Bitcoin legte nach den US-Zwischenwahlen zunächst zu und stieg am 4. November über 80.000 Dollar. Doch der Aufschwung hielt nicht lange: Am Donnerstag geriet der Kryptomarkt zusammen mit Technologie- und KI-Aktien unter Druck. Bitcoin fiel zeitweise auf rund 75.200 Dollar – den niedrigsten Stand seit Mitte September – und bewegte sich am Freitag wieder um 76.000 Dollar.
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Der Auslöser kam von der Wall Street
Der direkte Auslöser war vor allem die Schwäche bei Tech- und Chipaktien. Zweifel an den Erträgen hoher KI-Investitionen und enttäuschende Geschäftszahlen belasteten die Stimmung an den Börsen; der Rückgang griff auf andere risikoreiche Anlagen wie Bitcoin über.
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Auch die Wahlergebnisse spielten in die Unsicherheit hinein. Die Demokraten gewannen bei den Zwischenwahlen die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses. Anleger sorgten sich unter anderem, dass sich der politische Rückenwind für eine schnelle KI-Expansion abschwächen könnte. Zugleich könnte der weitere Weg des geplanten Krypto-Marktstrukturgesetzes CLARITY Act schwieriger werden.
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18 Die verfügbaren Berichte weisen jedoch vor allem auf den Tech-Ausverkauf als unmittelbaren Auslöser des Rückgangs hin.
Gehebelte Verkäufe verstärkten den Kursrutsch
Als Bitcoin fiel, wurden zahlreiche gehebelte Positionen automatisch geschlossen. Mehr als 1,1 Milliarden Dollar an bullischen Krypto-Wetten wurden liquidiert. Solche Zwangsverkäufe können einen Rückgang beschleunigen: Sinkt der Kurs, müssen Positionen geschlossen werden, was zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugt.
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Dass ein Teil der gehebelten Positionen damit aus dem Markt verschwand, reichte allerdings nicht aus, um eine kräftige Erholung auszulösen. Die verfügbaren Berichte beschreiben Spot-Käufe und institutionelle Mittelzuflüsse als zu schwach, um den Verkaufsdruck überzeugend auszugleichen.
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ETF-Abflüsse bremsten die Erholung
Auch die US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Donnerstag deutliche Abflüsse: Insgesamt zogen Anleger rund 430 Millionen Dollar ab.
20 Am Freitag kehrte Bitcoin zwar über die Marke von 76.000 Dollar zurück, doch ein Kursanstieg nach einem Ausverkauf ist nicht automatisch ein Zeichen für neue, starke Nachfrage. Eine der Berichte beschrieb die Bewegung eher als nachlassenden Verkaufsdruck denn als frische Käufe.
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Am Freitag kam der Arbeitsmarktbericht hinzu
Die US-Wirtschaft schuf im Oktober 165.000 Stellen; die Arbeitslosenquote sank von 4,2 auf 4,1 Prozent. Die stärkeren Arbeitsmarktdaten erhöhten die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Höhere Zinsen können riskante Anlagen wie Bitcoin belasten – dieser Faktor kam jedoch erst am Freitag hinzu und erklärt nicht den Ausverkauf vom Donnerstag.
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Stabilisierung ist noch keine Trendwende
Der große Binance-Hack vom 29. Oktober, bei dem laut Berichten digitale Vermögenswerte im Wert von etwa 6,3 Milliarden Dollar gestohlen wurden, und die anschließenden Kundenabhebungen hatten die Stimmung im Kryptomarkt bereits belastet. Der Vorfall bildete damit einen schwierigen Hintergrund, war aber nicht der alleinige Auslöser des späteren, von Tech-Aktien geprägten Rückgangs.
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Unterm Strich trafen mehrere Belastungen aufeinander: fallende Tech-Aktien, politische Unsicherheit, Zwangsliquidationen und Abflüsse aus Bitcoin-ETFs. Dass sich der Kurs am Freitag um 76.000 Dollar hielt, zeigte zunächst nur, dass der Verkaufsdruck nachließ. Für eine überzeugende Trendwende wären auch anhaltende Nachfrage und stärkere Zuflüsse nötig.
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