Kendrick hat seine Zielmarken in den letzten Monaten beinahe im Akkord stutzen müssen. Hier die stufenweise Abwärtskorrektur:
Anfang Juni 2026 notiert Bitcoin dann tatsächlich nur noch bei rund 63.000 Dollar. Trotz dieses heftigen Einbruchs bleibt Kendrick bei seiner positiven Sicht und erklärt das aktuelle Niveau ausdrücklich zur vielzitierten „Kaufzone, die wir uns alle gewünscht haben“ .
Vier Faktoren waren für den Kursrutsch auf Mehrmonatstiefs verantwortlich:
In seiner jüngsten Mitteilung von Juni 2026 führt Kendrick drei konkrete Argumente dafür an, dass der Markt kurz vor einer Trendwende steht :
Erwarteter Nachkauf durch Strategy: Bei ihrem letzten Bitcoin-Verkauf im Dezember 2022 hatte Strategy nur zwei Tage später mehr Bitcoins zurückgekauft, als zuvor abgestoßen wurden. Kendrick geht fest davon aus, dass sich dieses Muster wiederholt – diesmal möglicherweise mit einem Nachkauf vom Hundertfachen der abgegebenen 32 BTC. Ein bestätigter Kauf könnte als erstes belastbares Signal für einen erreichten Boden gelten .
Strukturell stabile ETF-Bestände: Trotz der zweistelligen Milliardenabflüsse aus Spot-ETFs in den USA sind die gesamten ETF-Bestände seit Februar praktisch konstant geblieben. Konzentrierte Rücknahmewellen blieben aus. Für Kendrick deutet das auf eine „strukturelle Stabilität“ bei institutionellen Investoren hin – langfristig orientierte Gelder, die in der Regel nicht bei jeder Kursschwankung die Reißleine ziehen .
Bereinigung überhitzter Derivate-Positionen: Nachdem im Bitcoin-Future-Markt rund 1,5 Milliarden Dollar an Liquidationen erfolgt sind, wurde der Bestand an überschuldeten Long-Positionen weitgehend ausgekehrt. Das entzieht dem Markt eine wichtige Quelle für erzwungene Verkaufsdynamik .
Kendrick interpretiert die anhaltende relative Schwäche von Bitcoin gegenüber dem technologielastigen Nasdaq-Index nicht als Belastung, sondern als konstruktives Zeichen: Wenn spekulativer Kleinanleger-Überschwang einen Markt antreibt, sind die Korrelationen mit risikobehafteten Anlageklassen hoch und die Rücksetzer entsprechend scharf. Sobald dieser Überschwang aus dem Markt gespült ist, werden die verbleibenden Positionen überwiegend von disziplinierten, langfristig ausgerichteten Haltern gehalten. Das Ergebnis: eine tragfähigere Basis für den nächsten Aufschwung .
Das ultralangfristige Ziel von 500.000 Dollar bleibt bei Standard Chartered bestehen oder wurde sogar bekräftigt – allerdings um zwei Jahre auf 2030 verschoben. Dahinter steht eine fundamentale Annahme, die Kendrick mehrfach betont hat: Künftige Kursgewinne von Bitcoin werden praktisch ausschließlich durch Zuflüsse in börsengehandelte Fonds (ETFs) getragen. Die Ära von Unternehmen, die Bitcoin als Teil ihrer Bilanzstrategie in großem Stil zukaufen, ist nach seiner Überzeugung vorerst „vorbei“. Als Grund nennt er den starken Kursverfall von Unternehmen, die große Bitcoin-Reserven halten – sie können sich einfach keine nennenswerten Nachkäufe mehr leisten .
Kendrick bezeichnet die aktuelle Schwächephase wiederholt nicht als Krypto-Winter, sondern als „einen vorüberziehenden kühlen Wind“. Und er hat seinen Kunden einen Satz mitgegeben, der seinen Ansatz prägnant beschreibt: Wenn wir am Ende von 2026 auf einen Bitcoin-Kurs von 100.000 Dollar zurückschauen, dann werden wir über die jetzigen Kurse sagen: „Das war die Kaufzone, die wir uns alle gewünscht haben“ .
Kendricks Bodenbildungs-These ist nicht bedingungslos. Sie hängt im Kern an zwei Faktoren: Strategy muss mit spürbaren Nachkäufen liefern, und die Abflüsse aus Spot-ETFs müssen sich stabilisieren. Sollten sich die Rahmenbedingungen an den breiten Finanzmärkten hingegen weiter eintrüben – oder sollte Strategy nicht nachkaufen –, bleibt das Abwärtsszenario mit einem Test der Marke von 50.000 Dollar im Raum stehen . Im Moment aber lautet die Botschaft von Standard Chartered an ihre Kunden: Das Schlimmste dieses Ausverkaufs dürfte hinter uns liegen, und das Verhältnis von Risiko zu Chance spricht für einen schrittweisen Wiedereinstieg.
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