Die App nutzt Microsofts Geräte-Metadaten-Pipeline und Windows Update, um sich zu installieren – jegliche Nutzerinteraktion oder Einwilligung wird umgangen . Sobald die App installiert ist, blendet sie Werbe-Pop-ups ein, insbesondere eine hartnäckige Werbung für eine 30-Tage-Testversion von McAfee Antivirus .
Gamers Nexus kaufte für die Untersuchung einen 1.200 US-Dollar teuren LG UltraGear 34GX900A-B und testete ihn auf mehreren Windows-11-Systemen . Die Ergebnisse:
Konkret identifizierte Modelle sind unter anderem der LG UltraGear 27GP83B, der 27GN800S und der 34GX900A-B .
Gamers Nexus und andere Tech-Medien empfahlen, die lokale Gruppenrichtlinie anzupassen oder – als gründlichere Maßnahme – die Windows-Funktion „Geräte-Metadaten herunterladen“ komplett zu deaktivieren . Ein Einzeiler für PowerShell kursierte in Foren, um das Verhalten global zu blockieren .
Im Dezember 2025 verklagte der texanische Attorney General Ken Paxton fünf große TV-Hersteller – Sony, Samsung, LG, Hisense und TCL – wegen des Einsatzes von Automated Content Recognition (ACR)-Technologie, die heimlich die Sehgewohnheiten der Zuschauer erfasst und ohne Einwilligung zu Werbezwecken nutzt . Paxton bezeichnete die Geräte als „ein Massenüberwachungssystem, das in den Wohnzimmern sitzt“ . Die Klage stützte sich auf das Texas Deceptive Trade Practices Act und das Texas Data Privacy and Security Act .
Am 11. Mai 2026 verkündete Texas eine Einigung mit LG Electronics USA, die die Vorwürfe gegen LG beilegte, während die Klage gegen die anderen vier Hersteller fortgesetzt wurde . LG räumte kein Fehlverhalten ein .
Die zentralen Punkte des Vergleichs:
Die Gamers-Nexus-Enthüllungen vom Juli 2026 kamen nur zwei Monate nach dem Texas-Vergleich und offenbarten ein Muster: LG hatte gleichzeitig mit massiven Datenschutz- und Einwilligungsverstößen in den Produktlinien Fernseher und Monitore zu kämpfen. In beiden Fällen ging es um dasselbe Kernproblem: Informierte Nutzereinwilligung gab es nicht.
Zusätzlich warf die Gamers-Nexus-Investigation Fragen zur Rolle von Microsofts Windows-Update-Pipeline auf, die hier zur Verbreitung von Werbung genutzt wurde . Für Verbraucher in Deutschland und Europa, die ähnliche LG-Geräte nutzen, sind diese Vorfälle ein Weckruf: Auch wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen hierzulande strenger sind, zeigt der Fall, wie Hersteller Daten sammeln und Software installieren können – wenn man nicht genau hinsieht.