BIP 110, ein auf ein Jahr befristeter Bitcoin Soft Fork, sollte Nicht Zahlungsdaten in Transaktionen auf 34 Byte begrenzen – und stieß auf heftigen Widerstand. Michael Saylor und Adam Back – sonst oft uneins – warnten geschlossen vor den Gefahren einer Zensur auf Konsensebene und einer Spaltung des Netzwerks.

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BIP-110 – offiziell „Reduced Data Temporary Softfork“ – war ein auf ein Jahr befristeter Vorschlag, die Menge an Nicht-Zahlungsdaten in Bitcoin-Transaktionen auf Konsensebene einzuschränken . Zielscheibe waren Ordinals-Inschriften, BRC-20-Token, Runes und überdimensionierte OP_RETURN-Felder – also jene Anwendungen, die die Blockchain eher als Datenbank denn als Zahlungsnetzwerk nutzen
.
Die Kernregeln im Überblick:
Die Regeln sollten nach etwa 52.416 Blöcken (rund einem Jahr) automatisch verfallen, sofern sie nicht durch einen späteren Konsensbeschluss verlängert würden . Die Aktivierung hätte bereits 55 % der Mining-Hashrate vorausgesetzt – ein im Vergleich zu früheren Upgrades (rund 95 %) ungewöhnlich niedriger Schwellenwert
.
Michael Saylor, dessen Firma Strategy Inc. (ehemals MicroStrategy) der größte börsennotierte Bitcoin-Halter der Welt ist, veröffentlichte ein umfassendes Gegenpapier mit dem Titel „110 Reasons BIP 110 Is a Bad Idea“ und bezeichnete den Vorschlag als iatrogen – medizinisch: die Heilung ist schlimmer als die Krankheit .
Seine zentralen Argumente:
Zudem betonte Saylor, dass BIP-110 keine bekannten kritischen Bugs oder Konsensfehler wie Inflation, Signaturvalidierung oder Double-Spending behebe, sondern eine „umstrittene Externalität“ adressiere .
Adam Back, der Kryptograph, dessen Hashcash-System im Bitcoin-Whitepaper zitiert wird und der seit jeher als Hüter des Cypherpunk-Ethos gilt, legte ebenfalls vehement nach .
Backs wichtigste Kritikpunkte:
In einer unverblümten Einschätzung sagte Back, der Vorschlag werde „ignoriert, weil er eine dumme Idee ist“ – für seine mangelnde Unterstützung brauche es keine Verschwörungstheorie .
Saylor und Back erhielten Unterstützung von anderen namhaften Bitcoin-Größen wie Jameson Lopp (Casa CTO) und Wang Chun (F2Pool-Mitgründer), die ebenfalls auf die Gefahren für die Neutralität, Zensurrisiken und die Gefahr von Kettenspaltungen hinwiesen .
Die Debatte hat ihren Ursprung in der Explosion von Ordinals-Inschriften und BRC-20-Token ab Anfang 2023. Befürworter von BIP-110 argumentierten, diese nicht-finanziellen Anwendungen verstopften die Blöcke mit „Spam“, erhöhten die Kosten für Node-Betreiber und verzerrten die Miner-Anreize weg von Bitcoins Zweck als Geldnetzwerk . Gegner – darunter Saylor und Back – hielten dagegen, dass die richtige Antwort auf unerwünschte Aktivitäten wirtschaftlicher Natur sei (Gebühren, Relay-Richtlinien) – und nicht eine Änderung der Konsensregeln
.
Die BIP-110-Debatte ist ein prägender Moment für die Bitcoin-Governance. Saylor und Back – trotz ihrer grundverschiedenen Rollen (Unternehmens-Treasury-Manager und Cypherpunk-Entwickler) – waren sich in einem fundamentalen Prinzip einig: Die Konsensregeln zu ändern, um Transaktionsinhalte zu polizieren, ist eine größere Bedrohung für Bitcoins langfristige Glaubwürdigkeit als die Transaktionen selbst. Wie Saylor es formulierte, geht es um die Frage, „ob Transaktionen, die nach den geltenden Regeln gültig und gebührenpflichtig sind, auf Konsensebene blockiert werden sollten“ . Die Antwort des Netzwerks war bisher: Nein.
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BIP 110, ein auf ein Jahr befristeter Bitcoin Soft Fork, sollte Nicht Zahlungsdaten in Transaktionen auf 34 Byte begrenzen – und stieß auf heftigen Widerstand.
BIP 110, ein auf ein Jahr befristeter Bitcoin Soft Fork, sollte Nicht Zahlungsdaten in Transaktionen auf 34 Byte begrenzen – und stieß auf heftigen Widerstand. Michael Saylor und Adam Back – sonst oft uneins – warnten geschlossen vor den Gefahren einer Zensur auf Konsensebene und einer Spaltung des Netzwerks.
Mit weniger als 1 % Miner Support und vernichtender Kritik gilt der Vorschlag inzwischen als gescheitert.