Safeguards Research Team (gestartet Juli 2026) – Ein neues, speziell gegründetes Team, das sich auf Jailbreak-Robustheit, automatisiertes Red Teaming und Überwachungstechniken für sowohl Missbrauch als auch Fehlausrichtung konzentriert . Zu den Rollen gehört der „Applied Safety Research Engineer, Safeguards“, der mindestens vier Jahre Erfahrung in Software- oder Machine-Learning-Engineering sowie Python-Kenntnisse mitbringen muss .
Domain-spezifische Safeguards Enforcement Analysts – Die wohl auffälligste Initiative:
Bereits im März 2026 stellte Anthropic einen Experten für Chemiewaffen und Sprengstoffe ein, um Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Voraussetzung waren mindestens fünf Jahre Erfahrung in der Abwehr von Chemiewaffen und Sprengstoffen .
Anthropic Fellows Program (Jahrgang 2026) – Ein offener Aufruf an Ingenieure und Forscher, sich mit den wichtigsten Sicherheitsfragen von Anthropic zu befassen – mit Finanzierung und Mentoring .
Trust & Safety Research Engineers – Entwickeln ML-Modelle, um unerwünschtes oder anomales Verhalten von Nutzern und API-Partnern im laufenden Betrieb zu erkennen .
Über alle 264 öffentlichen Stellenausschreibungen (2025–2026) hinweg liegt die durchschnittliche Vergütung bei 356.000 US-Dollar (Spannweite: 289.000–403.000 US-Dollar), wobei einige technische Mitarbeiter über 1 Million US-Dollar verdienen .
| Rolle | Gehaltsspanne (Basis) | Wichtige Qualifikationen |
|---|---|---|
| Safeguards Enforcement Analyst, Chem & Explosives | 245.000–285.000 USD | Fachkenntnisse in Chemie-/Sprengstoffsicherheit |
| Applied Safety Research Engineer, Safeguards | 320.000–405.000 USD | 4+ Jahre SWE/ML-Engineering, Python |
| Research Engineer / Scientist, Safeguards | 315.000–560.000 USD | Fortgeschrittener Abschluss, Erfahrung in Sicherheitsforschung |
| Research Engineer, Trust & Safety | 300.000–450.000 USD | ML-Modellierung, Erfahrung mit Produktionssystemen |
| AI Safety Researcher (Senior) | 200.000–300.000 USD | Red-Teaming-/Sicherheitserfahrung auf Seniorenebene |
Alle Positionen sind in San Francisco angesiedelt (Büro oder Hybridmodell), zusätzlich zum Grundgehalt gibt es Aktienoptionen.
Diese Einstellungsoffensive ist die praktische Umsetzung von Amodeis immer lauter werdenden öffentlichen Warnungen:
Die Einstellung von Waffenexperten, Cyberkriminalitätsanalysten und Sicherheitsingenieuren ist die praktische Konsequenz aus diesen Warnungen.
OpenAI zieht nach: Im Dezember 2025 schrieb OpenAI eine Stelle als „Head of Preparedness“ mit einem Basisgehalt von bis zu 555.000 US-Dollar aus – und besetzte sie im Februar 2026 mit einem abgeworbenen Sicherheitsforscher von Anthropic . Im März 2026 veröffentlichte auch OpenAI Stellenanzeigen für Chemiewaffen- und Sprengstoffexperten und ahmte damit die domänenspezifischen Missbrauchsrollen von Anthropic nach . Die beiden Unternehmen führten Mitte 2025 eine gemeinsame Sicherheitsbewertung durch, bei der sie die öffentlichen Modelle des jeweils anderen auf Fehlausrichtungstendenzen testeten .
Wesentliche Unterschiede: Anthropic verfolgt einen strukturell verankerten Ansatz – es wurde ein permanentes Safeguards Research Team und eine Fellows-Pipeline geschaffen, anstatt nur einzelne Führungskräfte einzustellen. Bloomberg berichtete im März 2026, dass die kombinierte Sicherheitsbelegschaft beider Unternehmen nach wie vor erschreckend klein sei und die Investitionen in sicherheitsorientierte Rollen im Vergleich zu produktorientierten Einstellungen „beunruhigend“ unausgewogen seien . Anthropic rahmt seine Einstellungen als Katastrophenprävention ein (mit expliziter Nennung von Massenvernichtungswaffen-Szenarien), während OpenAI eher den Schwerpunkt auf verantwortungsvolle Bereitstellung und Vorbereitung legt .
Der größere Kontext der Selbstregulierung: In den USA wurde bis Mitte 2026 kein umfassendes Bundesgesetz zur KI-Sicherheit verabschiedet. Beide Unternehmen agieren im Rahmen freiwilliger Selbstverpflichtungen (die freiwilligen Zusagen des Weißen Hauses von 2023, die veröffentlichten Verpflichtungen von Anthropic im Transparency Hub zu Red Teaming, Kindersicherheit und Hinweisgeberpolitik) . Amodei hat öffentlich eingeräumt, dass Selbstregulierung nicht ausreicht – er sagte gegenüber 60 Minutes, es sei ihm „zutiefst unwohl“ dabei, dass Vorstandsetagen diese Entscheidungen allein treffen . Da es jedoch an einer gesetzlichen Regelung fehlt, bauen beide Firmen Teams zur Missbrauchsprävention als faktisches privates Sicherheitsnetz auf. Die Folge ist ein Wettlauf um die wenigen verfügbaren Experten (Chemiewaffenspezialisten, Nuklearanalysten), die weder der Staat noch die Privatwirtschaft in großer Zahl zur Verfügung haben – der Talentpool ist extrem dünn .