Berichten vom 7. Juni 2026 zufolge, unter anderem von The Decoder und Sina Finance unter Berufung auf Projektquellen, soll xAI ein monatelanges Model-Distillationsprojekt durchgeführt haben, das speziell darauf ausgelegt war, die eigenen Code-Modelle mit Claudes Outputs zu verbessern . Model-Distillation ist an sich eine legitime Lerntechnik, die etwa innerhalb eines Unternehmens genutzt wird, um ein kleineres Modell auf Basis eines größeren zu trainieren. Problematisch wird sie, wenn ein Unternehmen sie auf die Modelle eines anderen anwendet – das ist faktisch das Abschöpfen von Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Entwicklungskosten und verstößt gegen die Nutzungsbedingungen .
Die Enthüllung über Claude kam für Musk denkbar ungünstig: Am 30. April 2026 hatte er noch unter Eid ausgesagt, sein Unternehmen habe „teilweise“ Open-AI-Modelle durch Distillation genutzt, um Grok zu trainieren – das sei gängige Praxis . Die neuen Vorwürfe legen nahe, dass die Praxis umfassender war als bislang bekannt und eher einer Strategie als einem Einzelfall entsprach.
Die Spannungen traten bereits Anfang Januar 2026 zutage. Anthropic entdeckte, dass xAI über die beliebte Entwickler-IDE Cursor auf seine Modelle zugriff. Das wertete das Unternehmen als direkten Verstoß gegen seine Geschäftsbedingungen, die die Nutzung von Claude zum Trainieren von Konkurrenzsystemen untersagen. Anthropic entzog xAI daraufhin innerhalb weniger Tage den offiziellen Unternehmens-API-Zugang und verschärfte die technischen Barrieren . xAI-Mitgründer Tony Wu bestätigte die Sperre in einem internen Memo .
Doch das Aus für die Datenabzüge war das nicht. Laut Quellen, die Sina Finance zitiert, kamen sofort mindestens zwei Umgehungsmethoden zum Einsatz :
Weder xAI noch Musk haben das volle Ausmaß der Claude-Nutzung oder die interne Genehmigung der Umgehungen offengelegt . Anthropic wollte sich zur fortgesetzten Nutzung über Blackbox AI nicht äußern.
Die xAI-Vorwürfe kommen zu einer Zeit, in der die US-KI-Branche massiv gegen „adversarial distillation“ mobilmacht – und zwar vor allem gegen ein Ziel: chinesische KI-Labore.
Im Februar 2026 veröffentlichte Anthropic einen detaillierten Bericht über „industrielle Kampagnen“ von DeepSeek, Moonshot und MiniMax, die Claudes Fähigkeiten in großem Stil abgeschöpft haben sollen. Die drei Firmen generierten demnach über 16 Millionen Interaktionen mit rund 24.000 betrügerischen Konten, die über Proxy-Dienste geleitet wurden . OpenAI schickte im selben Monat ein eigenes Memo an den US-Kongress und beschuldigte DeepSeek, „fortlaufend auf den Fähigkeiten der US-Spitzenmodelle zu reiten“ und dabei immer raffiniertere Verschleierungstaktiken anzuwenden . Im April 2026 institutionalisierten OpenAI, Anthropic und Google eine gemeinsame Meldeplattform über ihr Branchenforum, um solche Angriffe zu erkennen und abzuwehren .
Die strukturelle Ähnlichkeit ist frappierend: Die xAI vorgeworfenen Taktiken – systematisches Abfragen, Nutzung von Zwischenhändlern nach einer Sperre – sind identisch mit dem Playbook, das US-Firmen anprangern, wenn chinesische Akteure es einsetzen. Der Unterschied: xAI ist ein amerikanischer Konkurrent, kein ausländisches Labor. Diese Doppelmoral sorgt für erhebliches Unbehagen in der Branche . Musk hat sich zur offensichtlichen Heuchelei nicht geäußert, wettert aber separat gegen angebliche Datendiebstähle von Anthropic .
