In seinem Antrag auf Klageabweisung beruft sich Apple auf Section 1201(a) des DMCA – die sogenannte Anti-Umgehungs-Bestimmung . Die zentrale These des Konzerns ist simpel:
„Die Kläger haben ihre Videos freiwillig auf YouTube hochgeladen und für jedermann zugänglich gemacht. Damit standen die Videos nicht hinter einer technischen Zugangsbarriere, die für eine DMCA-Umgehungsklage erforderlich wäre.“
Aus Apples Sicht verbietet der DMCA das Umgehen eines Schlosses, das den Zugang zu einem Werk beschränkt – nicht jedoch Beschränkungen dessen, was passiert, nachdem ein Werk bereits öffentlich sichtbar ist . Die Kläger versuchten, YouTubes Einschränkungen beim Scraping oder Herunterladen als DMCA-Zugangskontrollen darzustellen. Apple hält dagegen: Öffentliche Sichtbarkeit bedeute, dass es kein geschütztes Tor zu öffnen gab .
In seiner schriftlichen Antwort bringt Apple es angeblich auf den Punkt: „Kein Passwort. Keine Zahlung. Kein Schloss. Kein Schlüssel.“ Das Unternehmen argumentiert, dass YouTube-Videos für jeden Besucher ohne Authentifizierung gestreamt werden. YouTubes technische Anti-Scraping-Maßnahmen fungierten daher nicht als „Zugangskontrolle“ im Sinne des Gesetzes .
Apples Argument steht nicht im luftleeren Raum. Im Laufe des Jahres 2026 hat eine koordinierte Gruppe von YouTube-Erstellern – anwaltlich vertreten durch dasselbe Team, das auch h3h3Productions vertritt – eine Reihe von Sammelklagen gegen große Technologieunternehmen eingereicht. Stets geht es um angebliche DMCA-Verstöße durch das Scraping von YouTube-Inhalten für KI-Training . Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Fälle zusammen:
| Unternehmen | Klage eingereicht | Verteidigungsargument im Abweisungsantrag |
|---|---|---|
| Snap | Januar 2026 (geändert Juni 2026) | Snap reichte am 24. Juni 2026 eine Erwiderung ein: Öffentlich gestreamte YouTube-Videos seien nicht durch DMCA-Zugangskontrollen geschützt. Es gehe um das „Kopieren“ öffentlicher Streams, nicht um das Umgehen einer Zugangssperre . |
| Runway AI | Februar 2026 | YouTuber David Gardner verklagte das KI-Startup und warf ihm vor, YouTubes Schutzmechanismen umgangen zu haben. Runways Abweisungsantrag verwendet dieselbe Logik des öffentlichen Zugangs . |
| Apple | April 2026 (Abweisungsantrag Juli 2026) | Apple argumentiert, dass öffentlich sichtbare Videos keinen DMCA-Zugangsschutz genießen. Zudem beruft sich Apple auf sein vertragliches Recht auf Zugriff gemäß den YouTube-Nutzungsbedingungen . |
| Amazon | April 2026 | Eine separate Sammelklage derselben Gruppe wirft Amazon vor, YouTube-Inhalte für sein Text-zu-Video-Modell Nova Reel gescrapt zu haben. Das Verfahren ist noch anhängig . |
| Meta | Dezember 2025 (freiwillig eingestellt Februar 2026) | Eine ähnliche DMCA-Klage gegen Meta wurde von den Klägern im Februar 2026 freiwillig zurückgezogen . |
Die verfügbaren Quellen zeigen ein wiederkehrendes Thema: Die beklagten Unternehmen argumentieren, dass öffentlich zugängliche YouTube-Videos keine Grundlage für eine DMCA-Klage wegen Zugangskontrolle bieten. Die Anti-Umgehungs-Bestimmung des Gesetzes ziele auf Maßnahmen ab, die den Zugang zu einem Werk verhindern – nicht auf technische Grenzen beim Herunterladen oder Kopieren, nachdem der Zugang bereits gewährt wurde .
Dieser Rechtsstreit ist ein wegweisender Test dafür, ob die Anti-Umgehungs-Bestimmungen des DMCA genutzt werden können, um zu regulieren, wie KI-Unternehmen Trainingsdaten von öffentlich zugänglichen Online-Plattformen beziehen . Zwei mögliche Ausgänge stehen im Raum:
Die ersten Signale sind gemischt. Die Udio-Entscheidung deutet darauf hin, dass einige Gerichte bereit sind, DMCA-Klagen gegen KI-Unternehmen zuzulassen . Im Fall Cordova v. Huneault, bei dem ein YouTuber andere Urheber wegen der Nutzung von Stream-Ripping-Tools verklagte, durfte eine Section-1201-Klage ebenfalls fortgeführt werden – ein Sieg für die Auffassung, dass YouTubes Rolling Cipher eine Zugangskontrolle darstellt . Snaps Abweisungsantrag vom Juni 2026 soll im Juli 2026 verhandelt werden, was die erste richtungsweisende Entscheidung zu diesen Argumenten bringen könnte .
Stand Juli 2026 hat noch kein Gericht über Apples oder Snaps Anträge in den YouTube-Scraping-Fällen entschieden. Der Ausgang wird davon abhängen, wie die Gerichte die Grenze zwischen der Kontrolle des Zugangs zu einem Werk und der Kontrolle seiner Nutzung nach gewährtem Zugang ziehen – eine Frage, die die rechtliche Landschaft für KI-Trainingsdaten für Jahre prägen wird.
