Sony wird ab Januar 2028 keine physischen Spielediscs mehr für neue PlayStation-Veröffentlichungen produzieren. Ab diesem Datum werden neue Spiele ausschließlich über den PlayStation Store oder in digitalen Formaten im Einzelhandel verkauft. Diese Regelung gilt für alle neuen Spiele – sowohl Sonys eigene First-Party-Titel als auch Veröffentlichungen von Drittanbietern. Spiele, die bereits vor Januar 2028 erschienen sind oder für eine physische Veröffentlichung geplant sind, sind von der Änderung nicht betroffen.
Als Begründung führt Sony „sich verlagernde Trends in den Verbraucherpräferenzen“ und den branchenweiten Abschied von physischen Datenträgern an. Das Unternehmen betont, die Entscheidung basiere auf der Botschaft der Spieler durch ihr Kaufverhalten: Die Vorliebe für digitale Medien „übertrifft physische Discs deutlich“.
Zeitgleich bestätigte Sony die Schließung des PlayStation Stores auf PS3 und PS Vita. Der PS3-Store wird zuerst in ausgewählten Märkten wie Mexiko, Honduras und Nicaragua ab August 2026 geschlossen, weitere Länder Lateinamerikas und des Nahen Ostens folgen Ende 2026. Die endgültige Abschaltung von PS3- und PS-Vita-Stores in allen anderen Ländern erfolgt im Juli 2027. Nach diesen Terminen können Besitzer der Konsolen keine neuen Inhalte mehr kaufen, aber weiterhin bereits erworbene Spiele herunterladen.
Die Verkäufe physischer Spiele sind seit langem rückläufig. Sony begründet den Schritt vor allem mit den Kundenpräferenzen und dem allgemeinen Trend der Unterhaltungsindustrie weg von der Disc hin zur digitalen Distribution. Die Zahlen belegen dies deutlich:
Die verfügbaren Ankündigungen belegen nicht, dass physische Medien gänzlich tot sind. Sie zeigen jedoch, dass Sony die digitale Distribution als die klare Zukunft für neue PlayStation-Veröffentlichungen betrachtet. Interessanterweise zeigen Circana-Daten, dass die US-amerikanischen Umsätze mit physischen Spielen in den zwölf Monaten bis Mai 2026 um 3 % auf 1,6 Milliarden Dollar stiegen – das erste Plus seit 2009, getragen vor allem durch den Launch der Nintendo Switch 2. Dies deutet darauf hin, dass physische Medien durchaus noch Potenzial haben, auch wenn Sony sich entschlossen davon abwendet.
Die Schließung der PS3- und PS-Vita-Stores wirft erhebliche Zugänglichkeitsprobleme auf. Wie The Verge es formulierte, zeigt der Schritt „eindrucksvoll eines der größten Probleme einer rein digitalen Zukunft auf: Sind die Läden erst einmal weg, sind auch die Spiele weg.“ Spieler werden nach der Schließung keine neuen Spiele oder DLCs mehr über diese Stores kaufen können, was den künftigen Zugang zu einer riesigen Bibliothek älterer Titel einschränkt.
Das Ende neuer PlayStation-Discs bedeutet, dass zukünftige PlayStation-Veröffentlichungen nach Januar 2028 nicht mehr als neu produzierte physische Discs erhältlich sein werden. Das trifft alle Spieler direkt, die nach wie vor Wert auf die Box und die Disc im Regal legen. Zwar hat Sony angekündigt, Spiele auch nach 2028 weiterhin im stationären Handel zu verkaufen; ob es sich dabei aber um Boxen mit Download-Codes oder andere Formate handelt, ist noch unklar.
Medien wie CNBC und Forbes werteten den Schritt als eine wesentliche Abkehr Sonys vom physischen Medium hin zu rein digitalen Verkäufen. Forbes bezeichnete den Schritt als Versuch, sich an Verbrauchertrends anzupassen, und als das „Ende einer Ära physischer Medien für einen der meistverkauften Konsolenhersteller“. Ampere-Analyst Piers Harding-Rolls nannte Sonys Ankündigung einen „Wendepunkt“ für die Branche.
