Amazon will seine eigens entwickelten Trainium-Chips ab Ende 2027 auch Kunden außerhalb von AWS anbieten. CEO Andy Jassy begründete den Schritt im Quartalsgespräch am 29. Oktober mit der starken Nachfrage: Kunden fragten fortlaufend danach, die Chips außerhalb von Amazons Cloud nutzen zu können.
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Bislang profitieren Kunden vor allem davon, dass sie Rechenleistung mit Trainium über AWS mieten. Ein Angebot außerhalb der Cloud würde Amazon auch als direkten Anbieter von KI-Chips positionieren – und das Unternehmen damit näher an Nvidia und AMD heranrücken.
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Warum Amazon den Schritt erwägt
Trainium ist Amazons eigene Chipfamilie für KI-Anwendungen. Das Unternehmen entwickelt sie auch, um eine Alternative zu den verbreiteten Beschleunigern anderer Anbieter zu schaffen. Amazon zufolge bot Trainium2 rund 30 Prozent bessere Preis-Leistung als vergleichbare GPUs und war weitgehend ausverkauft.
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Ein möglicher Knackpunkt ist, wie viele Chips Amazon extern verkauft und wie viele es für eigene Cloud-Angebote zurückhält. Jassy sprach von einem Abwägen zwischen dem Verkauf von Kapazität an andere und ihrer Nutzung im eigenen Geschäft. Die verfügbaren Auszüge belegen jedoch nicht zuverlässig die detaillierte Rechnung, wonach externe Verkäufe sofort Geld einbringen, der interne Einsatz über fünf bis sechs Jahre mit EC2 und Bedrock aber höhere Erlöse und mehr freien Cashflow erzeugen würde.
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Auch weitere Details sind nicht gesichert: Die vorliegenden Belege bestätigen weder, dass Trainium den Großteil der Bedrock-Inferenz antreibt, noch einen konkreten Margenvorteil. Ebenso lassen sich daraus keine belastbaren Angaben zu Preisen, Käufern oder Vertragsbedingungen für den geplanten externen Verkauf ableiten.
Ein wachsendes Chipgeschäft – und hohe Investitionen
Amazons Chipgeschäft umfasst neben Trainium auch die Prozessorfamilie Graviton und Nitro. Unternehmensangaben zufolge lag sein annualisierter Umsatz zuletzt über 20 Milliarden US-Dollar; das Geschäft wuchs im Jahresvergleich prozentual dreistellig.
1 Spätere Berichte meldeten zudem, dass die Umsatzverpflichtungen für Graviton und Trainium jeweils um mehr als das Zwanzigfache gestiegen seien.
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Die Zahlen zeigen, warum Amazon sein Chipgeschäft ausbauen möchte. Sie belegen für sich genommen aber nicht, wie groß der externe Verkauf ab 2027 tatsächlich wird. Auch ein möglicher Präzedenzfall durch den Verkauf von Google-TPUs sowie frühere Vorschläge oder Gespräche über Lieferungen an externe Rechenzentren lassen sich anhand der verfügbaren Auszüge nicht verlässlich bestätigen.
AWS wächst, der Finanzierungsbedarf bleibt hoch
Im dritten Quartal stieg der AWS-Umsatz um 39,3 Prozent auf 45,98 Milliarden US-Dollar – gerundet rund 46 Milliarden.
14 Für 2027 und 2028 stellte Amazon ein Wachstum von jeweils mehr als 40 Prozent in Aussicht.
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Gleichzeitig hielt der Konzern an einer Investitionsplanung von rund 220 Milliarden US-Dollar für 2026 fest.
4 Auf Zwölfmonatssicht bis Ende September lag der freie Cashflow bei minus 42,4 Milliarden US-Dollar; nach den Ergebnissen geriet die Aktie im nachbörslichen Handel angesichts der hohen KI-Ausgaben deutlich unter Druck.
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Unterm Strich: Der Plan, Trainium ab Ende 2027 außerhalb von AWS anzubieten, ist die zentrale Ankündigung. Wie Amazon die knappe Rechenkapazität zwischen Cloud-Nutzung und externen Verkäufen aufteilen will und zu welchen Konditionen die Chips erhältlich sein werden, bleibt offen. Die verfügbaren Belege bestehen überwiegend aus kurzen Auszügen und nicht aus einem vollständigen Gesprächsprotokoll; weitergehende Details sollten deshalb als unbestätigt gelten.