Japan besteuert Krypto-Gewinne bisher als sonstige Einkünfte mit progressiven Sätzen von bis zu 55 Prozent – der höchste Satz unter den G7-Staaten . Das neue Gesetz schafft den Rahmen, um diese durch eine pauschale 20-Prozent-Besteuerung (getrennte Veranlagung) zu ersetzen – also den gleichen Satz wie bei Aktien und anderen Finanzprodukten
.
Wichtiger Hinweis: Der niedrigere Steuersatz von 20 Prozent ist noch nicht in Kraft. Er soll voraussichtlich ab dem 1. Januar 2028 (Steuerjahr 2028) gelten – vorausgesetzt, ein noch zu verabschiedendes Ausführungsgesetz passiert den Reichstag . Das Gesetz vom Juli 2026 schafft die rechtliche Architektur, der Steuersenkung selbst müssen jedoch weitere Schritte folgen
.
Die Einstufung von Krypto als Finanzinstrument beseitigt ein zentrales rechtliches Hindernis für Krypto-Spot-ETFs. Der neue FIEA-Rahmen bietet die gesetzliche Basis, um solche Produkte an einer regulierten Börse notieren zu können . Die Japan Exchange Group prüft Pläne, Spot-Krypto-ETFs möglicherweise um das Jahr 2027 zu listen
.
Allerdings: Das Gesetz vom Juli 2026 selbst genehmigt noch keine konkreten ETF-Produkte. Die FSA wird nun einen Regulierungsrahmen für Krypto-ETFs entwickeln . Zudem ist eine gesonderte Änderung des japanischen Investmentfonds- und Investmentgesellschaftsgesetzes (Investment Trust and Investment Corporation Act) erforderlich, bevor Fonds aufgelegt und vertrieben werden können
. Berichten zufolge bereiten sich SBI Securities und Rakuten Securities darauf vor, Krypto-ETFs zu verkaufen, sobald der Regulierungsrahmen steht
.
Das neue Gesetz verschärft die Strafen erheblich:
Das Gesetz führt die verschiedenen Regelungen gestaffelt ein:
Das Gesetz vom Juli 2026 ist ein grundlegender regulatorischer Wandel – aber kein sofortiger Umbruch. Die Neueinstufung gilt sofort und unterstellt Krypto den strengen Marktintegritätsregeln des japanischen Wertpapierrechts. Die Steuersenkung und ETF-Zulassungen sind jedoch an zusätzliche gesetzgeberische und regulatorische Schritte geknüpft, die sich über 2027 und 2028 erstrecken werden.
Für Anleger sind die entscheidenden Termine: (1) Mitte August 2026 – verschärfte Strafen treten in Kraft; (2) Mitte 2027 – der FIEA-Rahmen wird vollständig umgesetzt; (3) Anfang 2028 – der 20-Prozent-Steuersatz könnte greifen; (4) der noch ausstehende Regulierungsrahmen der FSA für ETFs, der frühestens 2027 erste Listungen ermöglichen könnte.