Palantir hat im dritten Quartal 2026 erstmals mehr als 2 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Der Umsatz sprang im Jahresvergleich um 96 Prozent auf 2,313 Milliarden Dollar und lag damit klar über den Erwartungen. Ein weiterer Einschnitt: In den USA brachte das Geschäft mit Unternehmen erstmals mehr ein als das Geschäft mit der Regierung. Doch beim Blick nach vorn lohnt sich auch ein Blick auf die Buchungen: Der Vertragswert wuchs wesentlich langsamer als der Umsatz.
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Umsatz und Gewinn über den Erwartungen
Im Quartal bis zum 30. September erzielte Palantir einen Umsatz von 2,313 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 2,18 Milliarden gerechnet. Gegenüber dem Vorquartal entsprach das einem Plus von 20 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 0,44 US-Dollar; erwartet worden waren 0,41 Dollar.
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Die Erlöse in den USA stiegen um 119 Prozent auf insgesamt 1,937 Milliarden Dollar. Innerhalb dieses Geschäfts legte der kommerzielle Bereich – also Verkäufe an Unternehmen – um 148 Prozent auf 984 Millionen Dollar zu. Damit übertraf er erstmals den US-Regierungsbereich, der 953 Millionen Dollar Umsatz verzeichnete.
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Auch die ausgewiesenen Gewinne waren hoch: Das bereinigte operative Ergebnis erreichte 1,427 Milliarden Dollar, bei einer Marge von 62 Prozent. Nach GAAP-Rechnungslegung betrug das operative Ergebnis 1,085 Milliarden Dollar – eine Marge von 47 Prozent. Der GAAP-Nettogewinn lag bei 1,128 Milliarden Dollar, verglichen mit 475,599 Millionen im Vorjahresquartal. Palantir meldete zudem einen Rule-of-40-Wert von 158 Prozent.
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Karp spricht von außergewöhnlicher KI-Nachfrage
Konzernchef Alex Karp bezeichnete das Umsatzwachstum von 96 Prozent als „absolut bemerkenswert“. Die Nachfrage in den USA nach Palantirs Lösungen für souveräne KI sei „absolut unstillbar“, sagte er.
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In der Mitteilung zum Quartal beschrieb Karp die „Sovereign-AI-Bewegung“ als Auslöser für die „dramatischste Kluft zwischen den Gewinnern und den Verlierern“, die er in 30 Jahren Geschäftstätigkeit erlebt habe.
Höhere Jahresprognose – auch für den freien Cashflow
Palantir hob seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 8,530 bis 8,534 Milliarden Dollar an. Das entspricht einem erwarteten Wachstum von rund 91 Prozent. Der neue Mittelwert der Prognose bedeutet laut Unternehmen eine um neun Prozentpunkte höhere Wachstumsannahme als zuvor.
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Für das US-Kommerzgeschäft rechnet Palantir nun mit mehr als 3,559 Milliarden Dollar Umsatz – einem Wachstum von mindestens 143 Prozent im Jahresvergleich. Für das vierte Quartal stellte das Unternehmen Erlöse von 2,649 bis 2,653 Milliarden Dollar in Aussicht.
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Auch die Prognose für den bereinigten freien Cashflow im Gesamtjahr wurde angehoben: auf 4,8 bis 5,0 Milliarden Dollar.
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Buchungen wachsen deutlich langsamer als der Umsatz
Der im dritten Quartal abgeschlossene Gesamtvertragswert (Total Contract Value, TCV) lag bei 2,918 Milliarden Dollar, 6 Prozent über dem Vorjahreswert. Im zweiten Quartal hatte der TCV noch 3,373 Milliarden Dollar erreicht und war gegenüber dem Vorjahr um 49 Prozent gestiegen. Der TCV im US-Kommerzgeschäft wuchs im dritten Quartal um 11 Prozent, nach einem Plus von 153 Prozent im zweiten Quartal.
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Diese Lücke zwischen stark steigendem Umsatz und langsamer wachsendem Vertragswert macht die künftigen Buchungen und deren Umwandlung in Umsatz zu wichtigen Beobachtungspunkten. Sie ist für sich genommen aber kein Beleg dafür, dass Umsatzwachstum oder Cashflow bereits nachlassen.
Der bereinigte freie Cashflow betrug im Quartal 1,216 Milliarden Dollar und lag damit knapp unter den 1,220 Milliarden des Vorquartals. Die Marge sank von 63 auf 53 Prozent. Der Cashflow blieb damit beträchtlich; die niedrigere Marge ist jedoch eine Kennzahl, die Anleger weiter verfolgen können.
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Die verfügbaren Angaben belegen den Gewinn- und Umsatzüberraschungseffekt sowie die angehobene Prognose. Sie reichen jedoch nicht aus, um die Kursreaktion nachbörslich oder Palantirs Entwicklung im Oktober im Vergleich zum Invesco QQQ Trust verlässlich zu beziffern.