Für Bonobo–Mensch wird in single-copy-autosomalen Regionen eine Ähnlichkeit von etwa 98,7% angegeben; Bonobo–Schimpanse liegt bei etwa 99,6%.
Die Bonobo-Genomstudie bestätigt, dass Bonobos und Schimpansen die nächsten lebenden Verwandten des Menschen sind.
Die Studie fand außerdem, dass mehr als 3% des menschlichen Genoms näher entweder mit Bonobo oder Schimpanse verwandt sind als Bonobo und Schimpanse jeweils untereinander.
Die Aussage „heute beziffert man die Unterschiede mit 16%“ ist daher nicht sauber, weil sie eine andere Rechenmethode als Ersatz für die etablierte Vergleichszahl präsentiert.
Dass nichtcodierende DNA teilweise Funktionen hat, widerlegt die 98–99%-Angabe nicht, weil Sequenzähnlichkeit und biologische Funktion unterschiedliche Fragen sind.
Die klassische 98–99%-Zahl bezieht sich auf vergleichbare, ausgerichtete DNA-Abschnitte, nicht auf jede denkbare strukturelle, regulatorische oder funktionelle Differenz im gesamten Genom.
Alexander tut so, als sei eine komplexere Betrachtung des Genoms automatisch ein Widerruf der hohen Sequenzähnlichkeit; genau das folgt daraus nicht.
Die von Alexander zitierte 84%-Zahl stammt aus einem kreationistischen Umfeld und steht im Konflikt mit etablierten Darstellungen, die Mensch–Schimpanse beziehungsweise Mensch–Bonobo weiterhin bei etwa 98–99% Sequenzähnlichkeit in vergleichbaren Bereichen einordnen.
Die vorhandene Evidenz zeigt einen Quellenkonflikt: Auf der einen Seite stehen Fachpublikationen und wissenschaftliche Übersichten zur Bonobo-Genomik; auf der anderen Seite kreationistische Literatur, die die Ähnlichkeit deutlich niedriger darstellt.
Verlässlicher sind hier die genomischen Fachquellen und wissenschaftlichen Übersichten, nicht eine kreationistische Sonderinterpretation.
„Nein, die 99% sind nicht widerlegt; sie beziehen sich auf vergleichbare DNA-Abschnitte. Deine 16% kommen aus einer anderen Zählweise und aus kreationistischer Literatur. Dass das Gesamtgenom komplexer ist als ein einzelner Prozentwert, stimmt — aber daraus wird kein wissenschaftlicher Konsens von 16% Unterschied.“
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