Morgan Stanleys zentrale Annahme ist, dass AMDs EPYC-Venice-Prozessoren 2027 auf 6,75 Millionen Einheiten kommen, während Nvidias Vera-CPU im gleichen Zeitraum auf 5,75 Millionen Einheiten geschätzt wird . Das bedeutet einen Vorsprung für AMD von rund einer Million Stück oder etwa 17 % . Der Wachstumspfad für Venice ist steil: Von geschätzten 1,25 Millionen Einheiten im Jahr 2026 soll die Auslieferung sprunghaft ansteigen, sobald die Kapazitätsengpässe bei TSMCs 2-nm-Fertigung und CoWoS-Verpackung gelockert sind .
Diese Prognose würde AMD die mengenmäßige Führung in einem direkten CPU-Vergleich bescheren – ein bedeutender Erfolg, wenn man bedenkt, dass Nvidia erst vor Kurzem in den CPU-Markt eingestiegen ist. Der entscheidende Faktor ist, dass AMDs EPYC Venice die nächste Generation einer ausgereiften und höchst erfolgreichen Server-CPU-Reihe darstellt, während Nvidias Vera ein relativer Neuling ist . Die Daten deuten darauf hin, dass AMDs langjähriges EPYC-Ökosystem und seine Architektur-Roadmap einen Wettbewerbsvorteil bei der Auslieferungsmenge verschaffen.
Trotz des Rückstands in dieser spezifischen CPU-Prognose ist Nvidia insgesamt keineswegs entthront. Der Bericht betont, dass Nvidia voraussichtlich auch 2027 der mit Abstand größte Kunde für TSMCs moderne CoWoS-Verpackungstechnologie bleiben wird – vor allem für seine hochpreisigen KI-GPUs (Blackwell, Rubin) . Morgan Stanley prognostiziert, dass Nvidias Rechenzentrumsumsatz um rund 52 % im Jahresvergleich wachsen könnte, angetrieben durch eine Verdopplung der Vera-Auslieferungen und eine anhaltende GPU-Nachfrage . Allerdings zeigt der Bericht auch, dass die Nachfrage nach CoWoS zunehmend breiter wird: AMDs CPUs, Googles TPUs und die hauseigenen Chips der Cloud-Anbieter werden zu wichtigen Treibern des zusätzlichen Wachstums .
Die jüngsten Analystenaktionen zeigen eine stark optimistische Haltung gegenüber AMD, die insbesondere mit der Dynamik bei den Server-CPUs zusammenhängt. Zu den wichtigsten Einstufungen Ende Juni 2026 gehören:
Dieser Konsens deutet darauf hin, dass die Wall Street auf eine Renaissance von AMDs Server-CPUs setzt, wobei Morgan Stanleys Auslieferungsprognose ein wichtiger Datenpunkt für diese These ist.
Morgan Stanleys Prognose identifiziert TSMC eindeutig als den Dreh- und Angelpunkt der gesamten KI- und Server-Chip-Expansion. Die aktualisierte CoWoS-Nachfrageprognose des Berichts ist gewaltig:
Dieser Kapazitätsausbau ist nicht nur für Nvidia und AMD entscheidend, sondern für das gesamte KI-Ökosystem. Während Nvidia der wichtigste Kunde bleibt, weitet sich der Nachfragepool auf AMD (für EPYC Venice), Google (TPUs) und eine Reihe von Cloud-Anbietern mit ihren eigenen ASICs aus .
Morgan Stanleys Forschungsbericht vom Juni 2026 zeichnet das Bild eines Server-CPU-Marktes im Umbruch. AMDs EPYC Venice wird 2027 voraussichtlich einen klaren Mengenvorsprung vor Nvidias Vera-CPU erzielen – angetrieben von einer dominanten Architektur-Roadmap und modernster Fertigungstechnologie. Dies schmälert nicht die allgemeine Marktstärke von Nvidia – es bleibt der König bei CoWoS und den Rechenzentrumsumsätzen –, signalisiert aber, dass das CPU-Schlachtfeld ein zentraler Wettbewerbsbereich ist. Der wahre Gewinner ist TSMC, dessen moderne Verpackungstechnologien zum wichtigsten Engpass und zugleich zum entscheidenden Wegbereiter für den gesamten KI-getriebenen Halbleiterboom geworden sind.