Die vorliegenden Quellen dokumentieren keine Ankündigung von Microsoft, die Sonys Einschnitt für Januar 2028 entspricht. Es gibt jedoch deutliche Anzeichen, dass Xbox sich in die gleiche Richtung bewegt – wenn auch leiser:
In den vorliegenden Quellen findet sich keine Ankündigung Nintendos zur Abschaffung physischer Spiele. Ganz im Gegenteil: Der Launch der Nintendo Switch 2 scheint die Verkäufe physischer Spiele vorübergehend anzukurbeln. Circana berichtet von einem Anstieg der Ausgaben für physische Spiele in den USA um 3 % auf 1,6 Milliarden Dollar in den zwölf Monaten bis Mai 2026 – die erste Unterbrechung eines 17-jährigen Abwärtstrends. Das deutet darauf hin, dass Nintendos Ansatz mit physischen Modulen sich deutlich von Sonys Strategie unterscheidet.
Sonys Schritt hebt sich in den zitierten Quellen daher vor allem dadurch ab, dass er ein festes Datum für das Ende neuer PlayStation-Discs setzt, während für Xbox oder Nintendo kein vergleichbarer offizieller Stichtag genannt wird.
| Aspekt | Sony (PlayStation) | Microsoft (Xbox) | Nintendo (Switch) |
|---|---|---|---|
| Art des physischen Mediums | Blu-ray-Disc | Blu-ray-Disc | Spielmodul/Steckmodul |
| Aktuelle offizielle Haltung | Einstellung der Disc-Produktion für neue Spiele im Januar 2028. | Kein vergleichbarer offizieller Stichtag. Spencer: Abschaffung physischer Medien sei „kein strategisches Ziel“. | Keine offizielle Auslaufphase dokumentiert. Switch-2-Launch kurbelt physische Verkäufe an. |
| Konsolen ohne Laufwerk | PS5 Digital Edition, PS5 Pro (mit externem Laufwerk nachrüstbar). | Xbox Series S (kein Laufwerk). | Keine laufwerkslose Version der Switch 2 angekündigt. |
| Digitaler Verkaufsanteil | 85 % digital im FY2025 Q4; Jahresschnitt 78 %. | In den Quellen nicht genau beziffert, gilt aber als „weitgehend digital“. | In den Quellen nicht beziffert. |
| Hauptunterschied | Klarer, harter Stichtag für die Disc-Produktion. | Kein genannter harter Stichtag; Berichte über leisen Ausstieg. |
Sony hat eine klare Deadline für das Ende neuer PlayStation-Discs gesetzt und begründet dies mit Verbrauchertrends und dem branchenweiten Wandel von physischen zu digitalen Medien. Diese Entscheidung fällt zeitgleich mit der geplanten Schließung der PS3- und PS-Vita-Stores, was den Schritt vor allem für Spieler, die sich den Zugang zu älteren Inhalten bewahren wollen, besonders bedeutsam macht.
Für Sammler und Spiele-Enthusiasten ist die Botschaft unmissverständlich: Nach Januar 2028 werden neu erscheinende PlayStation-Spiele nur noch in einem digitalen Ökosystem existieren – einem Ökosystem, das verändert oder ganz abgeschaltet werden kann. Und für Besitzer einer PS3 oder PS Vita schließt sich in den kommenden Monaten das Zeitfenster, um Spiele noch auf offiziellem Weg zu erwerben.
Das Fazit, zusammengefasst von Forbes: „Physische Verkäufe neuer Spiele sind in den letzten Jahren gefallen – physische Software machte 2024 nur 3 % der Sony-Einnahmen aus.“ Für Sony machten die Zahlen die Entscheidung unausweichlich. Für Millionen von Spielern, die das Gefühl einer Spiele-Box und die Sicherheit einer Disc im Regal lieben, ist es das Ende einer Ära.
| Kein genannter harter Stichtag; physische Verkäufe verzeichnen ein Comeback. |