Der Aufreger des Tages ereignete sich in den letzten Metern des Sprints. Hubschrauberaufnahmen zeigen, wie Girmay sich aggressiv nach links lehnt und Søren Wærenskjold (Uno-X Mobility) in Richtung der Absperrungen drängt . Wærenskjold, der am Vortag noch Zweiter geworden war und zu den Favoriten zählte, wurde so aus dem Rhythmus gebracht und lief nur als elfter ein .
Direkt nach dem Zieleinlauf ließ der Norweger seinem Frust freien Lauf: „Er ist wie ein kompletter Idiot gefahren“, sagte er vor den Reportern . Er warf Girmay nicht nur Gefährdung, sondern auch eine bewusste Einschüchterungstaktik vor, die ihn um ein weit besseres Ergebnis gebracht habe .
Die Rennkommissare überprüften die Szene und sprachen gegen Girmay eine Verwarnung wegen „Einschüchterung im Sprint“ aus . Sie stuften ihn jedoch nicht zurück, und sein zweiter Platz blieb bestehen. Für Wærenskjold war das eine Farce: Er forderte eine Disqualifikation Girmays und fühlte sich von der Rennleitung im Stich gelassen .
Das Punkteklassifikation hat durch diese Entwicklung noch einmal an Spannung gewonnen. Nach der 8. Etappe sieht die Wertung so aus :
Damit ist Pedersens Vorsprung unter Druck geraten . Girmay, der das Grüne Trikot vor zwei Jahren schon einmal trug, bleibt trotz der Verwarnung ein ernsthafter Anwärter .
Am Sonntag steht die 9. Etappe an – eine hügelige Strecke durch das Zentralmassiv, die sich für Ausreißer anbietet . Die Sprinter haben damit einen quasi Ruhetag, bevor es am Montag zum ersten Ruhetag der Rundfahrt geht .
Der Blick auf die Sprint-Hierarchie vor der zweiten Woche ist klar:
Die persönliche Spannung zwischen Girmay und Wærenskjold wird die nächsten Sprintankünfte begleiten. Das Grüne Trikot ist nicht nur eine Frage der Punkte, sondern auch des Stils in den letzten Kilometern.