzeithalter (Long-Term Holder, LTH) fiel in einer Woche bis Anfang August um etwa 210.000 BTC – der stärkste Rückgang seit Ende 2024 . Dies ist ein bärisches Signal: Historisch gesehen fallen dauerhafte Böden mit einer LTH-Akkumulation zusammen, nicht mit einer Verteilung.
Angebot im Minus auf Allzeithoch. Ende Juni befanden sich 10,83 Millionen BTC (etwa 54 % des umlaufenden Angebots) im Minus – mehr als auf dem Höhepunkt des Bärenmarktes 2022 . Obwohl schmerzhaft, ist dies historisch gesehen Böden vorausgegangen – der Zeitpunkt ist jedoch ungewiss.
Kurs in einer ‚komprimierten‘ Spanne gefangen. Glassnode stellt fest, dass Bitcoin zwischen dem medianen realisierten Preis (ca. 63.000 Dollar) und der Kostenbasis der Kurzzeithalter (ca. 68.700 Dollar) gefangen ist – eine Zone, die sich typischerweise mit einer scharfen Bewegung in die eine oder andere Richtung auflöst .
| Argument | Pro-Boden | Anti-Boden |
|---|---|---|
| Verkäufererschöpfung | Verkäufererschöpfungskonstante fällt, Juni-Tief gehalten | Indikator hat historische Bodenniveaus (<0,01) nicht erreicht |
| ETF-Zuflüsse | Nach monatelangen Abflüssen wieder positiv | Trotzdem 4,8 Mrd. Dollar im Minus auf Jahressicht; neue Zuflüsse sind im Vergleich zum Drawdown gering |
| Futures-Aktivität | Hedgefonds auf der CME zum ersten Mal netto long | Rallye ist fragil – futures-getriebene Erholungen flauen ohne Spot-Nachfrage ab |
| Technische Struktur | Juni-Tief (57.700 $) gehalten; höhere Tiefs zeichnen sich ab | Unter allen wichtigen Durchschnitten; 200-Tage-Linie bei 72.000 $ ist massiver Widerstand |
| Langzeithalter | – | Verteilen 210.000 BTC in einer Woche, akkumulieren nicht |
| Angebot im Minus | Rekordwert von 54 % des Angebots unter Wasser ging Böden historisch voraus | Schmerz allein markiert keinen Boden; Nachfrage muss kommen |
Die ehrlichste Lesart ist, dass Bitcoin vorläufige Bodenbildungssignale zeigt – Verkäufererschöpfung, sich stabilisierende ETF-Zuflüsse und ein gehaltenes Juni-Tief –, aber keine der wichtigsten On-Chain- oder technischen Bestätigungen (wiederbelebte Spot-Nachfrage, Rückeroberung der gleitenden Durchschnitte, Akkumulation durch Langzeithalter) hat sich bisher materialisiert. Der Markt bleibt in dem, was Glassnode einen „komprimierten“ Zustand nennt, in dem ein entscheidender Ausbruch über 67.000 Dollar oder unter 57.700 Dollar die Richtung wohl klären würde.