Die Intel-Aktie verlor am 30. Oktober 28,58 Prozent. Damit büßte der Konzern laut einer Schätzung fast 140 Milliarden US-Dollar an Börsenwert ein. Der Auslöser war vor allem der enttäuschende Ausblick für das vierte Quartal: Intel rechnet mit schwächerer PC-Nachfrage und Einschränkungen bei der Versorgung. Die guten Quartalszahlen und das kräftige Wachstum im KI- und Rechenzentrumsgeschäft reichten nicht aus, um diese Sorgen aufzuwiegen.
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Der Ausblick wog schwerer als der Quartalsgewinn
Intel meldete für das dritte Quartal rund 16,5 Milliarden US-Dollar Umsatz – 21 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn lag bei 52 Cent je Aktie und damit über der Analystenschätzung von 40 Cent. Die Erlöse aus Rechenzentrum und KI stiegen um 78 Prozent auf 7,3 Milliarden US-Dollar.
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Doch für das vierte Quartal stellte Intel nur 15 bis 16 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht. Analysten hatten im Schnitt mit etwa 17 Milliarden gerechnet. Beim bereinigten Gewinn erwartet das Unternehmen 25 Cent je Aktie; die Markterwartung lag bei 43 Cent.
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Zusätzlich erklärte Intel, für das Gesamtjahr keinen positiven Cashflow zu erwarten. Das schürte Zweifel daran, wie gut sich die Investitionen in den Ausbau der Produktion mit der Schwäche am PC-Markt vereinbaren lassen.
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Schwache PC-Nachfrage und teurerer Speicher belasten den Ausblick
Intels PC-Chipgeschäft stand bereits unter Druck: Der Umsatz sank im dritten Quartal um 5 Prozent auf 8,10 Milliarden US-Dollar. Für das vierte Quartal rechnete Intel mit einem Rückgang der PC-Umsätze im mittleren Zwanzig-Prozent-Bereich. Die Abschwächung könne mindestens bis in die erste Hälfte des Jahres 2027 anhalten, warnte das Unternehmen.
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Hinzu kommen höhere Speicherpreise. Berichte nennen Kosten und Engpässe bei Speicherchips als Faktoren, die die Nachfrage nach PCs bremsen. Zugleich verlagern Zulieferer Kapazitäten in Richtung KI-Nachfrage. Wenn wichtige Komponenten teurer werden, kann das PCs für Käufer weniger erschwinglich machen.
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Morningstar-Prognosen, auf die sich die Berichterstattung bezieht, erwarten für 2026 einen Rückgang der PC-Stückzahlen um 12 Prozent und für 2027 um weitere 10 Prozent. Das sind Vorhersagen, keine abschließend gemeldeten Verkaufszahlen.
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Explosion in Fab 28 verschärfte die Lieferprobleme
Eine tödliche Explosion im Intel-Werk Fab 28 nahe Kiryat Gat in Israel führte zu einem Produktionsstopp von etwa zwei Wochen. Ein Bericht vom 1. November meldete, dass die Produktion wieder angelaufen sei. Zwei Beschäftigte kamen ums Leben, ein weiterer wurde schwer verletzt.
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Nach einer ersten Schätzung von Intel belastete der Vorfall den Umsatz im vierten Quartal um rund 300 Millionen US-Dollar und die Bruttomarge um 200 Basispunkte – also zwei Prozentpunkte. Für das erste Quartal erwartete das Unternehmen einen ähnlichen Umsatzeffekt. Über beide Quartale ergibt sich damit ein berichteter Umsatzausfall von rund 600 Millionen US-Dollar. Eine entsprechende Schätzung zur Bruttomarge im ersten Quartal ist in den verfügbaren Berichten nicht belegt.
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Der Produktionsausfall verstärkte die Sorgen um die Versorgung, insbesondere bei Serverprozessoren. In der Berichterstattung zur Börsenreaktion stand jedoch der schwache PC-Ausblick im Mittelpunkt. Die Explosion war ein zusätzlicher Rückschlag, nicht die alleinige Erklärung für den Kurseinbruch.
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Analysten und Anleger reagierten auf die Risiken
Der Kursrutsch fiel in eine breitere Schwäche bei Chip- und Technologiewerten. Anleger sorgten sich sowohl um die nachlassende PC-Nachfrage als auch um die hohen Kosten des Ausbaus der KI-Infrastruktur.
17 Die Bank of America stufte Intel von „Buy“ auf „Neutral“ herab und senkte ihr Kursziel von 145 auf 100 US-Dollar. Als Gründe nannte sie schwächere PC-Auslieferungen und Lieferengpässe, die eine Erholung des Unternehmens verzögern könnten.
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Berichten zufolge verlor Intel an diesem Handelstag fast 140 Milliarden US-Dollar an Börsenwert; die veröffentlichten Schätzungen dazu variierten. Der Rückgang um 28,58 Prozent wurde als schlechtester Handelstag der Aktie seit 1974 beschrieben.
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