Am 7. September 2025 hinderten Taliban-Sicherheitskräfte afghanische UN-Mitarbeiterinnen gewaltsam am Betreten der UN-Gebäude in Kabul – ein Verbot, das später auf die Außenstellen im ganzen Land ausgeweitet wurde . Das Verbot war zwar bereits im April 2023 angekündigt worden, wurde aber erst 2025 konsequent durchgesetzt
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Die UN forderte sofort die Aufhebung der Beschränkungen und warnte, dass lebensrettende humanitäre Hilfe – einschließlich der Hilfe für Erdbebenopfer – gefährdet sei . Arafat Jamal, der Vertreter des UNHCR in Afghanistan, erklärte: „Ohne Frauen können wir schlichtweg nicht arbeiten“
. Noch im März 2026 verurteilten UN-Experten das Verbot als „direkten Angriff auf die Rechte der Frau“, für den es „keine kulturelle, religiöse oder administrative Rechtfertigung“ gebe
. Das Verbot ist bis Mitte 2026 weiterhin in Kraft.
Eine parallele Krise verschärft die Lage: Millionen Afghanen kehren aus den Nachbarländern zurück und belasten Wohnungsmarkt und öffentliche Dienstleistungen massiv. Zwischen Mitte September 2023 und dem 30. Mai 2026 kehrten rund 6,04 Millionen Afghanen aus dem Iran und Pakistan zurück . Allein im Jahr 2025 kamen 2,9 Millionen Rückkehrer – ausgelöst durch Pakistans Ausländer-Rückführungsplan (IFRP) und ähnliche Maßnahmen im Iran
. Im ersten Quartal 2026 waren es bereits 600.000 weitere, und für den Rest des Jahres 2026 werden noch einmal 1,7 Millionen Menschen erwartet
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Das Ausmaß überfordert ein bereits fragiles Land. Eine Erhebung an der Grenze zu Islam Qala in der Provinz Herat im Juli 2025 ergab, dass 85 Prozent der Rückkehrer an den Grenzübergängen kein Obdach hatten – viele mussten im Freien schlafen . Die UN und Nichtregierungsorganisationen starteten daher einen 529-Millionen-Dollar-Hilfsplan, der für den Rest des Jahres 2026 rund 2,7 Millionen Rückkehrer erreichen soll
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Eine UNICEF-Analyse vom April 2026 zeigt, dass die Beschränkungen für Mädchenbildung und Frauenarbeit die afghanische Wirtschaft jährlich schätzungsweise 84 Millionen Dollar an verlorener Wirtschaftsleistung kosten – und die Verluste werden voraussichtlich weiter steigen, solange Frauen der Zugang zu Klassenzimmern und Arbeitsplätzen verwehrt bleibt . Dieselbe Analyse warnt davor, dass Afghanistan bis 2030 20.000 Lehrerinnen und 5.400 Krankenschwestern verlieren könnte
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Doch die 84 Millionen Dollar sind nur ein aktueller Schnappschuss. Die langfristigen Schäden sind weitaus größer:
Kurz gesagt: Die 84 Millionen Dollar sind eine konservative Momentaufnahme; die langfristigen wirtschaftlichen Folgen bewegen sich im Milliardenbereich.
Afghanistan bleibt eine der größten humanitären Krisen der Welt. Schätzungsweise 21,9 Millionen Menschen – etwa 45 Prozent der Bevölkerung – werden im Jahr 2026 auf humanitäre Hilfe angewiesen sein . Die UN hat einen Aufruf über 1,7 Milliarden Dollar gestartet, um fast 18 Millionen Menschen in dringender Not zu helfen
. Ohne die uneingeschränkte Beteiligung von Frauen, so die UN, kann sich das Land aus seiner sich vertiefenden Krise nicht befreien.
Die Beweislage ist eindeutig: Die Beschränkungen für Frauen sind nicht nur eine Menschenrechtskatastrophe – sie sind eine wirtschaftliche und humanitäre Katastrophe, deren Folgen über Generationen fortwirken werden.