TotalEnergies hatte bereits im Jahr 2022 4,1 Milliarden Dollar auf seine russischen Vermögenswerte abgeschrieben – hauptsächlich aufgrund des Arctic-LNG-2-Anteils. Zudem erklärte das Unternehmen Force Majeure für das Projekt, nachdem westliche Sanktionen Bau, Finanzierung und Abnahmevereinbarungen unmöglich machten.
Am 3. Juni 2026 unterzeichnete der russische Präsident Wladimir Putin eine Executive Order, die TotalEnergies den Verkauf seines 10-Prozent-Anteils an Arctic LNG 2 an die NordLine LLC erlaubte. NordLine ist eine neu gegründete Tochtergesellschaft von Novatek, die bereits 60 Prozent des Projekts hielt. Das Dekret ermächtigte NordLine, die 10-Prozent-Beteiligung der TotalEnergies EP Salmanov (der russischen Tochter des französischen Konzerns) zu erwerben. Zum Zeitpunkt des Dekrets äußerte sich TotalEnergies nicht öffentlich zu dem Schritt. Die Bedingungen des Deals wurden nicht bekannt gegeben.
Laut Angaben aus dem russischen Unternehmensregister wurde NordLine im Jahr 2025 gegründet.
Am 23. Juli 2026 bestätigte CEO Patrick Pouyanné während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des zweiten Quartals offiziell den Ausstieg aus Arctic LNG 2. Er erklärte, dass TotalEnergies seinen 10-Prozent-Anteil an NordLine übertragen werde und der Verkauf „in Kürze“ abgeschlossen sein solle. Die Übertragung sei bereits im Juni von den russischen Behörden genehmigt worden, so Pouyanné.
Nach dem Verkauf hält Novatek (über seine Tochter NordLine) nun die 10 Prozent, die zuvor TotalEnergies gehörten. Damit erhöht sich Novateks effektive Kontrolle über Arctic LNG 2 auf 70 Prozent. Weitere Anteilseigner sind die chinesischen Staatskonzerne CNPC und CNOOC (je 10 Prozent) sowie ein japanisches Konsortium aus Mitsui und JOGMEC (10 Prozent) – auch sie sind jedoch alle durch Sanktionen eingeschränkt.
TotalEnergies behält eine indirekte Beteiligung an Arctic LNG 2 über seine 19,4-Prozent-Beteiligung an Novatek selbst.
Trotz des Ausstiegs und des Gegenwinds im LNG-Sektor meldete TotalEnergies am 23. Juli 2026 starke Ergebnisse für das zweite Quartal:
Hinweis zum Rückgang der integrierten LNG-Sparte: Die Suchergebnisse bestätigen die Zahlen zu Nettogewinn und Cashflow, und die Ergebnisveröffentlichung hebt die starke Performance in den Öl-, Raffinerie- und Strommärkten hervor, die Schwächen in anderen Bereichen ausgleicht. Ein spezifischer 39-Prozent-Rückgang der Erlöse im integrierten LNG-Segment konnte in den vorliegenden Quellen jedoch nicht verifiziert werden. Dieser Datenpunkt konnte nicht unabhängig bestätigt werden.