Das Gesetz enthält auch ein Handyverbot an weiterführenden Schulen . Ein entscheidendes Detail ist, dass die elterliche Zustimmung das Verbot nicht außer Kraft setzt
.
Am 23. Juli 2026 schlug das vietnamesische Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus einen Verordnungsentwurf vor, der einen neuartigen Ansatz verfolgt. Statt eines vollständigen Zugangsverbots dürfen Kinder unter 16 Jahren ihre Social-Media-Konten behalten, aber es wäre ihnen verboten, Beiträge zu veröffentlichen, zu kommentieren, zu teilen oder zu reagieren – ein „Nur-Lesen“- oder „Stumm“-Modus .
Konten müssen von einem Elternteil oder Erziehungsberechtigten registriert werden, der für die Überwachung der Aktivitäten des Kindes verantwortlich ist . Der Entwurf sieht auch Alterskontrollen für Online-Spiele vor
. Meta und TikTok sollen während der öffentlichen Konsultation Widerstand geleistet haben
. Kritiker bezeichnen den Vorschlag als ungewöhnlich restriktiv, da er die interaktive Teilnahme einschränkt, während eine passive Nutzung weiterhin möglich ist
.
| Merkmal | Vietnam (Verordnungsentwurf) | Frankreich (verabschiedetes Gesetz) |
|---|---|---|
| Altersgrenze | Unter 16 Jahren | Unter 15 Jahren |
| Mechanismus | Konto bleibt bestehen, aber Posten/Kommentieren/Reagieren verboten | Vollständiges Zugangsverbot |
| Rolle der Eltern | Eltern müssen Konto registrieren und beaufsichtigen | Keine elterliche Ausnahme |
| Durchsetzung | Plattformen müssen interaktive Funktionen einschränken | Universelle Altersverifikation ab Januar 2027 |
| Status | Verordnungsentwurf, in Konsultation | Verabschiedet, tritt Sept. 2026 / Jan. 2027 in Kraft |
Das vietnamesische Modell ist weltweit das ungewöhnlichste – es erlaubt Kindern, auf den Plattformen zu bleiben, schränkt aber ihre Interaktionsmöglichkeiten ein. Frankreich hingegen folgt dem australischen Modell des vollständigen Zugangsverbots .
Australien bleibt das erste Land der Welt, das ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige durchsetzt. Dieses basiert auf dem Online Safety Amendment (Social Media Minimum Age) Act 2024, der am 10. Dezember 2025 in Kraft trat . Plattformen wie TikTok, Instagram, Facebook und YouTube müssen „zumutbare Schritte“ unternehmen, um zu verhindern, dass unter 16-Jährige ein Konto besitzen. Bei Nichteinhaltung drohen Strafen von bis zu 49,5 Millionen Australischen Dollar
. Berichten zufolge wurden am ersten Tag der Durchsetzung Hunderttausende Konten deaktiviert
. Dieses Gesetz hat direkt die weltweite Welle von Nachahmer-Gesetzen inspiriert
.
Auf Bundesebene wurden im US-Kongress mehrere Gesetzesentwürfe eingebracht, aber keiner verabschiedet (Stand Juli 2026) . Zu den wichtigsten anhängigen Gesetzen gehören:
Auf Landesebene haben mindestens 20 US-Bundesstaaten eigene Gesetze zum Social-Media-Zugang von Minderjährigen erlassen. Allerdings hat die Rechtsprechung zu einem Flickenteppich aus durchsetzbaren, einstweilen ausgesetzten und noch nicht in Kraft getretenen Gesetzen geführt .
Auch andere Länder, darunter das Vereinigte Königreich, Spanien und Slowenien, erwägen ähnliche Beschränkungen . Im Rahmen dieser Recherche konnten Berichte über Gesetze auf den Philippinen, in Singapur oder der Ukraine sowie eine spezifische Warnung des BMJ vor unbeabsichtigten Schäden durch solche Verbote nicht unabhängig überprüft werden, da diese Punkte außerhalb des Suchbudgets lagen
.
Die Woche vom 20. bis 25. Juli 2026 markiert eine deutliche Eskalation der globalen Bemühungen, die Social-Media-Nutzung von Minderjährigen zu regulieren. Frankreichs verabschiedetes Totalverbot und Vietnams vorgeschlagenes „Nur-Lesen“-Modell repräsentieren zwei unterschiedliche regulatorische Philosophien: vollständige Beschränkung versus begrenzte, überwachte Teilhabe. Australiens erzwungenes Verbot dient weiterhin als globale Vorlage, während die USA mit ihren ins Stocken geratenen Bundesinitiativen ein bemerkenswerter Außenseiter bleiben.