Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat die HBOT für eine Reihe spezifischer Erkrankungen zugelassen. Diese Zulassungen basieren auf soliden physiologischen Grundlagen, Tierstudien, klinischen Studien und umfassender medizinischer Erfahrung.
Zu diesen 13 Indikationen gehören unter anderem:
Hinweis zu oft genannten, aber nicht eindeutig in der FDA-Liste geführten Indikationen:
Erkrankungen wie der plötzliche Hörsturz (Hörverlust) oder der Verschluss der zentralen Netzhautarterie werden in manchen Zentren ebenfalls mit HBOT behandelt. Die Evidenzlage und der regulatorische Status variieren jedoch international. Solche Anwendungen sollten Sie nicht pauschal als von der FDA „zugelassen“ bezeichnen, auch wenn sie in Leitlinien anderer Fachgesellschaften oder Länder empfohlen werden. Hier ist eine ärztliche Einzelfallabwägung besonders wichtig.
Die FDA warnt ausdrücklich vor Kliniken oder Anbietern, die HBOT für nicht zugelassene Zwecke bewerben. „Der FDA ist bekannt, dass einige Zentren die hyperbare Sauerstofftherapie für Anwendungen anpreisen, die von der FDA nicht geprüft oder zugelassen wurden, wie etwa die Behandlung von Krebs, Borreliose, Autismus oder der Alzheimer-Krankheit“ , heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Für diese Krankheitsbilder gibt es keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage, und eine Behandlung ist potenziell mit unnötigen Kosten und Risiken verbunden.
Genauso wenig ist HBOT eine generelle „Verjüngungskur“ oder ein Anti-Aging-Mittel. Es ist ein hochwirksames Arzneimittel in Form von Sauerstoff unter Druck, das strengen medizinischen Regeln folgt.
Eine Behandlung in der Druckkammer ist nicht ohne Risiken. Wie bei jedem medizinischen Eingriff müssen im Vorfeld die individuelle Eignung, mögliche Gegenanzeigen (wie bestimmte Lungenerkrankungen oder eine unbehandelte Spannungspneumothorax) und die Risikosphäre durch eine Ärztin oder einen Arzt sorgfältig geprüft werden.
Zu den möglichen Komplikationen zählen ein Barotrauma des Ohrs oder der Lunge, eine vorübergehende Kurzsichtigkeit oder – sehr selten – eine Sauerstoffvergiftung des zentralen Nervensystems. Aus diesen Gründen muss die Therapie stets in einer zertifizierten Einrichtung unter Überwachung von geschultem Fachpersonal durchgeführt werden. Die FDA empfiehlt explizit, sich an von der Undersea and Hyperbaric Medical Society (UHMS) akkreditierte Einrichtungen zu wenden.
Fazit: Die hyperbare Sauerstofftherapie ist ein etablierter und wertvoller Baustein in der Behandlung einer kleinen, klar definierten Gruppe oft schwerer Krankheitsbilder. Sie ist jedoch kein Lifestyle-Produkt, und ihre Anwendung gehört ausschließlich in die Hände von erfahrenen Medizinern.
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