Das Herzstück des LYTIA 610 ist die RB2×2-OCL (On-Chip Lens) Pixelstruktur. Sony bezeichnet sie als die weltweit erste massenproduzierte Sensorarchitektur dieser Art. Sie löst einen grundlegenden Zielkonflikt bei kompakten Sensoren: den Spagat zwischen hoher räumlicher Auflösung und schnellem, zuverlässigem Phasen-Autofokus.
Statt alle Pixel mit derselben Linsenstruktur auszustatten, teilt Sony die Aufgaben auf:
Sony hat eine spezielle Array-Konvertierungsverarbeitung (Remosaicing) entwickelt, um aus diesem hybriden Layout das endgültige Bild zu rekonstruieren. Das Unternehmen gibt an, dass dieser Ansatz den Auflösungsverlust herkömmlicher 2×2-OCL-Designs reduziert und gleichzeitig eine starke Autofokusleistung beibehält.
Sony vergleicht den LYTIA 610 direkt mit seinem früheren 0,7-μm-Pixel-Design, dem LYTIA 601. Der LYTIA 610 erreicht eine um mehr als 20 Prozent höhere räumliche Auflösung im Vergleich zum Vorgänger. Diese Verbesserung resultiert aus dem hybriden OCL-Design, das den Auflösungsnachteil herkömmlicher 2×2-OCL-Anordnungen reduzieren soll.
Der LYTIA 610 unterstützt 4K-Video mit 120 Bildern pro Sekunde, ermöglicht durch eine verbesserte Ausleseleistung. Laut Sony wurde die Auslesegeschwindigkeit durch feinere Prozesstechnologie für die Logikschaltung und parallele Optimierung des AD-Wandlers verdoppelt. Damit ist er der erste 1/2-Zoll-Sensor von Sony mit 4K-120fps-Unterstützung.
Für Fotos sorgt die 64-MP-Auflösung für detailreiche Aufnahmen in kompakten Kameramodulen. Der Sensor beherrscht zudem 4K-HDR-Video mit 60 Bildern pro Sekunde für Szenen mit hohem Kontrastumfang. Als Hardware-Schnittstellen kommen sowohl MIPI C-PHY als auch D-PHY zum Einsatz.
Der LYTIA 610 ist explizit für Telekameras konzipiert, nicht für Hauptkameras. Seine hohe Auflösung kommt besonders beim Zoomen zum Tragen, wo Detailtreue und Bildqualität entscheidend sind. Sony verfolgt mit diesem Sensor das Ziel, die Qualitätslücke zwischen Haupt- und Telekamera zu schließen.
Der LYTIA 610 und der eine Woche zuvor angekündigte LYTIA L910 besetzen unterschiedliche Rollen in Sonys mobiler Imaging-Strategie 2026.
| Merkmal | LYTIA 610 | LYTIA L910 |
|---|---|---|
| Angekündigt | 24. Juni 2026 | 17. Juni 2026 |
| Zielbereich | Tele-/Zoomkamera | HDR-Bildsensor |
| Format | 1/2 Zoll (8,1 mm Diagonale) | 1/1,28 Zoll (12,5 mm Diagonale) |
| Auflösung | Ca. 64 MP | Ca. 50 MP |
| Pixelgröße | 0,7 μm | 1,22 μm |
| Schlüsseltechnik | RB2×2-OCL-Pixelstruktur | LOFIC + Triple Conversion Gain HDR |
| Dynamikumfang | Nicht als Hauptmerkmal genannt | 100 dB Single-Exposure-HDR |
| Video | 4K 120fps | 4K 60fps |
| Auslieferung | Ende Juni 2026 | Sommer 2026 |
| Positionierung | Kompakter Tele-Subkamera-Sensor | Großer HDR-Sensor für Hauptkameras |
Der LYTIA L910 ist ein größerer 1/1,28-Zoll-Sensor mit rund 50 MP. Er nutzt LOFIC-Technologie und Triple Conversion Gain HDR, um einen Dynamikumfang von 100 dB aus einer einzigen Belichtung zu erreichen.
Der LYTIA 610 ist dagegen ein kompakter 1/2-Zoll-Sensor, der speziell für Tele-Subkameras optimiert ist. Sein Alleinstellungsmerkmal ist die Kombination aus höherer Auflösung und besserem Autofokus in einem kleinen Format.
Zusammen deuten die beiden Sensoren auf eine zweigleisige Sony-Mobilstrategie hin: Der LYTIA L910 fokussiert auf hohen Dynamikumfang für große Kameramodule, der LYTIA 610 bringt eine neuartige Pixelarchitektur in Telekameras.