Was hat diese heftige Kehrtwende ausgelöst? Und warum entfachte eine 25-Milliarden-Anleihe eine grundsätzliche Debatte darüber, ob die globalen Kapitalmärkte in einer „Blasenzone" stecken?
Der Rückgang um mehr als 24 Prozent war keinem einzelnen Ereignis geschuldet. Vier Faktoren trafen innerhalb einer Woche zusammen.
Die Aktie hatte sich in wenigen Tagen mehr als verdoppelt. Dann kam die Ernüchterung: Spekulative Euphorie wich, und frühe Investoren sicherten ihre Gewinne . Von den gesamten Aktien waren beim Börsenstart nur 4,2 Prozent handelbar – dieser geringe Anteil verstärkte sowohl den Anstieg als auch den folgenden Absturz
. CNBC berichtete von einer dreitägigen Verlustserie, die 400 Milliarden Dollar an Marktwert vernichtete und fast alle spektakulären IPO-Gewinne zunichtemachte
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Am 16. Juni gab SpaceX bekannt, das Unternehmen Anysphere – Entwickler des KI-Programmiertools Cursor – in einem Aktientauschgeschäft im Wert von rund 10 Milliarden Dollar zu übernehmen . Anleger reagierten negativ: Der reine Aktientausch verwässert den Wert für Anleger, die erst wenige Tage zuvor Aktien gekauft hatten
. Zudem stellte sich die Frage, warum ein Unternehmen, das gerade 75 bis 86 Milliarden Dollar am Kapitalmarkt eingesammelt hatte, so schnell wieder große Übernahmen tätigt
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Am 22. und 23. Juni bestätigte SpaceX seine erste Anleiheemission. Ursprünglich waren 20 Milliarden Dollar geplant, am Ende wurden 25 Milliarden Dollar in fünf Tranchen mit Laufzeiten von 2031 bis 2056 und Zinssätzen zwischen 5,35 und 6,65 Prozent platziert . Die Aktie stürzte am 22. Juni um 16,4 Prozent ab – der größte Tagesverlust seit der Notierung
. Analysten verwiesen auf wachsende Bedenken hinsichtlich der höheren Zinsaufwendungen und der drohenden Freigabe von Aktien, wenn die Lock-up-Fristen in den kommenden Monaten auslaufen
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Der Zweck der Anleihe verstärkte die Verunsicherung. SpaceX verwendete die Erlöse, um teure Schulden abzulösen, die mit Elon Musks Übernahme von X (früher Twitter) im Jahr 2022 und hochverzinslichen Krediten des KI-Labors xAI zusammenhingen . Kritiker merkten an, dass IPO und Anleiheverkauf letztlich Musks persönliche Übernahmeschulden auf die SpaceX-Bilanz übertrugen – eine Hebelwirkung, die bei einem Unternehmen, das ohnehin mit Fragen zu Starlinks Wachstum und der Abhängigkeit von staatlichen Aufträgen kämpft, für zusätzliche Bedenken sorgte
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Der Rückfall von SpaceX fiel nicht vom Himmel. Die Aktie verlor parallel zu einer breiten Talfahrt bei Technologie- und KI-Werten. Alphabet erlebte am selben Montag, an dem SpaceX 400 Milliarden Dollar an Wert verlor, den schlimmsten Tagesverlust seit über einem Jahr . Steigende Ölpreise und makroökonomische Unsicherheiten verstärkten den Druck zusätzlich
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Trotz der Panik an den Aktienmärkten war der Anleiheverkauf selbst ein logistischer Erfolg – allerdings zeigte er eine deutliche Kluft zwischen euphorischen Aktienanlegern und skeptischen Anleihekäufern.