Die verblüffendste Wendung kam im Mai 2026. Trotz des andauernden Datenkonflikts unterschrieb Anthropic einen Dreijahresvertrag über die gesamte Rechenleistung von xAIs Colossus-1-Supercomputer bei Memphis, Tennessee. Die Zahlen sind atemberaubend: 1,25 Milliarden US-Dollar pro Monat, insgesamt etwa 45 Milliarden Dollar über die Vertragslaufzeit bis Mai 2029 .
Der Deal wurde formal über SpaceX abgewickelt, die Muttergesellschaft, die Colossus 2024 mit über 220.000 Nvidia-GPUs gebaut hatte. Er macht xAI im Grunde zu einem Cloud-Infrastrukturanbieter – zumindest für diesen einen Kunden. xAI erklärte, die Vereinbarung erlaube es, „ungenutzte Rechenkapazität in unserer Infrastruktur zu monetarisieren“ . Branchenanalysten wiesen scharf auf die Paradoxie hin: Dieselbe Firma, die xAI den Zugriff auf Claudes API aktiv verwehrt, ist nun ihr mit Abstand größter Rechenkunde .
Dieser Widerspruch ist ein charakteristisches Merkmal der aktuellen KI-Landschaft. Spitzenlabore brauchen die Rechenleistung des jeweils anderen dringender, als sie ihr eigenes geistiges Eigentum schützen müssen. Anthropic selbst ist der weltweit größte Vertragskäufer von KI-Rechenleistung, mit Abkommen über AWS, Google Cloud und CoreWeave – und nun eben auch über xAI . Für xAI bedeutet der Deal einen Umsatzstrom, der an die Gesamteinnahmen von SpaceX heranreicht, und unterstreicht gleichzeitig, wie schnell Wettbewerbslinien verschwimmen, wenn die Größe der Infrastruktur überlebenswichtig wird .
Das Verhältnis, so ein Analyst, „ist zutiefst paradox“ – und es wird wohl kaum einfacher werden .
Berichten vom 7. Juni 2026 zufolge, unter anderem von The Decoder und Sina Finance unter Berufung auf Projektquellen, soll xAI ein monatelanges Model-Distillationsprojekt durchgeführt haben, das speziell darauf ausgelegt war, die eigenen Code-Modelle mit Claudes Outputs zu verbessern . Model-Distillation ist an sich eine legitime Lerntechnik, die etwa innerhalb eines Unternehmens genutzt wird, um ein kleineres Modell auf Basis eines größeren zu trainieren. Problematisch wird sie, wenn ein Unternehmen sie auf die Modelle eines anderen anwendet – das ist faktisch das Abschöpfen von Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Entwicklungskosten und verstößt gegen die Nutzungsbedingungen .
Die Enthüllung über Claude kam für Musk denkbar ungünstig: Am 30. April 2026 hatte er noch unter Eid ausgesagt, sein Unternehmen habe „teilweise“ Open-AI-Modelle durch Distillation genutzt, um Grok zu trainieren – das sei gängige Praxis . Die neuen Vorwürfe legen nahe, dass die Praxis umfassender war als bislang bekannt und eher einer Strategie als einem Einzelfall entsprach.
Die Spannungen traten bereits Anfang Januar 2026 zutage. Anthropic entdeckte, dass xAI über die beliebte Entwickler-IDE Cursor auf seine Modelle zugriff. Das wertete das Unternehmen als direkten Verstoß gegen seine Geschäftsbedingungen, die die Nutzung von Claude zum Trainieren von Konkurrenzsystemen untersagen. Anthropic entzog xAI daraufhin innerhalb weniger Tage den offiziellen Unternehmens-API-Zugang und verschärfte die technischen Barrieren . xAI-Mitgründer Tony Wu bestätigte die Sperre in einem internen Memo .
