AMD könnte Intel im vierten Quartal beim Umsatz erstmals übertreffen – vorausgesetzt, beide Unternehmen erreichen ihre Prognosen. AMD rechnet mit 17 Milliarden US-Dollar Umsatz, plus oder minus 3 Prozent. Intels Spanne liegt bei 15 bis 16 Milliarden. Hinter dem möglichen Vorsprung stehen AMDs stark wachsendes Datacenter-Geschäft und Intels schwächere Aussichten angesichts verhaltener PC-Nachfrage und Produktionsproblemen. Noch ist das allerdings eine Prognose, kein ausgewiesenes Ergebnis. Auch AMDs kräftiger Lageraufbau dürfte für Anleger ein wichtiger Prüfpunkt sein.
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AMDs Prognose liegt über Intels gesamter Spanne
AMD stellt für das vierte Quartal einen Umsatz von 16,49 bis 17,51 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Intel erwartet 15 bis 16 Milliarden US-Dollar. Aus den Mittelwerten ergibt sich ein Abstand von 1,5 Milliarden US-Dollar – rund 9,7 Prozent von Intels Prognosemitte. Selbst AMDs untere Schätzung liegt noch 490 Millionen US-Dollar über Intels oberer.
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Auch im Vergleich mit den Erwartungen am Markt fällt AMDs Ausblick stark aus: Der Mittelwert von 17 Milliarden US-Dollar liegt rund 4 bis 5 Prozent über veröffentlichten Analystenschätzungen von 16,23 beziehungsweise etwa 16,3 Milliarden. Intels Spanne bleibt dagegen unter dem Analystenkonsens von rund 17 Milliarden US-Dollar.
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Die jüngsten Ergebnisse geben AMDs Ausblick zusätzlichen Kontext. Im dritten Quartal erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 13,38 Milliarden US-Dollar – 45 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und mehr als die erwarteten 13,09 Milliarden. AMDs Umsatzprognose für das vierte Quartal liegt in der Mitte rund 27 Prozent über diesem Q3-Wert.
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Datacenter-Geschäft treibt AMDs Wachstum
AMD setzte im dritten Quartal mit seinem Datacenter-Geschäft 8,55 Milliarden US-Dollar um, ein Rekord und ein Plus von 97 Prozent im Jahresvergleich. Damit entfielen rund 64 Prozent des Gesamtumsatzes auf diesen Bereich. Zum Wachstum trugen sowohl EPYC-Serverprozessoren als auch AMDs KI-Produkte bei.
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AMD baut sein KI-Angebot über einzelne Beschleuniger hinaus aus. Die Instinct-MI455X-Beschleuniger sind Teil des rackbasierten Helios-Systems; zugleich sollen die Produktion von Helios und der Prozessorserie Venice hochgefahren werden. Eine veröffentlichte Schätzung setzt AMDs Datacenter-Umsatz im vierten Quartal bei rund 12,8 Milliarden US-Dollar an – etwa drei Viertel der Umsatzmitte von 17 Milliarden. Das ist eine aus der Gesamtprognose abgeleitete Schätzung, keine separat bestätigte Segmentprognose.
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AMD-Chefin Lisa Su rechnet für 2027 mit einem Umsatzwachstum von mehr als 80 Prozent. Analysten erwarten im Schnitt 77 Prozent. Su geht außerdem davon aus, dass Datacenter-Chips im kommenden Jahr rund 80 Prozent des Umsatzes ausmachen werden. Es handelt sich um Erwartungen für die Zukunft, nicht um bereits erzielte Ergebnisse.
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Gleichzeitig lief es in AMDs Client- und Gaming-Geschäft zuletzt schwächer: Der gemeinsame Umsatz dieser Bereiche sank im dritten Quartal im Jahresvergleich um 8 Prozent auf rund 3,72 Milliarden US-Dollar. Damit hängt viel davon ab, ob das Wachstum im Datacenter-Geschäft den Gesamtkurs des Unternehmens tragen kann.
Intel kämpft mit PC-Schwäche und Produktionsausfällen
Intel prognostiziert für das vierte Quartal 15 bis 16 Milliarden US-Dollar Umsatz – weniger als die Analystenerwartung von rund 17 Milliarden. Als Belastungen gelten die schleppende PC-Nachfrage und Störungen in der Lieferkette.
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Ein Zwischenfall im Intel-Werk im israelischen Kiryat Gat beeinträchtigte den Betrieb rund zwei Wochen lang. Das Unternehmen schätzte den entgangenen Umsatz über zwei Quartale auf etwa 600 Millionen US-Dollar, davon rund 300 Millionen im vierten Quartal. Berichten zufolge dürfte die Störung außerdem die Lieferung von KI-Serverchips verringern.
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Zu den Produktionsproblemen kommt der schwache PC-Markt. Die verfügbaren Zahlen zeigen jedoch nicht, welcher Anteil der Umsatzlücke auf den Zwischenfall, die Nachfrage oder andere Einschränkungen bei der Versorgung zurückgeht. Diese Faktoren sollten daher nicht als austauschbare Erklärungen behandelt werden.
Worauf Anleger jetzt achten sollten
AMD-Aktien stiegen nach Veröffentlichung der Ergebnisse im nachbörslichen Handel um rund 8 Prozent und am folgenden Morgen vorbörslich um 7,3 Prozent. Das zeigt die unmittelbare Reaktion auf den Ausblick, sagt aber nichts darüber aus, wie sich die Aktie längerfristig entwickeln wird.
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AMD meldete außerdem einen sequenziellen Lageraufbau um rund 3 Milliarden US-Dollar auf etwa 11,5 Milliarden. Das Unternehmen stockte seine Bestände auf, um die erwartete Nachfrage im Datacenter-Geschäft bedienen zu können. Ein solcher Aufbau kann einen Produktionshochlauf unterstützen. Die nächsten Ergebnisse werden aber zeigen müssen, ob daraus auch Verkäufe werden. Neben dem Umsatz dürften deshalb Lagerbestände und Cashflow wichtig sein – ein Umsatzplus allein belegt noch keine gesunde Umwandlung von Beständen in Erlöse.
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Der entscheidende Test für den möglichen Wechsel an der Spitze ist, ob AMD seine Umsatzprognose für das vierte Quartal erreicht und das Datacenter-Wachstum aufrechterhält. Gelingt das, könnte der Konzern Intel in diesem Quartal beim Umsatz überholen. Bis die Ergebnisse vorliegen, bleibt der Vorsprung jedoch eine Projektion.