Am 29. Juni 2026 hat die schwedische Handelsbanken die Nokia-Aktie (HE: NOKIA, NYSE: NOK) von „Kaufen“ auf „Halten“ herabgestuft – aber das ist kein Misstrauensvotum. Gleichzeitig hob die Bank ihr 12-Monats-Kursziel von 10,20 auf 12,00 Euro an. Der Grund für die Herabstufung ist simpel: Die Aktie ist so stark gestiegen, dass das verbleibende Aufwärtspotenzial deutlich geschrumpft ist .
Was steckt hinter der Herabstufung, wo stehen die anderen Analysten und warum ist die Debatte um Nokia derart polarisiert?
Die Handelsbanken war lange ein verlässlicher Nokia-Bulle. Noch im April 2026 hatte sie das Kursziel auf 10,20 Euro angehoben und die Kaufempfehlung bekräftigt . Die Herabstufung vom 29. Juni spiegelt eine neue Realität wider: Die Nokia-Aktie war in drei Monaten um fast 70 Prozent und in zwölf Monaten um 170 Prozent gestiegen – angetrieben von der enormen Nachfrage nach KI- und Rechenzentrums-Netzwerkausrüstung
.
Laut dem Cashflow-Modell der Handelsbanken notiert Nokia nun nahe dem fairen Wert von rund 12 Euro, mit nur noch begrenztem Aufwärtspotenzial vom aktuellen Kurs von etwa 10,42 Euro . Die Bank stellte explizit fest, dass die Aktie bereits eine „deutliche Neubewertung“ erfahren habe. Die Herabstufung ist daher eine Anpassung des Chancen-Risiko-Profils und kein Alarmzeichen für das Geschäft
.
Die Handelsbanken hatte ihre Kaufempfehlung selbst in schwierigeren Zeiten gehalten – zum Beispiel, als sie Mitte 2025 das Kursziel auf 5,50 Euro senkte, aber am „Kaufen“ festhielt . Der Schritt im Juni ist schlicht das Eingeständnis, dass die einfachen Gewinne eingepreist sind.
Die KI-getriebene Rallye hat die Analystengemeinschaft tief gespalten. Die Aktie erreichte im April 2026 ein 16-Jahres-Hoch, nachdem Nokia einen Anstieg des vergleichbaren operativen Gewinns im ersten Quartal um 54 Prozent auf 281 Millionen Euro (Prognose: 250 Millionen Euro) meldete und die Wachstumsprognosen für die KI-Sparte anhob . Ende Mai 2026 war das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 17 auf rund 36 gestiegen, was die Bewertungsdebatte anheizte
.
So positionieren sich die großen Häuser:
Für die in den USA notierten Aktien (NYSE: NOK) liegt das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel von 18 Analysten bei 12,57 Dollar (etwa 11,70 Euro) – das impliziert ein leichtes Minus von rund 3 Prozent zum aktuellen Kurs. Die Spanne ist außergewöhnlich weit: von einem Tiefstwert von 5,00 Dollar bis zu einem Höchstwert von 21,00 Dollar .
Während sieben Analysten im Mai 2026 in einer konzentrierten Welle Nokia hochstuften – darunter CFRA, Argus, JPMorgan, Morgan Stanley, Deutsche Bank, Arete und Nordea –, haben mehrere Häuser gleichzeitig die Euphorie gebremst.
Die SEB Equities senkte Nokia Ende März 2026 von „Kaufen“ auf „Halten“ mit der Begründung, die Aktie habe nach der starken Performance im Bereich Optical Networks bereits eine Neubewertung erfahren . Wall Street Zen stufte die Aktie im Mai auf „Halten“ herab und bezeichnete sie als „voll bewertet“
. Anfang Juni 2026 rutschte die Nokia-Aktie dann deutlich ab, als Anleger Gewinne mitnahmen – die „voll bewertet/geringes Aufwärtspotenzial“-Haltung der Analysten verstärkte den Ausverkauf
.
Die grundlegende Meinungsverschiedenheit unter den Analysten lässt sich in zwei Lagern zusammenfassen:
Die Bullen – angeführt von JPMorgan (18-Euro-Kursziel) und Morgan Stanley (14-Euro-Kursziel) – argumentieren, dass Nokia ein struktureller KI-Infrastruktur-Player ist. Die Übernahme von Infinera, der Ausbau des Optical-Networks-Geschäfts und die boomende Nachfrage aus Rechenzentren rechtfertigen eine Bewertung im mittleren bis hohen zweistelligen Bereich . JPMorgan bewertet Nokia mit dem 29-fachen des erwarteten Gewinns und einem PEG-Verhältnis von 1,0. Die EBIT-Schätzungen der Bank für 2026, 2027 und 2028 liegen 1,8 %, 6,0 % bzw. 40,1 % über dem Infront-Konsens
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Die Skeptiker und Bären – darunter die niedrigeren Kursziele von SEB, Barclays und auch der Durchschnitt – weisen darauf hin, dass Nokias eigene Mittelfristprognose (ein vergleichbarer operativer Gewinn von 2,0 bis 2,5 Milliarden Euro für 2026) ein KGV von etwa 36 nicht rechtfertigt . Das nachlaufende KGV lag im März 2026 sogar bei rund 64
. Diese Analysten sehen eine klassische Momentum-Falle: Die Aktie ist der tatsächlichen Gewinnentwicklung weit vorausgeeilt.
Die Spaltung ist ungewöhnlich bimodal. Es gibt kaum eine mittlere Position: Entweder die Analysten sehen Nokia als transformierten KI-Netzwerk-Spieler, oder sie sehen eine überreizte Bewertung, die bereits Jahre des Wachstums vorwegnimmt.
Die Herabstufung der Handelsbanken ist ein wichtiges Signal, aber sie beendet die Debatte nicht. Sie bestätigt, dass selbst treue Bullen nun nur noch begrenztes Aufwärtspotenzial auf dem aktuellen Niveau sehen. Die enorme Bandbreite der Kursziele – von 5,00 Euro bis 21,00 Euro (bzw. Dollar) – zeigt, dass der Markt noch keinen Konsens gefunden hat. Die nächsten Quartalszahlen von Nokia und das Tempo der KI-Infrastruktur-Investitionen werden vermutlich entscheiden, welches Lager recht behält.
Studio Global AI
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Handelsbanken senkt Nokia von „Kaufen“ auf „Halten“, erhöht aber das Kursziel von 10,20 auf 12,00 Euro – die Bewertung, nicht die Fundamentaldaten, waren der Auslöser.
Handelsbanken senkt Nokia von „Kaufen“ auf „Halten“, erhöht aber das Kursziel von 10,20 auf 12,00 Euro – die Bewertung, nicht die Fundamentaldaten, waren der Auslöser. Die Nokia Aktie ist in drei Monaten um knapp 70 Prozent und in zwölf Monaten um 170 Prozent gestiegen – getrieben von der KI und Rechenzentrums Nachfrage.
Das Analystenlager ist tief gespalten: Die einen sehen Nokia als strukturellen KI Infrastruktur Gewinner (Kursziel bis 21 Dollar), die anderen warnen vor einer überzogenen Bewertung (Kursziel bis 5 Dollar).
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| 26.03.2026 |