Doch das Aus für die Datenabzüge war das nicht. Laut Quellen, die Sina Finance zitiert, kamen sofort mindestens zwei Umgehungsmethoden zum Einsatz :
Weder xAI noch Musk haben das volle Ausmaß der Claude-Nutzung oder die interne Genehmigung der Umgehungen offengelegt . Anthropic wollte sich zur fortgesetzten Nutzung über Blackbox AI nicht äußern.
Die xAI-Vorwürfe kommen zu einer Zeit, in der die US-KI-Branche massiv gegen „adversarial distillation“ mobilmacht – und zwar vor allem gegen ein Ziel: chinesische KI-Labore.
Im Februar 2026 veröffentlichte Anthropic einen detaillierten Bericht über „industrielle Kampagnen“ von DeepSeek, Moonshot und MiniMax, die Claudes Fähigkeiten in großem Stil abgeschöpft haben sollen. Die drei Firmen generierten demnach über 16 Millionen Interaktionen mit rund 24.000 betrügerischen Konten, die über Proxy-Dienste geleitet wurden . OpenAI schickte im selben Monat ein eigenes Memo an den US-Kongress und beschuldigte DeepSeek, „fortlaufend auf den Fähigkeiten der US-Spitzenmodelle zu reiten“ und dabei immer raffiniertere Verschleierungstaktiken anzuwenden . Im April 2026 institutionalisierten OpenAI, Anthropic und Google eine gemeinsame Meldeplattform über ihr Branchenforum, um solche Angriffe zu erkennen und abzuwehren .
Die strukturelle Ähnlichkeit ist frappierend: Die xAI vorgeworfenen Taktiken – systematisches Abfragen, Nutzung von Zwischenhändlern nach einer Sperre – sind identisch mit dem Playbook, das US-Firmen anprangern, wenn chinesische Akteure es einsetzen. Der Unterschied: xAI ist ein amerikanischer Konkurrent, kein ausländisches Labor. Diese Doppelmoral sorgt für erhebliches Unbehagen in der Branche . Musk hat sich zur offensichtlichen Heuchelei nicht geäußert, wettert aber separat gegen angebliche Datendiebstähle von Anthropic .
Die verblüffendste Wendung kam im Mai 2026. Trotz des andauernden Datenkonflikts unterschrieb Anthropic einen Dreijahresvertrag über die gesamte Rechenleistung von xAIs Colossus-1-Supercomputer bei Memphis, Tennessee. Die Zahlen sind atemberaubend: 1,25 Milliarden US-Dollar pro Monat, insgesamt etwa 45 Milliarden Dollar über die Vertragslaufzeit bis Mai 2029 .
Der Deal wurde formal über SpaceX abgewickelt, die Muttergesellschaft, die Colossus 2024 mit über 220.000 Nvidia-GPUs gebaut hatte. Er macht xAI im Grunde zu einem Cloud-Infrastrukturanbieter – zumindest für diesen einen Kunden. xAI erklärte, die Vereinbarung erlaube es, „ungenutzte Rechenkapazität in unserer Infrastruktur zu monetarisieren“ . Branchenanalysten wiesen scharf auf die Paradoxie hin: Dieselbe Firma, die xAI den Zugriff auf Claudes API aktiv verwehrt, ist nun ihr mit Abstand größter Rechenkunde .
Dieser Widerspruch ist ein charakteristisches Merkmal der aktuellen KI-Landschaft. Spitzenlabore brauchen die Rechenleistung des jeweils anderen dringender, als sie ihr eigenes geistiges Eigentum schützen müssen. Anthropic selbst ist der weltweit größte Vertragskäufer von KI-Rechenleistung, mit Abkommen über AWS, Google Cloud und CoreWeave – und nun eben auch über xAI . Für xAI bedeutet der Deal einen Umsatzstrom, der an die Gesamteinnahmen von SpaceX heranreicht, und unterstreicht gleichzeitig, wie schnell Wettbewerbslinien verschwimmen, wenn die Größe der Infrastruktur überlebenswichtig wird .
Das Verhältnis, so ein Analyst, „ist zutiefst paradox“ – und es wird wohl kaum einfacher werden .