Ein Stopfen an einer Lowara SV oder e-SV lässt sich nicht zuverlässig allein nach Form oder Nahaufnahme bestimmen. Entscheidend sind drei Punkte: die genaue Baureihe, die Position am Pumpengehäuse und die Funktion der Öffnung. Gerade bei e-SV-Pumpen können Stopfen nicht nur zum Füllen oder Entleeren gehören, sondern auch Anschlussöffnungen abdecken, die vor dem Verrohren entfernt werden [2].
Der sichere Fall: dokumentierte Stopfen bei der Lowara SV8
Wenn es sich tatsächlich um eine Lowara SV8 handelt und der Stopfen zur entsprechenden Ersatzteildokumentation passt, sind zwei Teilenummern klar belegt [1]:
| Funktion | Dokumentierte Bezeichnung | Referenz |
|---|---|---|
| Entleeren | Ablassstopfen mit O-Ring | 140170160 [ |
| Befüllen | Füllstopfen mit O-Ring | 140170150 [ |
Diese Angaben sind für die SV8 belastbar. Sie sollten aber nicht automatisch auf jede andere SV- oder e-SV-Ausführung übertragen werden: Die genannte Ersatzteilliste bezieht sich auf die SV8-Serie und belegt nicht, dass dieselben Nummern für alle Varianten der Baureihe gelten [1].
Warum ein Foto aus der Nähe täuschen kann
Ein enger Bildausschnitt zeigt oft den Stopfen, aber nicht die Umgebung. Genau diese Umgebung ist entscheidend. Im e-SV-Installationshandbuch wird beschrieben, dass vor dem Anschluss der Rohrleitungen die Stopfen entfernt werden, die die Ports beziehungsweise Anschlussöffnungen abdecken; anschließend werden Pumpen- und Rohrflansche ausgerichtet und verschraubt [2].
Das heißt praktisch: Ein Stopfen seitlich am Gehäuse oder nahe einem Flansch kann ein Transport- oder Schutzstopfen an einer Anschlussöffnung sein – und muss nicht automatisch ein Ablass- oder Füllstopfen sein.
Hinzu kommt: Technische e-SV-Unterlagen nennen sowohl Füll-/Ablassstopfen als auch, je nach Bauteil oder Ausführung, Füll-/Ablass-/Entlüftungsstopfen [12]. Außerdem wird für die Serien 10SV, 15SV und 22SV ein zweiter Stopfen erwähnt [
6][
12]. Die äußere Optik reicht deshalb nicht aus; die Lage am Pumpenkörper ist der entscheidende Hinweis.
So gehen Sie bei der Identifikation vor
- Typenschild prüfen. Zuerst muss die genaue Baureihe feststehen: SV8, eine andere SV-Version oder e-SV.
- Position des Stopfens beurteilen. Liegt er an einer typischen Serviceposition zum Füllen oder Entleeren – oder sitzt er an beziehungsweise nahe einer Anschlussöffnung?
- Bei SV8 mit der Ersatzteilliste abgleichen. Für die SV8 ist 140170160 als Ablassstopfen mit O-Ring und 140170150 als Füllstopfen mit O-Ring dokumentiert [
1].
- Bei e-SV oder anderen SV-Varianten breiter prüfen. Ein Foto sollte Pumpengehäuse, Flansche, Anschlüsse und die Stopfenposition zeigen. Nur so lässt sich ein Servicestopfen von einem Stopfen unterscheiden, der einen Port abdeckt – ein Fall, den das e-SV-Handbuch ausdrücklich beschreibt [
2]. Für Modelle außerhalb der SV8 muss die jeweils passende Baureihen-Dokumentation herangezogen werden, weil Stopfenanordnung und Ausstattung je nach Version variieren können [
6][
12].
Wichtig: Vor dem Lösen immer sichern
Bevor ein Stopfen gelöst oder entfernt wird, gilt der Sicherheitshinweis aus der Lowara-e-SV-Dokumentation: Vor Arbeitsbeginn muss geprüft werden, dass die Stromversorgung getrennt ist und dass Einheit, Schalttafel und Hilfssteuerkreis nicht wieder anlaufen können – auch nicht versehentlich [5].
Kurzfazit
Bei einer Lowara SV8 sind die relevanten dokumentierten Referenzen klar: 140170160 für den Ablassstopfen mit O-Ring und 140170150 für den Füllstopfen mit O-Ring [1]. Bei anderen SV- oder e-SV-Pumpen reicht ein einzelnes Nahfoto nicht aus. Erst Modell, Position und Funktion der Öffnung klären – dann mit der passenden Dokumentation abgleichen.




