Die Schlussphase wurde zur Zitterpartie. Torwart Yahia Fofana von der Elfenbeinküste hielt mehrfach glänzend . Doch in der vierten Minute der Nachspielzeit schlug Undav erneut zu: Felix Nmecha legte mustergültig auf, und der Stuttgarter schob eiskalt ein. Die 43.000 Zuschauer im BMO Field, überwiegend deutsche Fans, brachen in Jubel aus
.
Seit dem WM-Triumph 2014 in Brasilien hatte Deutschland die K.o.-Phase nicht mehr erreicht. 2018 in Russland scheiterte man als Titelverteidiger in der Vorrunde (u. a. durch eine 0:2-Niederlage gegen Südkorea), 2022 in Katar reichte ein Sieg gegen Costa Rica nicht, da die Tordifferenz nicht ausreichte . Dieser Sieg beendet die Negativserie und sichert den Einzug in die Runde der letzten 32
.
Mit sechs Punkten und einem Torverhältnis von +7 steht Deutschland an der Spitze der Gruppe E. Nach dem 7:1-Auftaktsieg gegen Curaçao war dies der zweite Erfolg, und die Mannschaft ist das erste Team der Gruppe, das den Einzug in die K.o.-Runde perfekt gemacht hat .
Bundestrainer Julian Nagelsmann stand nach den jüngsten Turnierenttäuschungen massiv in der Kritik. Seine taktischen Umstellungen – insbesondere die Hereinnahme von Undav, Amiri und Nmecha – wurden als Glanzleistung beschrieben, die die Partie komplett drehte .
Deniz Undav bewies erneut seinen Spürsinn als Einwechselspieler. Bereits im Auftaktspiel gegen Curaçao traf er von der Bank. Mit nun neun Toren in den letzten acht Spielen für Verein und Nationalmannschaft avanciert er zur wichtigsten Angriffswaffe .
Die Elfenbeinküste war mit einem 1:0-Sieg gegen Ecuador ebenfalls mit drei Punkten in den Spieltag gestartet. Mit einem Sieg wäre die erste WM-K.o.-Runde der Verbandsgeschichte greifbar gewesen. Stattdessen bleibt die Auswahl von Trainer Emerse Faé bei drei Punkten und liegt auf Platz zwei .
Durch die Aufstockung des Turniers auf 48 Teams und zwölf Gruppen rücken auch die acht besten Gruppendritten weiter. Die Elfenbeinküste hat weiterhin Chancen, sich entweder als Gruppenzweiter oder als bester Dritter zu qualifizieren .
Die Berichterstattung spricht von einer herben Enttäuschung für die Ivorer, die über weite Strecken der Partie geführt hatten und kurz vor einem Jahrhundert-Erfolg gegen den vierfachen Weltmeister standen .
| Pos | Team | PTS | SP | S | U | N | T+ | T- | TD |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Deutschland | 6 | 2 | 2 | 0 | 0 | 9 | 2 | +7 |
| 2 | Elfenbeinküste | 3 | 2 | 1 | 0 | 1 | 2 | 2 | 0 |
| 3 | Ecuador | 1 | 2 | 0 | 1 | 1 | 1 | 2 | –1 |
| 4 | Curaçao | 1 | 2 | 0 | 1 | 1 | 2 | 8 | –6 |
Quellen: Mehrere Medien nach dem 2. Spieltag der Gruppe E . Ecuador und Curaçao trennten sich torlos.
Mit dem vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale kann Deutschland das letzte Gruppenspiel gegen Ecuador befreit angehen. Die Elfenbeinküste dagegen muss am letzten Spieltag gewinnen und auf Schützenhilfe hoffen, um doch noch das historische erste Erreichen der K.o.-Runde zu schaffen . Der Sieg beendet vor allem eine lange Durststrecke für die Nationalmannschaft, die seit dem Titelgewinn 2014 auf diesen Moment warten musste
.
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