Ende Juli 2026 wurde die Runde in der Presse breit thematisiert, ein offizieller Abschluss steht jedoch noch aus. Bereits im Mai 2026 hatte das Unternehmen Gespräche mit Staatsfonds aus den Vereinigten Arabischen Emiraten über eine Finanzierung von rund 200 Millionen Dollar bestätigt.
Die gemeldeten Konditionen bedeuten einen gewaltigen Schritt nach oben im Vergleich zur vorherigen Finanzierungsrunde von TEC. Hier ein direkter Vergleich:
| Kennzahl | Serie B (Nov. 2024) | Aktuelle Runde (Juli 2026, Bericht) |
|---|---|---|
| Höhe | 160 Millionen Dollar (152 Millionen Euro) | Mindestens 300 Millionen Dollar |
| Bewertung | ca. 470–500 Millionen Dollar (PitchBook-Schätzung) | Über 2 Milliarden Dollar |
| Führende Investoren | Balderton Capital und Plural (Co-Leads); Bessemer Venture Partners, Cherry Ventures, EQT Ventures, Bayern Kapital, Bpifrance, DeepTech & Climate Fonds u.a. | EU-„European Scale-up Fund“ (berichtet) plus weitere Investoren |
| Verwendungszweck | Entwicklung der Nyx-Raumkapsel, Ausbau der Produktionsanlagen, Einstellungen | Hochskalierung der Nyx-Produktion, orbitale Demonstrationsmissionen, Teamausbau in Italien/Frankreich/Deutschland |
| Gesamte eingesammelte Summe | ca. 230 Millionen Dollar nach Serie B | Würde bei Abschluss auf über 500 Millionen Dollar steigen |
Die Serie B im November 2024 war damals bereits die größte Finanzierungsrunde in der Geschichte der europäischen Raumfahrtindustrie. Die nun berichtete Runde ist fast doppelt so hoch und würde einen Bewertungssprung um das Vierfache bedeuten. Dies spiegelt die greifbaren Fortschritte bei der Entwicklung der Nyx-Kapsel, die gewonnenen ESA-Verträge und erfolgreichen Demonstrationsflüge wider.
Das neue Kapital ist für die Weiterentwicklung und Produktion der Nyx-Raumkapsel vorgesehen – einer Familie modularer, wiederverwendbarer Kapseln. Nyx ist für den Frachttransport in den niedrigen Erdorbit (LEO), den Mondorbit und darüber hinaus konzipiert und mit verschiedenen Schwerlastraketen wie der Ariane 6 und der Falcon 9 kompatibel. Konkret sollen die Produktionsanlagen ausgebaut, das Team in Italien, Frankreich und Deutschland vergrößert und orbitale Demonstrationsmissionen finanziert werden.
The Exploration Company wurde im Juli 2021 von Hélène Huby (ehemalige Vizepräsidentin des Orion-ESM-Programms bei Airbus Defence & Space) gemeinsam mit Ingenieuren von Airbus und ArianeGroup gegründet. Die rasante Entwicklung des Unternehmens umfasst:
Huby erklärte in Interviews, dass das Unternehmen inzwischen Verträge im Wert von über 800 Millionen Euro abgeschlossen habe und dass 98 Prozent seiner Investorenbasis europäisch sei.
Europa verfügt derzeit über keine eigene, einsatzbereite Fracht- oder Crew-Kapsel und ist für den Zugang zur Internationalen Raumstation (ISS) auf die USA und Russland angewiesen. Der Erfolg von The Exploration Company – von der Gründung bis zu einer potenziellen Bewertung von über 2 Milliarden Dollar in nur fünf Jahren – positioniert das Unternehmen als den führenden Kandidaten, um diese Lücke zu schließen. Sollte die berichtete Runde abgeschlossen werden, hätte das Unternehmen insgesamt über 500 Millionen Dollar eingesammelt und wäre damit bestens gerüstet, um seine orbitalen Demonstrationen durchzuführen und die Nyx-Produktion in großem Maßstab zu starten.