Das Unternehmen betont, es handele sich um eine strategische Neuausrichtung hin zu KI-zentrierten Prioritäten RS. Gleichzeitig sollen in den nächsten zwei Jahren über 250 neue Ingenieursstellen geschaffen werden, die sich auf KI und Produktinnovation konzentrieren. Die neuen Stellen richten sich vor allem an erfahrene und „KI-native“ Talente I.
Die Anleger reagierten begeistert: Die Aktie von Thomson Reuters legte am Tag nach der Ankündigung um über 11 % zu – ein klares Signal, dass der Markt den KI-Kurs als wertschöpfend betrachtet R.
Die Thomson- Reuters-Entscheidung ist kein Einzelfall. Im Mai 2026 meldeten US-Arbeitgeber über 97.000 Stellenstreichungen. Bereits zum dritten Monat in Folge war Künstliche Intelligenz der am häufigsten genannte Grund – und nicht etwa Kostensenkungen, Umstrukturierungen oder Konjunktursorgen SC.
Fast 40 % aller im Mai 2026 angekündigten Entlassungen wurden mit KI begründet. Im Januar 2026 waren es noch 7 % CH.
Bis Mitte Juni 2026 gab es 247 Entlassungswellen, die insgesamt 183.966 Beschäftigte in den Bereichen Technologie, Finanzen und Gesundheitswesen betrafen. Das sind durchschnittlich 1.115 verlorene Arbeitsplätze pro Arbeitstag – fast doppelt so viele wie im Jahr 2025 T.
Allein im Mai 2026 strichen US-Technologieunternehmen 38.242 Stellen – der höchste monatliche Wert seit August 2024 H. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 wurden im Tech-Sektor über 123.000 Jobs gestrichen, wobei KI der Haupttreiber war F.
Thomson Reuters reiht sich ein in eine lange Liste von Unternehmen, die ihren Stellenabbau offen mit KI begründen:
Überall in der Industrie zeichnet sich dasselbe Bild ab: Traditionelle Ingenieurs- und Betriebsjobs werden abgebaut, gleichzeitig wird massiv KI-Personal rekrutiert. Thomson Reuters macht es vor: 500 Stellen streichen, 250+ neue KI-Stellen schaffen SIL.
Dieses Muster beschränkt sich längst nicht mehr auf die großen Tech-Konzerne. Block (Square) etwa baute im März 2026 rund 4.000 Stellen ab – etwa 40 % der gesamten Belegschaft. CEO Jack Dorsey begründete dies mit der „wachsenden Fähigkeit von KI-Tools, ein breiteres Spektrum an Aufgaben zu übernehmen“ TT.
Die Forschung von S&P Global zum Thema KI und Beschäftigung liefert eine wichtige Einordnung. Nur 24 % der Unternehmen nennen Personalabbau als primäres KI-Ziel. Viel wichtiger sind Prozesseffizienz (64 %) und Mitarbeiterproduktivität (59 %) S. Das bedeutet: Entlassungen sind oft eine Nebenwirkung, nicht die Hauptabsicht – die kumulative Wirkung auf den Arbeitsmarkt ist dennoch enorm.
Laut S&P Global ist die globale Netto-Beschäftigungswirkung von KI erstmals negativ – mit einem Wert von -5 Punkten im vergangenen Jahr. Für 2026 wird ein weiterer Rückgang prognostiziert S.
Die Boston Consulting Group (BCG) prognostiziert, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren 50 bis 55 % aller US-Jobs durch KI umgestaltet werden. Innerhalb von fünf Jahren könnten 10 bis 15 % der Stellen ganz wegfallen B. Die Verunsicherung der Beschäftigten ist gestiegen: Die Sorge um den eigenen Job aufgrund von KI stieg von 28 % auf 40 % im Jahr 2026 C.
Kurz gesagt: Die Thomson-Reuters-Streichungen sind ein Mikrokosmos für die große Arbeitsmarktgeschichte des Jahres 2026. Die KI-getriebene Restrukturierung hat das Silicon Valley hinter sich gelassen und ist in der gesamten US-Wirtschaft angekommen – und sie beschleunigt sich rasant. Das Muster, traditionelle Ingenieursrollen abzubauen und gleichzeitig KI-Spezialisten einzustellen, wird zum neuen Standard. Und die Kapitalmärkte belohnen Unternehmen, die diesen Wandel vollziehen.