„Lesen“ der Hirnaktivität (Funktionelle Bildgebung): Parallel dazu wurde die funktionelle Ultraschallbildgebung (fUS) entwickelt. Diese Methode macht sich Veränderungen des lokalen Blutvolumens zunutze, die mit neuronaler Aktivität einhergehen, und bildet so ein hochaufgelöstes Abbild der Gehirnfunktion. Sie wird als vielversprechender Kanal für das Auslesen von Signalen in einem nicht-invasiven BCI diskutiert .
Die Behauptung, Ultraschall könne nur senden, aber keine Informationen aus dem Gehirn empfangen, ist daher wissenschaftlich nicht haltbar .
Die theoretische Möglichkeit zum „Lesen“ bedeutet jedoch nicht, dass bereits ein perfektes, bidirektionales System existiert. Die Herausforderungen sind beträchtlich:
Leistungsgrenzen des Auslesens: Aktuelle nicht-invasive BCIs, einschließlich jener auf Ultraschallbasis, kämpfen noch mit hohen Fehlerraten bei der Signalinterpretation. Aus diesem Grund wird erforscht, wie man die Gehirnaktivität durch gezielte Stimulation – etwa der für Aufmerksamkeit zuständigen Areale – vorab modulieren kann, um die Qualität der späteren BCI-Steuerung zu verbessern .
Experimentelle bidirektionale Systeme: Es gibt vielversprechende Laborerfolge. In einer Studie mit 25 Probanden gelang es, fokussierten Ultraschall mit maschinellem Lernen zu kombinieren, um Gehirnwellen sowohl zu kodieren (stimulieren) als auch zu dekodieren (auslesen). Das System zeigte damit erstmals grundlegende bidirektionale Funktionen . Solche Ergebnisse sind beeindruckend, stellen aber immer noch einen experimentellen Meilenstein in der Forschung dar und keine marktreife Technologie.
Der Reifegrad: Die Forschung an geschlossenen Regelkreisen (Closed-Loop), bei denen die Stimulation dynamisch an die gemessene Hirnaktivität angepasst wird, steckt noch in den Kinderschuhen. Aktuelle Übersichtsarbeiten stellen zwar das Potenzial solcher EEG-basierten, geschlossenen Ultraschall-Regelkreise dar, zeigen aber gleichzeitig, dass wir uns überwiegend noch im Stadium der Validierung an Tieren und ersten Humanstudien befinden .
Ihre ursprüngliche Einschätzung ist daher zu differenzieren: