Die Schockwellen der COVID-19-Ära erreichen die Videospielbranche mit voller Wucht. Was nach dem Ende der Pandemie als allmähliche Abkühlung begann, hat sich 2026 zu einer beispiellosen Krise ausgeweitet. Ende Juni traf es zwei der größten Namen der Branche: Sony entließ Hunderte beim Destiny-Entwickler Bungie, Ubisoft vernichtete dutzende Jobs in Barcelona. Die Reaktionen der Führungsfiguren zeigen einen tiefen Riss: Während ein gefeierter Entwickler Hilfe anbietet und zur Gewerkschaftsbildung aufruft, rechtfertigt ein Top-Manager die Streichungen eiskalt als betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Ein faktenbasierter Überblick.
Was geschah: Am 25. Juni 2026 gab Sony eine massive Personalreduzierung bei seiner Tochterfirma Bungie in Bellevue (US-Bundesstaat Washington) bekannt. Laut einem offiziellen WARN-Bescheid (Arbeitnehmeranpassungs- und Umschulungsanzeige) wurden allein am Standort Bellevue 292 Beschäftigte entlassen; ihr letzter Arbeitstag ist der 9. Juli 2026 . Betroffen war „der Großteil des Destiny-Teams und einige Mitglieder des Marathon-Teams“, ebenso wie unterstützende SIE-Abteilungen
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Hintergrund: Es ist die dritte Kündigungswelle seit Sonys 3,6-Milliarden-Dollar-Übernahme im Jahr 2022 . Die vorherigen Runden:
Diesmal folgten die Kürzungen auf das Ende der Live-Service-Entwicklung von Destiny 2; das letzte Inhalts-Update erschien am 9. Juni 2026. Ein dritter Teil der Reihe ist nicht in Produktion, sodass das Team nicht aufgefangen werden konnte . Bungie konzentriert sich nun ganz auf den Extraction-Shooter Marathon und Inkubationsprojekte
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Die Kürzungen in Barcelona: Ubisoft kündigte einen Umstrukturierungsplan an, der 51 Arbeitsplätze im Studio Barcelona betrifft – rund 28 % der örtlichen Belegschaft. Der Standort soll sich künftig ausschließlich um die Entwicklung von Rainbow Six Siege kümmern . Die Streichungen trafen insbesondere das Team, das am Remake Assassin’s Creed Black Flag Resynced arbeitete, dessen Veröffentlichung für den 9. Juli geplant war
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Der Streik: Der Betriebsrat in Barcelona rief – unterstützt von der Gewerkschaft CGT – zu dreiwöchigen Teilstreiks ab dem 24. Juni 2026 auf. Die Arbeitsniederlegungen sind für jeden Dienstag und Donnerstag zwischen dem 30. Juni und dem 17. Juli angesetzt . Die Beschäftigten beklagen „die Entscheidungen des Managements“ und fordern eine Zusage, dass alle 51 betroffenen Spezialisten ihren Job behalten und die Arbeitsbedingungen geschützt werden
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Der größere Druck auf Ubisoft: Die Entlassungen in Barcelona sind nur ein Teil eines massiven Sparprogramms des französischen Publishers. Anfang Juni 2026 gab Ubisoft die Schließung der Studios in Winnipeg (Kanada) und Belgrad (Serbien) sowie weitere Kürzungen in Barcelona und der weltweiten Publishing-Abteilung bekannt – insgesamt sind bis zu 380 Arbeitsplätze in Gefahr . Berichten zufolge legte Ubisoft eine Nachrichtensperre über die Kürzungen, bevor viele der betroffenen Mitarbeiter überhaupt von ihrer Situation wussten
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Frühere Arbeitskämpfe: Französische Ubisoft-Gewerkschaften hatten im Februar 2025 den historisch ersten sektorweiten Streik organisiert; im Januar 2026 riefen fünf Gewerkschaften einen „massiven internationalen Streik“ gegen Entlassungen, Projektstreichungen und die verpflichtende Rückkehr ins Büro aus . Im November 2024 hatten die Gewerkschaften zudem Klage gegen Ubisofts Rückkehr-ins-Büro-Politik eingereicht
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Seine Reaktion: Paweł Sasko, stellvertretender Game Director für Cyberpunk 2 (Projekt Orion) bei CD Projekt RED, postete auf Social Media: „Manche Tage habe ich das Gefühl, unsere Branche implodiert. Teams und Spielprojekte werden im Zweitagesrhythmus dahingeschlachtet – man kann kaum noch Schritt halten“ .
Was er tat: Sasko hob hervor, dass sein eigenes Studio „gesegnet“ sei, noch einzustellen, und verwies betroffene Entwickler direkt auf offene Stellen bei CDPR – für The Witcher 4, Cyberpunk 2 und das neue IP Hadar, in Polen, den USA und Kanada . Bereits zuvor hatte er Entwickler zur Gründung von Gewerkschaften ermutigt: „Gemeinsam können wir etwas bewegen“
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Interessant ist, dass auch CD Projekt RED nicht immun gegen Kürzungen ist: 2023 entließ das Studio rund 100 Beschäftigte (ca. 9 % seiner Belegschaft) und begründete das mit Überkapazitäten . Diese Entlassungen führten direkt zur Gründung der polnischen Gewerkschaft Polish Gamedev Workers Union durch CDPR-Mitarbeiter
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Seine Reaktion im Juni 2026 (Bungie-Kürzungen): In einer internen E-Mail, die Sony am 25. Juni 2026 auf seiner offiziellen Website veröffentlichte, schrieb Hulst, die Reduzierung bei Bungie sei „erst nach ausführlichen Diskussionen und sorgfältiger Abwägung“ erfolgt, nachdem man die langfristige Ausrichtung und die Portfoliostrategie des Studios geprüft und „mehrere Alternativen“ ausgelotet habe . Die Kürzungen seien nötig, „um die Ressourcen des Studios mit seinen aktuellen Prioritäten und langfristigen Zielen in Einklang zu bringen“
. Er versprach Unterstützung beim Übergang und sagte zu, dass SIE versuchen werde, betroffene Mitarbeiter im weltweiten Studio-Netzwerk unterzubringen
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Seine frühere Haltung (PlayStation-Kürzungen 2024): Nachdem Sony im Februar 2024 900 Mitarbeiter in seinen PlayStation-Studios (darunter Insomniac, Naughty Dog, Guerrilla, Firesprite sowie die Schließung von London Studio) entlassen hatte, argumentierte Hulst öffentlich, die Kürzungen seien für ein „nachhaltiges Geschäft“ unvermeidlich gewesen . In einem Interview im Mai 2024 bezeichnete er die postpandemische Korrektur als unausweichlich: Während COVID habe „jeder von uns zu Hause gesessen und Spiele gespielt“, der daraus resultierende Geldsegen habe zu einer Überexpansion geführt, die nicht aufrechtzuerhalten sei
. Im Oktober 2024 sagte er zu Variety: „Es ist unsere Pflicht, unsere Ressourcenplanung zu überprüfen und sicherzustellen, dass wir ein nachhaltiges Geschäft führen“
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Die Entlassungen im Juni 2026 bei Bungie und Ubisoft Barcelona – und die diametral entgegengesetzten Reaktionen von Sasko und Hulst – zeigen eine Branche in einer tiefgreifenden Zäsur. Schätzungsweise 45.000 Arbeitsplätze gingen von 2022 bis Mitte 2025 im gesamten Sektor verloren . Die Bungie-Kürzungen markieren das faktische Ende von Destiny 2 als Live-Service-Titel; Ubisofts fortgesetzte Restrukturierung trifft auf zunehmenden gewerkschaftlichen Widerstand quer durch Europa. Der Kontrast zwischen einem Entwickler, der seinen Einfluss nutzt, um Jobs und Gewerkschaften anzubieten, und einem Top-Manager, der dasselbe Muster als notwendige unternehmerische Disziplin darstellt, fasst die grundlegende Spannung dieses Augenblicks perfekt zusammen.
Studio Global AI
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Ende Juni 2025 kündigte Sony die dritte Entlassungswelle bei Bungie seit der Übernahme 2022 an: mindestens 292 Mitarbeiter müssen gehen; das Destiny 2 Live Service Entwicklung wurde komplett eingestellt.
Ende Juni 2025 kündigte Sony die dritte Entlassungswelle bei Bungie seit der Übernahme 2022 an: mindestens 292 Mitarbeiter müssen gehen; das Destiny 2 Live Service Entwicklung wurde komplett eingestellt. Ubisoft strich 28 % der Belegschaft in Barcelona – betroffen war vor allem das Team von „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“.
CD Projekt Regisseur Paweł Sasko (Cyberpunk 2) twitterte: „Manchmal habe ich das Gefühl, unsere Branche implodiert.“ Er bot betroffenen Entwicklern Jobs in Polen, den USA und Kanada an.