Am 27. Juli überquerte eine vierte Drohne den rumänischen Luftraum über dem Donaudelta. Obwohl sie wieder in den ukrainischen Luftraum zurückkehrte und nicht bekämpft wurde, reagierte das rumänische Außenministerium mit voller Härte. Ein Mitarbeiter der russischen Botschaft wurde zur Persona non grata erklärt und muss das Land innerhalb von fünf Tagen verlassen. Gleichzeitig wurde der rumänische Botschafter in Moskau zu Konsultationen zurückbeordert . Der russische Botschafter Wladimir Lipajew wurde ins Außenministerium zitiert, wo ihm Sicherheitskräfte Trümmerteile einer zuvor abgeschossenen Drohne präsentierten. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass diese Fragmente eindeutig russischen Ursprungs waren .
Am 29. Mai 2026 war eine russische Shahed-Drohne (Geran-2) in ein Wohnhaus in der Stadt Galați gestürzt, hatte einen Brand ausgelöst und zwei Menschen verletzt . Ein forensischer Bericht bestätigte später, dass es sich eindeutig um eine russische Geran-2 handelte: Trümmerteile trugen die kyrillische Aufschrift „ГЕРАН-2“ (GERAN-2), und die elektronischen Komponenten sowie die Strukturteile waren mit denen anderer Drohnen desselben Typs identisch . Als Reaktion darauf hatte Rumänien bereits den russischen Generalkonsul in Constanța ausgewiesen und die Schließung des russischen Schwarzmeerkonsulats angeordnet .
Die NATO verurteilte den Angriff auf Galați im Mai scharf. Generalsekretär Mark Rutte erklärte, das Bündnis sei bereit, „jeden Zentimeter“ seines Territoriums zu verteidigen . Bei den Juli-Vorfällen fanden die Abfangeinsätze unter NATO-Kommando statt. Ein hochrangiger NATO-Militärsprecher nannte die Luftraumverletzungen „inakzeptabel und unerträglich“ . Der US-Botschafter bei der NATO, Matthew Whitaker, bekräftigte die Beistandsverpflichtung des Bündnisses . Die NATO aktivierte jedoch nicht den Bündnisfall nach Artikel 5, da die Vorfälle als wiederholte Luftraumverstöße und nicht als ein „andauernder“ Angriff im Sinne des Vertrags gewertet wurden .
Rumäniens Entscheidung, einen russischen Diplomaten auszuweisen und den eigenen Botschafter abzuziehen, markiert eine tiefgreifende Verschlechterung der bilateralen Beziehungen. Die drei F-16-Abschüsse innerhalb von 72 Stunden sind ein historisches Novum für einen NATO-Staat und zeigen, dass Bukarest nicht länger bereit ist, diese Verletzungen als bloße Kollateralschäden des Ukraine-Krieges zu betrachten. Die diplomatische Reaktion signalisiert eine neue Härte: Rumänien zieht eine rote Linie im Himmel über dem Donaudelta.