Die Ölpreise schlossen am Donnerstag, dem 29. Oktober, im Minus. Berichte über einen diplomatischen Vorstoß der USA an Iran ließen die Sorge vor weiteren Lieferausfällen im Nahen Osten etwas nach. Der Rückgang fiel jedoch moderater aus, als es die zwischenzeitlichen Tiefstände vermuten ließen: Brent und WTI hatten im Tagesverlauf jeweils mehr als 2 US-Dollar je Barrel verloren, bevor sie einen großen Teil davon wieder wettmachten.
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Brent und WTI zum Handelsschluss
| Referenzsorte |
Schlusskurs am Donnerstag |
Veränderung zum Vortag |
Gewinn am Mittwoch |
| Brent |
114,88 US-Dollar je Barrel |
−0,44 US-Dollar (−0,38 %) |
+1,3 % |
| WTI |
102,00 US-Dollar je Barrel |
−0,78 US-Dollar (−0,76 %) |
+3 % |
Die Schlusskurse und die Gewinne vom Mittwoch gehen auf Reuters-Berichte zurück.
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1 Der Handel verlief unruhig: Beide Sorten waren zuvor um mehr als 2 US-Dollar gefallen. Zum Börsenschluss hatten sie sich also von ihren Tagestiefs erholt.
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Warum Diplomatie die Preise belastete
Berichten zufolge schickte US-Vizepräsident JD Vance einen Brief an Mohsen Rezaei, den iranischen Sicherheitschef, um Friedensverhandlungen wieder anzustoßen. Die Aussicht auf Gespräche veranlasste Händler, das Risiko einer Unterbrechung der Öllieferungen neu zu bewerten. Das belastete die Preise und machte einen Teil der Gewinne vom Mittwoch zunichte.
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US-Vertreter stellten den Zweck des Schreibens unterschiedlich dar: In den Berichten wurde es als Versuch beschrieben, Verhandlungen wieder aufzunehmen. Präsident Donald Trump sagte dagegen, der Vorstoß ziele darauf, Iran bei der Beschaffung medizinischer Hilfsgüter zu unterstützen. Iran bestätigte den Erhalt des Briefes; laut den zitierten Berichten lag noch keine Antwort vor. Der Inhalt des Schreibens wurde nicht öffentlich gemacht.
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Auch katarische Vermittler legten Iran einen Entwurf für eine Vereinbarung vor. Ein ranghoher iranischer Vertreter wies die Vorschläge Berichten zufolge als inakzeptabel zurück und sagte, es handle sich nicht um ein Angebot. Welche konkreten Punkte Teheran ablehnte, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor.
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Warum der Ölpreis nicht stärker sank
Die diplomatischen Signale beseitigten die Risiken für die Versorgung aus der Region nicht. Reuters beschrieb den Handel als Abwägung zwischen der Hoffnung auf Gespräche und der Sorge vor Lieferstörungen durch den eskalierenden Konflikt. Auch andere Marktberichte verwiesen auf anhaltende Versorgungsrisiken und die Möglichkeit einer erneuten militärischen Eskalation.
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Das erklärt die Erholung im Tagesverlauf: Die Meldungen reichten aus, um einen Teil der Sorgen zu lindern und Verkäufe auszulösen. Sie waren aber kein Beleg dafür, dass eine Einigung erzielt worden wäre oder die Risiken für künftige Öllieferungen verschwunden wären. Der Kursrückgang spiegelte veränderte Erwartungen wider – nicht das Ende der Unsicherheit.
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