Co-CEO Ted Sarandos nannte während der Telefonkonferenz konkrete Beispiele. So hob er die argentinische Sci-Fi-Serie The Eternaut (El Eternauta) hervor, in der generative KI erstmals vollständig für VFX-Aufnahmen in einem Netflix-Original eingesetzt wurde . Auch die Dokumentation American Experiment erwähnte er: 17 Minuten des Materials wurden mit KI optimiert und doppelt so schnell produziert wie mit herkömmlichen Methoden .
Gegenüber den Aktionären erklärte Netflix, man setze diese Werkzeuge „zunehmend ein, um qualitativ hochwertigere Inhalte schneller und kostengünstiger zu liefern“ .
Alle Zahlen wurden am 16. Juli 2026 von mehreren autoritativen Quellen bestätigt :
Das Umsatzwachstum verlangsamte sich von 16,2 % im Q1 auf 13,4 % im Q2 2026. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel aufgrund der schwächeren Prognosen .
Sarandos stellt generative KI stets als Unterstützung für menschliche Kreativschaffende dar, nicht als deren Ersatz. Zentrale Aussagen aus der Telefonkonferenz und öffentlichen Stellungnahmen:
Sarandos Kernargument: KI senkt die Hürden in der Produktion, kann aber das menschliche Urteilsvermögen nicht ersetzen.
Netflix hat auf seinem Partner-Hilfeportal detaillierte Richtlinien unter dem Titel „Using Generative AI in Content Production“ veröffentlicht . Die zuletzt am 13. Juli 2026 aktualisierten Vorgaben enthalten folgende Kernbeschränkungen:
| Vorgabe | Details |
|---|---|
| Offenlegungspflicht | Partner müssen jede beabsichtigte Nutzung von generativer KI vor Produktionsbeginn ihrem Netflix-Ansprechpartner mitteilen . |
| Niedrig- vs. Hochrisiko | Die meisten risikoarmen Anwendungen sind automatisch erlaubt, sofern sie den Leitlinien folgen; risikoreiche Nutzung erfordert explizite rechtliche Freigabe . |
| Kein Ersatz kreativer Kernarbeit | KI darf nicht für Autoren, Regisseure, Schauspieler oder andere zentrale kreative Positionen eingesetzt werden . |
| Überprüfung der Trainingsdaten | Partner müssen die Quellen der Trainingsdaten verifizieren und sicherstellen, dass nur ordnungsgemäß lizenzierte oder rechtmäßig erworbene Daten verwendet werden . |
| Keine IP-Verletzung | KI-Outputs dürfen keine Urheber-, Marken- oder Persönlichkeitsrechte Dritter verletzen . |
| Keine eigenen Daten in öffentlichen KI-Tools | Partner dürfen keine vertraulichen Netflix-Informationen in externe Anwendungen wie ChatGPT eingeben . |
| Schutz der Rechte von Talenten | Die Nutzung von KI, die das Abbild, die Stimme oder die Darbietung eines Schauspielers betrifft, erfordert eine klare Zustimmung und separate Vereinbarungen . |
Die Richtlinien bezeichnen KI als „wertvolles kreatives Hilfsmittel“ bei verantwortungsvollem Einsatz, betonen aber, dass die menschliche Verantwortung stets beim Produktionspartner liegt .
Die schnelle, transparente Einführung von generativer KI in 300 Titeln innerhalb eines Jahres hat die anhaltenden Arbeits- und Rechtsstreitigkeiten in Hollywood weiter angeheizt:
Kurz gesagt: Netflix hat generative KI faktisch zum Standard in seiner Produktionspipeline gemacht. Der Rest Hollywoods steht nun unter Druck, die Grenze zwischen „Werkzeug“ und „Ersatz“ zu definieren – eine Grenze, die in den kommenden Jahren verhandelt, verklagt und gesetzlich geregelt wird.