Binance hat am Samstag, dem 7. November 2026, einen Wechsel an der Spitze seiner Finanzabteilung angekündigt: Kaiser Ng verlässt die weltgrößte Kryptobörse, Justin Yek übernimmt den Posten des Finanzchefs. Die Nachricht kam neun Tage nach dem Diebstahl von Kryptowerten im geschätzten Umfang von 6,3 Milliarden US-Dollar.
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Der zeitliche Abstand fällt auf. Binance stellte den Wechsel jedoch als geplante Nachfolge dar: Co-Chefin Yi He erklärte, Ng wolle nach mehr als fünf Jahren im Unternehmen ein neues Vorhaben verfolgen. Die Übergabe sei bereits im Laufe des vergangenen halben Jahres vorbereitet worden. Einen Zusammenhang zwischen Ngs Abschied und dem Angriff stellte sie in der Mitteilung nicht her.
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Wer ist der neue Finanzchef?
Yek war zuletzt Vizepräsident für Finanzen beim Zahlungsdienstleister Airwallex. Laut einem Bericht zu seiner Ernennung leitete er zuvor bei Morgan Stanley das Investmentbanking für Technologieunternehmen in Südostasien und arbeitete außerdem bei Citigroup.
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Was beim Angriff geschah
Am 29. Oktober wurden rund 6,3 Milliarden Dollar aus Binance-Wallets abgezogen, die der Börse zufolge zur Abwicklung von Transaktionen dienten. Der Großteil der Bewegung spielte sich nach Auswertung von Blockchain-Daten innerhalb von etwa 20 Minuten ab. Die Gelder verteilten sich auf mehrere Netzwerke; TRM Labs bezifferte die Zahl der betroffenen Blockchains auf zehn.
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Binance erklärte in einem ersten Update, der Angriff könnte mit dem kompromittierten Laptop eines DevOps-Mitarbeiters zusammenhängen. Über diesen Zugang seien unautorisierte Auszahlungsanweisungen eingereicht worden. Das Unternehmen meldete zugleich, es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass private Wallet-Schlüssel abgeflossen seien.
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Das FBI machte Nordkorea für den Angriff verantwortlich und nannte die staatlich unterstützte Gruppe TraderTraitor. Nordkorea wies die Vorwürfe als „absurde Rhetorik“ zurück.
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Binance sagt, Kunden sollen nicht für die Verluste aufkommen
Die Börse setzte Auszahlungen vorübergehend aus und versprach, die Verluste selbst zu tragen. Binance erklärte, mehr als 6,34 Milliarden Dollar an Unternehmensmitteln bereitgestellt zu haben; davon seien fünf Milliarden Dollar in den betroffenen Kryptowerten gehalten worden. Reuters berichtete zudem, Binance habe für die Deckung auf Mittel aus der Unternehmenskasse, einen Versicherungsfonds und Sicherheitsreserven zurückgegriffen.
Nach mehr als zwei Tagen wurden Auszahlungen am 1. November schrittweise wieder freigeschaltet. Bis zum 3. November hatten Kunden netto 4,72 Milliarden Dollar abgezogen – laut den damaligen Berichten ungefähr drei Prozent der auf der Plattform gehaltenen Vermögenswerte. Binance erklärte später, die Abflüsse hätten sich normalisiert und die finanzielle Lage des Unternehmens sei „sehr stark“.
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Auch ein Teil der gestohlenen Gelder wurde eingefroren. Binance meldete zunächst, gemeinsam mit Partnern rund drei Milliarden Dollar an betroffenen Vermögenswerten blockiert zu haben. Elliptic bestätigte später eingefrorene oder beschlagnahmte Mittel von etwa 2,85 Milliarden Dollar, überwiegend in den Stablecoins USDT und USDC. Elliptic zufolge wurden weitere Gelder in Ether und andere Vermögenswerte getauscht.
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Größter bekannter Krypto-Diebstahl
Elliptic bezifferte den Binance-Diebstahl auf 6,43 Milliarden Dollar und verglich ihn mit dem Angriff auf Bybit im Februar 2025, bei dem 1,46 Milliarden Dollar gestohlen wurden. Damit war der Binance-Fall nach dieser Analyse mehr als viermal so groß.