Für einen Robotaxi-Dienst im größeren Maßstab müssen drei Bausteine zusammenkommen:
Pony.ai bringt darüber hinaus Erfahrungen aus dem Betrieb eigener Robotaxi-Flotten und aus der Gestaltung des Fahrgasterlebnisses ein. Uber übernimmt damit mehr als nur die Anzeige des Angebots in seiner App: Die Plattform soll Kunden gewinnen, Fahrten verwalten und die bestehende Vermittlung von Fahrten mit menschlichen Fahrerinnen und Fahrern ergänzen. Je nach Markt können lokale Partner Eigentümer der Fahrzeuge sein, deren Finanzierung übernehmen und den Betrieb organisieren.
Zagreb bildet den praktischen Ausgangspunkt der europäischen Expansion. Pony.ai und Uber haben dort 2026 gemeinsam mit dem kroatischen Mobilitätsunternehmen Verne einen kommerziellen Robotaxi-Dienst aufgebaut. Verne ist als lokaler Eigentümer und Betreiber der Flotte vorgesehen; künftig sollen die Fahrten auch über die Uber-Plattform buchbar sein.
Damit entsteht ein Modell, das sich auf weitere Städte übertragen lassen soll: Pony.ai liefert das autonome Fahrsystem, Uber bringt Nachfrage und digitale Infrastruktur ein, während ein lokaler Betreiber die Fahrzeuge vor Ort führt.
Pony.ai zufolge bietet das Unternehmen bereits kostenpflichtige, vollständig fahrerlose Robotaxi-Dienste in Peking, Shanghai, Guangzhou und Shenzhen an. Außerdem gibt Pony.ai an, in mehreren Märkten einen positiven beziehungsweise ausgeglichenen Deckungsbeitrag auf Stadtebene erreicht zu haben.
Die Mitteilung nennt jedoch weder die konkreten Städte, in denen diese Gewinnschwelle erreicht worden sein soll, noch Finanzzahlen. Die Angaben lassen sich auf Grundlage der Partnerschaftsankündigung daher nicht für einzelne Städte überprüfen oder beziffern.
Pony.ai und Uber hatten sich erstmals im Mai 2025 darauf verständigt, Pony.ai-Robotaxis in internationalen Märkten über die Uber-Plattform anzubieten. Die Zusammenarbeit mit Verne in Zagreb wurde anschließend zum europäischen Ansatzpunkt. Die neue Vereinbarung geht nun über ein einzelnes Stadtprojekt hinaus.
Der strategische Schritt ist bemerkenswert: Die Unternehmen wollen Robotaxi-Starts offenbar nicht als voneinander getrennte Pilotprojekte behandeln. Stattdessen präsentieren sie ein wiederholbares Einsatzmodell aus drei Teilen – autonomer Fahrtechnik von Pony.ai, Plattformreichweite von Uber und lokaler Umsetzung durch Flottenbetreiber.
Ob sich dieses Modell tatsächlich schnell ausweiten lässt, hängt von den noch offenen Städten, den erforderlichen Genehmigungen, den Betriebskosten und der Fähigkeit der Partner ab, die Struktur aus Zagreb zu reproduzieren. Fest steht bislang vor allem das angestrebte Volumen: mehr als 2.000 Robotaxis in Europa. Einen bestätigten Liefer- oder Starttermin gibt es noch nicht.