Der nächste mögliche Termin, zu dem das Management das Thema ansprechen könnte, ist die Vorlage der Q2-Zahlen Mitte Juli 2026. Mehrere Analysten und Medien raten Anlegern, die nächste Telefonkonferenz genau zu verfolgen .
Die finanzielle Entwicklung von ASML gibt den Bullen Rückenwind. Das erste Quartal 2026 fiel sehr stark aus:
Das Management reagierte auf die starke Nachfrage und hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 36 bis 40 Mrd. Euro an – zuvor waren es 34 bis 39 Mrd. Euro . Für das zweite Quartal werden 8,4 bis 9,0 Mrd. Euro Umsatz bei einer Bruttomarge von 51 bis 52 Prozent erwartet
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Trotz der soliden Zahlen und der angehobenen Prognose fiel die Aktie am Tag der Q1-Veröffentlichung um 6 Prozent. Analysten führten dies darauf zurück, dass die guten Nachrichten bereits eingepreist waren und zeitgleich Schlagzeilen über neue China-Exportbeschränkungen die Stimmung trübten .
ASMLs Kernvorteil ist sein Quasi-Monopol bei Extrem-Ultraviolett-Lithografiesystemen (EUV). Diese Maschinen sind für die Herstellung der modernsten KI-Chips von Nvidia, AMD, TSMC und Intel unverzichtbar. Der Auftragsbestand des Unternehmens liegt bei rekordverdächtigen rund 45 Mrd. Dollar .
Die KI-Nachfrage bleibt der dominierende Wachstumstreiber. Ein wichtiges Ereignis: Intel gab im Juni 2026 bekannt, dass sein 18A-P-Prozessknoten in die Risikoproduktion gegangen sei. Dies bestätigte den Bedarf an ASMLs EUV-Werkzeugen und trieb die Aktie auf ein neues 52-Wochen-Hoch von 1.923 Dollar .
Die Wall Street bleibt überwiegend bullish:
Der Bewertungskritikpunkt ist nicht von der Hand zu weisen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der letzten zwölf Monate beträgt etwa 62. Das ist historisch hoch und lässt kaum Raum für Enttäuschungen . Die Aktie ist in den zwölf Monaten bereits um 120 Prozent gestiegen – ein Großteil der guten Nachrichten könnte bereits eingepreist sein
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Das geopolitische Risiko bleibt die größte Belastung. Der vorgeschlagene MATCH Act, ein parteiübergreifender Gesetzesentwurf aus den USA, würde den Export von ASMLs älteren DUV-Lithografiemaschinen nach China verbieten. Diese Maschinen durfte ASML bislang noch liefern, während die fortschrittlicheren EUV-Anlagen bereits seit 2019 unterliegen . Der Gesetzesentwurf nennt ASML namentlich
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China steuerte im vierten Quartal 2025 noch 36 Prozent des ASML-Umsatzes bei. Das Unternehmen hat die Anleger bereits darauf vorbereitet, dass dieser Anteil im Jahr 2026 unter den aktuellen Beschränkungen auf etwa 20 Prozent schrumpfen wird . Der MATCH Act könnte diese Zahl noch weiter drücken. Die Aktie gab im April und Mai 2026 jedes Mal deutlich nach, wenn neue Schlagzeilen zu den China-Exportkontrollen aufkamen
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Die allgemeinen Spannungen zwischen den USA und China sowie der mögliche Druck der niederländischen Regierung bleiben ein ständiges Damoklesschwert, das immer wieder zu breiten Kursverlusten im Halbleitersektor führt .
Bullische Faktoren:
Bärische Faktoren:
Fazit: Die Spekulation um einen ASML-Aktiensplit wird durch den hohen Aktienkurs, den Präzedenzfall des Konkurrenten KLA und die bevorstehenden Q2-Zahlen angetrieben – ein offizieller 10:1-Plan existiert jedoch nicht. Die fundamentalen Aussichten sind aufgrund der KI-getriebenen EUV-Nachfrage und des massiven Auftragsbestands stark positiv. Doch das China-Risiko und die hohe Bewertung machen das Chance-Risiko-Verhältnis kurzfristig zu einer feinen Gratwanderung.