Die Plattform bietet zwei unterschiedliche Arbeitsabläufe, die über die Browser-Oberfläche zugänglich sind :
Quick-Modus – Ein geführter, optimierter Workflow für eine schnelle Erstevaluierung der MCU-Funktionen und -Leistung. Ingenieure können grundlegende Funktionen ohne tiefgehende Konfiguration rasch beurteilen.
Expert-Modus – Eine vollwertige Entwicklungsumgebung, die tiefere Einblicke ermöglicht: Register konfigurieren, individuelle Testsequenzen ausführen und detailliertes Debugging betreiben.
Die genaue Funktionsweise der beiden Modi ist in den bisher verfügbaren Quellen noch nicht im Detail beschrieben .
Die Plattform läuft als nativer AWS-Cloud-Dienst und wird als „powered by Amazon Web Services“ beschrieben . Sie basiert auf der Virtual Engineering Workbench, einem Open-Source-Angebot von AWS, das von Automobil- und Fertigungskunden für digitale Toolchains, Hardware-Virtualisierung und Infrastruktur-Management genutzt wird
. Die Plattform nutzt AWS-Rechen- und Virtualisierungsinfrastruktur, um eine Echtzeit-MCU-Emulation im Browser zu ermöglichen.
Die Plattform wurde am 22. Juni 2026 angekündigt. Sie wird zunächst ausgewählten Kunden im Laufe des Jahres 2026 zur Verfügung gestellt, eine breitere Verfügbarkeit soll später folgen .
Die Plattform enthält bereits virtuelle Modelle der nächsten Generation von Infineons RISC-V-basierten MCUs . Dies baut auf früheren Arbeiten von Infineon auf: Bereits im März 2026 erweiterte Infineon sein DRIVECORE-Portfolio um ein RISC-V-Virtual-Entwicklungspaket, was zeigt, dass die RISC-V-Architektur ein zentrales Ziel für die virtuelle Evaluierung ist
. Schon 2024 hatte Infineon in Partnerschaft mit Synopsys einen virtuellen Prototypen seiner nächsten RISC-V-MCU-Generation vorgestellt
.
Die Plattform ermöglicht es Produktteams, neue MCU-Varianten über automatisierte Build- und Deployment-Pipelines auf AWS zu paketieren und zu veröffentlichen . Sie enthält eine Nutzungsverfolgung und Analysefunktionen, sodass Teams nachvollziehen können, wie Ingenieure mit jeder virtuellen MCU-Variante interagieren. Diese Daten helfen dabei, die Priorisierung der nächsten freizugebenden Varianten zu steuern und frühe Einführungsmuster zu erkennen
.
Die Plattform spiegelt den branchenweiten „Shift-Left“-Entwicklungstrend der Automobilindustrie wider: Hardware- und Software-Validierung erfolgt früher im Entwicklungszyklus – weg von physischen Prototypen hin zu virtuellen oder Cloud-Umgebungen . Dieser Ansatz verkürzt die Entwicklungszeit, reduziert die Abhängigkeit von knappen physischen Mustern und ermöglicht die parallele Entwicklung von Hardware und Software. AWS und andere Branchenakteure propagieren diese Methodik seit längerem – mit dem Hinweis, dass Shift-Left-Techniken Tests früher und in der Cloud in großem Maßstab ermöglichen, sodass Fehler in einem Stadium erkannt werden, in dem sie kostengünstiger zu beheben sind
.
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