Enorme Nachfrage, vorsichtige Preisgestaltung. Die Anleiheemission verzeichnete Bestellungen von bis zu 89 Milliarden Dollar – weit mehr als das Angebot von 25 Milliarden Dollar . Allerdings wurden die Anleihen zu einem Aufschlag von 1,4 Prozentpunkten über US-Staatsanleihen begeben, rund 0,4 Prozentpunkte mehr als der durchschnittliche Spread für vergleichbare Emittenten. Bloomberg berichtete, dass dies zeige, dass der Anleihemarkt deutlich vorsichtiger sei als der Aktienmarkt
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Schwache Sekundärmarkt-Performance. Bereits wenige Tage nach der Emission gerieten SpaceX-Anleihen unter ungewöhnlichen Verkaufsdruck. Die Kreditaufschläge weiteten sich aus, die Finanzierungskosten stiegen. Marktbeobachter verwiesen auf den „konzentrierten Abzug von kurzfristigem Kapital, die Volatilität am Aktienmarkt und Bedenken hinsichtlich negativer Cashflows" als Auslöser . Morningstar berichtete, dass Gläubiger Zweifel an den länger laufenden SpaceX-Anleihen äußerten – ein Zeichen für eine zunehmende Prüfung des KI-Investitionsrausches
. Drei der zehn meistgehandelten Anleihen an einem bestimmten Handelstag stammten von SpaceX – aber sie wurden schwächer gehandelt, nicht stärker
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xAI verbrennt Geld – das Risiko wächst. Der Anleihendeal stützt faktisch xAI. Das KI-Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr 3,2 Milliarden Dollar Umsatz, machte aber einen operativen Verlust von 6,4 Milliarden Dollar. Das bedeutet, dass der Kreditmarkt nun ein Geschäft finanziert, das mit großem Abstand cashflow-negativ ist .
Die Anleiheemission löste breitere Ängste vor Marktübertreibungen aus. Ludovic Subran, Chef-Anlagestratege der Allianz-Gruppe, warnte: Die Fähigkeit von SpaceX, unmittelbar nach einem Rekord-IPO – trotz hoher Barreserven – eine 25-Milliarden-Anleihe zu platzieren, sei ein Zeichen dafür, dass sich die globalen Kapitalmärkte in einer „Blasenzone" befänden. Er beschrieb die Situation als einen Zustand, in dem „es keine schlechten Deals mehr gibt" . Subran charakterisierte die Verschiebung als „von einer gesunden Expansion zu einem überdehnten Boom"
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Auch andere Analysten schlossen sich an. CFRA-Analyst Keith Snyder äußerte Bedenken hinsichtlich „der Dringlichkeit für Unternehmen, ihr Kapital klug anzulegen" . Analysten von Susquehanna und KeyBanc warnten vor aggressiven Wachstumsannahmen und möglicher Überbewertung
. Die Leerverkäufe stiegen sprunghaft an; Ortex berichtete von einem starken Anstieg der Short-Positionen gegen SpaceX-Aktien
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Der Rückgang um mehr als 24 Prozent folgte einem klassischen „Buy the Rumor, Sell the News"-Muster nach extremer IPO-Euphorie – verstärkt durch eine große, verwässernde Übernahme, eine überraschende 25-Milliarden-Anleihe, die die Verschuldung erhöhte, und eine allgemeine Tech-Schwäche. Die Anleiheemission selbst löste eine heftige Debatte aus: Die Nachfrage war enorm, aber Preisgestaltung und Sekundärmarkt-Performance zeigten, dass Anleiheinvestoren weitaus vorsichtiger sind als Aktieninvestoren. Prominente Stimmen wie der Allianz-CIO warnten, die gesamte Episode sei ein Symptom für einen überhitzten, blasenartigen Markt.
Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob Starlinks Satelliteninternet-Umsätze und SpaceX' staatliche Startverträge ausreichen werden, um die hohen Ausgaben von xAI zu finanzieren, bis das KI-Unternehmen profitabel wird . Die Aktie, die Ende Juni rund 31 Prozent unter ihrem Höchststand notierte, steht nun vor einer weiteren Belastung: Gestaffelte Lock-up-Fristen könnten in den kommenden Monaten Millionen von Insider-Aktien auf den Markt bringen
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