In seinem Antrag auf Klageabweisung beruft sich Apple auf Section 1201(a) des DMCA – die sogenannte Anti-Umgehungs-Bestimmung . Die zentrale These des Konzerns ist simpel:
„Die Kläger haben ihre Videos freiwillig auf YouTube hochgeladen und für jedermann zugänglich gemacht. Damit standen die Videos nicht hinter einer technischen Zugangsbarriere, die für eine DMCA-Umgehungsklage erforderlich wäre.“
Aus Apples Sicht verbietet der DMCA das Umgehen eines Schlosses, das den Zugang zu einem Werk beschränkt – nicht jedoch Beschränkungen dessen, was passiert, nachdem ein Werk bereits öffentlich sichtbar ist . Die Kläger versuchten, YouTubes Einschränkungen beim Scraping oder Herunterladen als DMCA-Zugangskontrollen darzustellen. Apple hält dagegen: Öffentliche Sichtbarkeit bedeute, dass es kein geschütztes Tor zu öffnen gab .
In seiner schriftlichen Antwort bringt Apple es angeblich auf den Punkt: „Kein Passwort. Keine Zahlung. Kein Schloss. Kein Schlüssel.“ Das Unternehmen argumentiert, dass YouTube-Videos für jeden Besucher ohne Authentifizierung gestreamt werden. YouTubes technische Anti-Scraping-Maßnahmen fungierten daher nicht als „Zugangskontrolle“ im Sinne des Gesetzes .
Apples Argument steht nicht im luftleeren Raum. Im Laufe des Jahres 2026 hat eine koordinierte Gruppe von YouTube-Erstellern – anwaltlich vertreten durch dasselbe Team, das auch h3h3Productions vertritt – eine Reihe von Sammelklagen gegen große Technologieunternehmen eingereicht. Stets geht es um angebliche DMCA-Verstöße durch das Scraping von YouTube-Inhalten für KI-Training . Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Fälle zusammen:
| Unternehmen | Klage eingereicht | Verteidigungsargument im Abweisungsantrag |
|---|---|---|
| Snap | Januar 2026 (geändert Juni 2026) | Snap reichte am 24. Juni 2026 eine Erwiderung ein: Öffentlich gestreamte YouTube-Videos seien nicht durch DMCA-Zugangskontrollen geschützt. Es gehe um das „Kopieren“ öffentlicher Streams, nicht um das Umgehen einer Zugangssperre . |
| Runway AI | Februar 2026 | YouTuber David Gardner verklagte das KI-Startup und warf ihm vor, YouTubes Schutzmechanismen umgangen zu haben. Runways Abweisungsantrag verwendet dieselbe Logik des öffentlichen Zugangs . |
| Apple | April 2026 (Abweisungsantrag Juli 2026) | Apple argumentiert, dass öffentlich sichtbare Videos keinen DMCA-Zugangsschutz genießen. Zudem beruft sich Apple auf sein vertragliches Recht auf Zugriff gemäß den YouTube-Nutzungsbedingungen . |
| Amazon | April 2026 | Eine separate Sammelklage derselben Gruppe wirft Amazon vor, YouTube-Inhalte für sein Text-zu-Video-Modell Nova Reel gescrapt zu haben. Das Verfahren ist noch anhängig . |
| Meta | Dezember 2025 (freiwillig eingestellt Februar 2026) | Eine ähnliche DMCA-Klage gegen Meta wurde von den Klägern im Februar 2026 freiwillig zurückgezogen . |
Die verfügbaren Quellen zeigen ein wiederkehrendes Thema: Die beklagten Unternehmen argumentieren, dass öffentlich zugängliche YouTube-Videos keine Grundlage für eine DMCA-Klage wegen Zugangskontrolle bieten. Die Anti-Umgehungs-Bestimmung des Gesetzes ziele auf Maßnahmen ab, die den Zugang zu einem Werk verhindern – nicht auf technische Grenzen beim Herunterladen oder Kopieren, nachdem der Zugang bereits gewährt wurde .
Dieser Rechtsstreit ist ein wegweisender Test dafür, ob die Anti-Umgehungs-Bestimmungen des DMCA genutzt werden können, um zu regulieren, wie KI-Unternehmen Trainingsdaten von öffentlich zugänglichen Online-Plattformen beziehen . Zwei mögliche Ausgänge stehen im Raum:
Die ersten Signale sind gemischt. Die Udio-Entscheidung deutet darauf hin, dass einige Gerichte bereit sind, DMCA-Klagen gegen KI-Unternehmen zuzulassen . Im Fall Cordova v. Huneault, bei dem ein YouTuber andere Urheber wegen der Nutzung von Stream-Ripping-Tools verklagte, durfte eine Section-1201-Klage ebenfalls fortgeführt werden – ein Sieg für die Auffassung, dass YouTubes Rolling Cipher eine Zugangskontrolle darstellt . Snaps Abweisungsantrag vom Juni 2026 soll im Juli 2026 verhandelt werden, was die erste richtungsweisende Entscheidung zu diesen Argumenten bringen könnte .
Stand Juli 2026 hat noch kein Gericht über Apples oder Snaps Anträge in den YouTube-Scraping-Fällen entschieden. Der Ausgang wird davon abhängen, wie die Gerichte die Grenze zwischen der Kontrolle des Zugangs zu einem Werk und der Kontrolle seiner Nutzung nach gewährtem Zugang ziehen – eine Frage, die die rechtliche Landschaft für KI-Trainingsdaten für Jahre prägen wird.