Meta-Chef Mark Zuckerberg stellte Muse bei der Bilanzkonferenz am 21. Oktober als mehr als einen KI-Assistenten vor: Einkaufsaktivitäten könnten dem Konzern langfristig eine neue Einnahmequelle neben Werbung eröffnen. Die ersten Nutzungszahlen sind beachtlich – belegen aber noch nicht, dass Muse profitabel ist. Metas Plan setzt außerdem auf wachsende Einnahmen aus dem Handel und deutlich effizientere Rechenleistung.
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Sechs Wochen nach dem Start: zehn Millionen eingerichtete Agenten
Muse startete am 8. September. Bis zur Bilanzkonferenz hatten mehr als 10 Millionen Menschen in den USA und Kanada einen persönlichen Agenten eingerichtet, sagte Zuckerberg.
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Rund 25 Prozent der Menschen, die Muse eingerichtet hatten, nutzten den Dienst täglich. Zuckerberg verglich die frühe Interaktion mit den Anfangswerten von Threads und anderen KI-Apps: Sie liege mehr als doppelt so hoch. Das ist ein Vergleich der anfänglichen Nutzung – keine Aussage darüber, dass Muse schneller Anmeldungen gesammelt habe als Threads.
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Die Zahlen deuten darauf hin, dass ein Teil der frühen Nutzerinnen und Nutzer zurückkehrt. Für sich genommen zeigen sie aber weder, ob die Menschen langfristig dabeibleiben, noch wie sich die Nutzung entwickelt, wenn Muse ein größeres Publikum erreicht.
Shopping als möglicher Weg zu Einnahmen jenseits der Werbung
Shopping war laut Zuckerberg der häufigste Anwendungsfall von Muse. Mehr als ein Viertel der Menschen, die Muse nutzten, verwendete den Agenten zum Einkaufen; der durchschnittliche Kaufwert lag bei über 200 US-Dollar. Die Angaben beschreiben den Anteil der Einkaufenden und die durchschnittliche Höhe eines Kaufs – nicht, wie oft jede Person einkaufte.
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Zuckerberg sagte außerdem, Meta habe in der ersten Woche mit Stripe zusammenarbeiten müssen, um Kreditlimits anzuheben, weil das Transaktionsvolumen höher als erwartet gewesen sei. Gemeint waren dabei Limits für die Abwicklung des Transaktionsvolumens – nicht, dass einzelne Kundinnen und Kunden persönlich höhere Kreditlimits gebraucht hätten.
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Metas längerfristige Idee: Ein Agent, der Menschen dabei hilft, einen Kauf abzuschließen, könnte Einnahmen aus dem Handel bringen und nicht nur aus Werbung. Ein Bericht zur Bilanzkonferenz zufolge will Meta Unternehmen eine Gebühr für Transaktionen berechnen, die Muse unterstützt. Wie hoch die Gebühr wäre und wann sie eingeführt werden soll, ist in den verfügbaren Angaben nicht genannt.
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Frühere Berichte beschrieben einen kostenlosen Basiszugang sowie Abos für 20 und 100 US-Dollar im Monat. Daraus geht jedoch nicht hervor, welche Funktionen oder Nutzungslimits die einzelnen Stufen bieten. Die Abos sind außerdem von Metas Strategie mit Gebühren auf Handelsvorgänge zu unterscheiden.
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Ein Protokoll soll Agenten mit Unternehmen verbinden
Meta arbeitet mit Partnern wie Shopify, Walmart, Stripe und Sierra an einem Personal Agent Protocol. Der geplante offene Standard soll festlegen, wie der persönliche Agent eines Kunden sicher und zuverlässig mit dem Agenten eines Unternehmens kommunizieren kann.
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Eine solche Verbindung könnte dabei helfen, aus einer Produktempfehlung einen abgeschlossenen Kauf zu machen. Das Protokoll und die Partnerschaften sind jedoch Bausteine für ein mögliches Handelsmodell – kein Beleg dafür, dass dieses bereits erhebliche Einnahmen erzielt.
Ob Muse profitabel wird, hängt auch von den Rechenkosten ab
Der hohe Rechenaufwand ist ein Grund, weshalb Muse bislang auf die USA und Kanada beschränkt ist. Meta erwartet, die Kosteneffizienz im Laufe des folgenden Jahres um mehr als das Zehnfache zu steigern. Das Management verknüpfte eine mögliche Profitabilität mit diesen Verbesserungen und damit, dass die Einnahmen eine ausreichende Größenordnung erreichen. Es handelt sich um ein Ziel – nicht um den Nachweis, dass Muse bereits Gewinn erwirtschaftet, oder um eine Garantie für Profitabilität innerhalb eines Jahres.
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Die Geschäftszahlen des gesamten Konzerns zeigen, worum es geht: Meta meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 64,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 26 Prozent im Jahresvergleich, sowie einen Gewinn von 3,83 US-Dollar je Aktie.
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6 Zudem gab der Konzern einen stärker als erwartet ausgefallenen Umsatzausblick für das vierte Quartal. Bloomberg zufolge legte die Aktie nach dem Ausblick und den Aussagen zum Umsatzpotenzial von Muse zu.
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Diese Konzernzahlen zeigen nicht, wie viel Umsatz Muse selbst beisteuert. Entscheidend ist, ob sich die frühe Nutzung – insbesondere fürs Einkaufen – zu einem tragfähigen Geschäft ausbauen lässt, während die Kosten für den Betrieb des Agenten sinken.
Was die Zahlen zeigen – und was offenbleibt
Meta präsentierte eine vielversprechende Kombination: mehr als 10 Millionen eingerichtete Agenten, tägliche Nutzung durch etwa ein Viertel der Menschen, die Muse eingerichtet hatten, und rege Einkaufsaktivität mit einem durchschnittlichen Kaufwert von über 200 US-Dollar. Geplante Transaktionsgebühren, ein Protokoll zur Verbindung von Agenten mit Unternehmen und erwartete Effizienzsteigerungen bei der Rechenleistung skizzieren einen Weg zu Einnahmen jenseits der Werbung.
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Wichtige Einzelheiten bleiben in den verfügbaren Berichten offen: Dazu gehören die Funktionen der kostenpflichtigen Abos, Höhe und Startzeitpunkt der Transaktionsgebühren sowie die Frage, ob Händler befürchten, den direkten Kontakt zu ihren Kundinnen und Kunden zu verlieren. Die Nutzungszahlen belegen frühes Interesse, aber weder langfristige Bindung noch profitable Stückkosten. Auch nach Metas eigener Einschätzung hängt die Profitabilität davon ab, dass die Einnahmen wachsen und die Rechenkosten deutlich sinken.
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