Die Übung bestand darin, Raketen von mobilen Startern abzufeuern und sofort die Position zu wechseln – eine Taktik, die darauf ausgelegt ist, chinesische Präventivraketenangriffe zu überleben und feindlichem Gegenbeschuss zu entgehen. Dies spiegelt eine breitere Strategie wider, Waffen zu zerstreuen und zu verstecken, anstatt sich auf feste, verwundbare Stellungen zu verlassen. Wie CNN berichtete, zeigte die Operation, "welche Strategie Taiwans Armee verfolgt, um eine chinesische Offensive abzuwehren."
Durch den Abschuss nach Westen in die Taiwanstraße hinein übte Taiwan den Beschuss genau jener Gewässer, durch die jede chinesische Invasionsflotte passieren müsste. Das HIMARS-System kann Landungsschiffe, Amphibienfahrzeuge und logistische Knotenpunkte treffen, bevor sie die Küste erreichen. Die Meerenge ist an ihrer schmalsten Stelle rund 177 Kilometer breit, und die M142 HIMARS können GMLRS-Raketen auf bis zu 80 Kilometer abfeuern – genug, um Kräfte innerhalb der Straße zu bekämpfen.
Taipeh wollte beweisen, dass die neu stationierten HIMARS-Batterien einsatzbereit sind und Ziele auf erheblicher Entfernung bekämpfen können – was jede amphibische Angriffsplanung der Volksbefreiungsarmee deutlich teurer machen würde. Die South China Morning Post stellte fest, dass die Übung "zeigt, wie sich die Verteidigungsstrategie der Insel hin zu mobilen Angriffswaffen verlagert, um einen chinesischen Angriff zu stören, noch bevor er die Küste erreicht."
Das Manöver demonstrierte, dass Taiwan die US-Lieferungen aktiv in den Dienst stellt und kombinierte Gefechtsübungen unter realistischen Bedingungen durchführen kann. Die Washington Post berichtete, dass der Start während Manövern in Taichung im Westen Taiwans erfolgte.
Frühere HIMARS-Übungen auf Taiwan fanden mit Raketen statt, die entweder ostwärts (über den Pazifik) oder in südliche Gebiete abseits der Meerenge abgefeuert wurden – bewusst mit einer Flugbahn, die nicht als provokativ gegenüber dem Festland interpretiert werden konnte.
Ein Schuss in Richtung China ist ein qualitativ anderes Signal als ein Schuss in eine andere Richtung. Taiwan hatte westwärtige Gefechtsübungen unterlassen, um Peking keinen Vorwand für militärische Vergeltung zu liefern. Die Übung vom Juni 2026 durchbrach diese Zurückhaltung und demonstrierte explizit die Relevanz des Systems für Zwischenfälle in der Meerenge.
Die Entscheidung zu westwärtigen Schüssen fiel in eine Zeit erhöhter Spannungen wegen verstärkter chinesischer Militäraktivität nahe der Insel und anhaltender Debatten in Washington über weitere Waffenlieferungen. Sie diente als klare Demonstration, dass Taiwan seine neuen Waffen zur Selbstverteidigung einsetzen kann.
Ein leitender Analyst, zitiert von der South China Morning Post, bezeichnete den Start als "eine bedeutende Eskalation im Signal-Spiel", weil er HIMARS von einem theoretischen zu einem demonstrierten Abschreckungsmittel machte – die Volksbefreiungsarmee muss das System nun als aktive, positionierte Bedrohung in jede Invasionsplanung einbeziehen.
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