150 Millionen US-Dollar entgangene jährliche Gebühren: Liquiditätsanbietern entgingen jährlich etwa 150 Millionen US-Dollar an Gebühreneinnahmen, weil ihre Positionen entweder außerhalb der aktiven Handelsspannen lagen oder in Pools mit zu geringem Volumen waren. Einige Berichte, die sich auf breitere Schätzungen stützen, beziffern die Obergrenze auf 175–195 Millionen US-Dollar.
29,5 % vollständig außerhalb der Spanne: 29,5 % des verfolgten Kapitals lagen vollständig außerhalb der aktiven Preisspanne und erzielten Nullgebühren. Das entspricht etwa 542 Millionen US-Dollar pro Woche, die völlig ungenutzt bleiben.
Die Studie wurde von 1inch in Auftrag gegeben und von Dune Analytics durchgeführt. Die Forscher rekonstruierten jede Liquiditätsposition in den aktivsten Pools auf Uniswap v3, Uniswap v4, PancakeSwap v3 und Aerodrome Slipstream über sieben Blockchains hinweg. Dabei wurden rund 200 Pools mit einer durchschnittlichen wöchentlichen Liquidität von etwa 1,84 Milliarden US-Dollar abgedeckt. Die Analyse erstreckte sich über 26 Wochen (das gesamte erste Halbjahr 2026).
Die Studie identifizierte mehrere Hauptgründe für diese Ineffizienz:
Preisvolatilität: Konzentrierte Liquiditätspositionen sind von Natur aus eng gefasst. Wenn sich der Marktpreis außerhalb der Spanne einer Position bewegt, werden bis zur manuellen Neupositionierung oder Rückkehr des Preises keine Gebühren mehr erzielt. Die anhaltende oder volatile Preisentwicklung im ersten Halbjahr 2026 drückte die Liquidität häufig aus der Spanne.
Automatisiertes vs. manuelles Management: Die Studie ergab, dass automatisierte Tools zur Verwaltung konzentrierter Liquidität (z. B. automatische Rebalancing-Bots) deutlich besser abschnitten als einzelne Wallet-Konten. Einzelne private Liquiditätsanbieter ließen ihre Positionen weitaus häufiger außerhalb der Spanne, während automatisierte Manager häufiger neu ausbalancierten und das Kapital aktiv hielten.
„Einrichten und Vergessen“-Verhalten: 36,7 % des Kapitals außerhalb der Spanne waren seit über 90 Tagen nicht bewegt worden, was auf eine weit verbreitete Vernachlässigung von Liquiditätspositionen hindeutet.
Die Dune-Studie kam inmitten einer schweren Kontraktion des gesamten DeFi-Sektors, was wichtige Zusammenhänge für die Ergebnisse liefert:
Die Ergebnisse der Studie zeichnen ein noch schärferes Bild des Abschwungs: Selbst die Liquidität, die im DeFi verblieb, war extrem ineffizient. Bei einer Unterauslastung von 85 % und einem fast vollständig statischen Drittel war das effektive „Arbeitskapital“ in konzentrierten Liquiditätspools weitaus geringer, als die TVL-Zahlen auf den ersten Blick vermuten ließen. Die entgangenen Gebühren von über 150 Millionen US-Dollar stellen einen direkten Renditeverlust für die Liquiditätsanbieter dar, zusätzlich zu den allgemeinen Kapitalabflüssen.
Die Studie unterstreicht, dass konzentrierte Liquidität zwar theoretisch kapital effizienter ist als das von ihr abgelöste Constant-Product-AMM-Modell, aber neue operationelle Risiken mit sich bringt. Liquiditätsanbieter müssen ihre Positionen aktiv verwalten oder automatisierte Tools einsetzen, um zu vermeiden, dass Kapital ungenutzt bleibt. Für das gesamte DeFi-Ökosystem verdeutlichen die Ergebnisse, dass die TVL-Zahlen in den Schlagzeilen irreführend sein können – ein großer Teil des „gebundenen“ Werts dient möglicherweise nicht seinem beabsichtigten Zweck, den Handel zu erleichtern und Gebühren zu verdienen.