Disney hat ausdrücklich klargestellt, dass Infinity Vision keine neue Video- oder Audiotechnologie, kein Kameraformat, keine proprietäre Leinwand und kein Projektionssystem ist . Es ist ein Zertifizierungssiegel (vom Konzept her vergleichbar mit der alten THX-Zertifizierung), das bestehende PLF-Säle erhalten können, wenn sie definierte technische Kriterien erfüllen . Disneys Vertriebschef Andrew Cripps hat es sogar eher als Marketingprogramm denn als striktes Zertifizierungsschema bezeichnet – eine einheitliche, kundenorientierte Marke, die eine Qualitätsschwelle signalisiert, für die sich ein Aufpreis lohnt .
Die technischen Kernanforderungen für ein Infinity-Vision-Zertifikat sind:
| Anforderung | Spezifikation |
|---|---|
| Leinwandbreite | Mindestens 13,7 Meter (45 Fuß) – von ursprünglich gemeldeten 15,2 Metern (50 Fuß) nach unten korrigiert |
| Projektion | 4K-Laserprojektion |
| Helligkeit | Mindestens 14 Foot-Lambert in 2D, 6 Foot-Lambert in 3D |
| Audio | Mindestens 7.1-Raumklang (Dolby Atmos, DTS:X oder gleichwertig) |
| HDR | Auffällig: Echter High Dynamic Range (HDR) ist derzeit keine Voraussetzung |
Anders als IMAX schreibt Infinity Vision keine proprietären Leinwände, feste Seitenverhältnisse, dedizierte Projektionshardware oder spezifische Sitzplatzanordnungen vor . Es ist ein flexibleres, auf Standards basierendes Gütesiegel für bestehende PLF-Säle Dritter.
Die Zahlen haben sich rasant entwickelt:
Disney bestätigte außerdem eine anfängliche Zertifizierung von über 75 Kinos im Inland und 300 international zum Start .
Zeitplan:
Vorverkaufsstart: Disney brach eine 16-jährige Tradition, indem es am 20. Juli 2026 – fast fünf Monate vor Filmstart – die Registrierung für Premium-Formate öffnete und das frühe Fenster auf Infinity-Vision-zertifizierte Leinwände beschränkte .
Preismodell: Disney hat keine konkreten Preise oder Umsatzbeteiligungen mit den Kinobetreibern bekannt gegeben. Die Marke ist jedoch darauf ausgelegt, Premium-Ticketpreise (PLF-Aufschläge) zu erzielen, ähnlich wie bei IMAX oder Dolby Cinema . Das Programm ist für Kinos kostenlos, da es eine Zertifizierung bestehender Ausstattung ist – Disney profitiert, indem es die Zuschauer zu den teureren Sälen lenkt .
Dies ist die zentrale strategische Triebfeder hinter Infinity Vision.
Sowohl Avengers: Doomsday als auch Dune: Part Three sind für den 18. Dezember 2026 angekündigt – derselbe Tag, ein Konflikt, der im Netz oft als „Dunesday“ bezeichnet wird . Warner Bros. und Legendary sicherten sich exklusiv ein dreiwöchiges IMAX-Fenster in Nordamerika für Dune: Part Three. Avengers: Doomsday wird daher in den ersten drei Wochen keine IMAX-Säle zur Verfügung haben .
Infinity Vision wird allgemein als direkte Gegenmaßnahme Disneys verstanden: Statt um die knappen IMAX-Leinwände zu konkurrieren oder Lizenzgebühren zu zahlen, schuf Disney eine eigene PLF-Marke, damit Avengers: Doomsday dennoch ein Premium-Großformat-Zuhause hat – auf Infinity-Vision-zertifizierten Leinwänden von Nicht-IMAX-Ketten .
IMAX reagierte scharf abweisend. IMAX-CEO Rich Gelfond bezeichnete Infinity Vision öffentlich als „Marketing-Gag“ und „Gimmick“, der davon ablenken solle, dass Avengers: Doomsday die IMAX-Leinwände an Dune: Part Three verloren habe . IMAX‘ offizielle Position: Infinity Vision sei eine reaktive Branding-Übung, kein echter technischer Konkurrent . IMAX-Manager wiesen darauf hin, dass Infinity Vision bestehende Säle Dritter (wie Cinemark XD, Showcase) zertifiziere, anstatt eigene Kinos zu bauen, und argumentierten, der Marke fehle die Standardisierung, Qualitätskontrolle und das spezialisierte Engineering, das IMAX biete .