Exergaming bezeichnet Videospiele, bei denen man sich körperlich bewegt – zum Beispiel, indem man Bewegungen auf einem Bildschirm nachmacht. Für Menschen mit Demenz könnte diese Kombination aus Bewegung und Spiel einen Nutzen haben. Die bisherige Forschung liefert aber keine sicheren Antworten: Mögliche Vorteile betreffen vor allem Denkfähigkeiten und Stimmung. Verbesserungen bei Mobilität oder Selbstständigkeit sind nicht klar nachgewiesen.
12
9
Was die Studien nahelegen
- Denkfähigkeiten: Eine Cochrane-Auswertung aus dem Jahr 2024 fand mögliche Verbesserungen der allgemeinen kognitiven Funktion. Die Forschenden bewerteten die Evidenz jedoch als sehr unsicher; die betreffende Analyse beruhte auf zwei Studien mit insgesamt 113 Teilnehmenden.
14
- Stimmung: Eine systematische Übersichtsarbeit von 2025 untersuchte sechs Studien mit 235 Menschen in verschiedenen Stadien der Demenz. Insgesamt deuteten die Ergebnisse auf weniger depressive Symptome hin. Weil die Studien stark voneinander abwichen, bleibt allerdings unklar, wie verlässlich und einheitlich der Effekt ist.
9
- Gehen, Gleichgewicht und Alltag: Derzeit gibt es nur wenige Belege dafür, dass Exergaming diese Fähigkeiten verbessert. Das gilt auch für alltägliche Aufgaben wie Einkaufen oder Rechnungen bezahlen.
12
13
Nicht alle Ergebnisse gelten speziell für Demenz
Manche Übersichtsarbeiten fassen Daten von Menschen mit Demenz und von Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung zusammen. Ergebnisse aus solchen gemischten Gruppen lassen sich nicht ohne Weiteres als Beleg für einen Nutzen speziell bei Demenz verstehen.
2
12
Wer Exergaming erwägt, kann mit der behandelnden Fachperson oder einer Physiotherapeutin beziehungsweise einem Physiotherapeuten besprechen, ob ein begleitetes und individuell angepasstes Angebot infrage kommt. Ein realistisches Ziel kann zunächst sein, eine angenehme Bewegungsaktivität zu finden – nicht, eine nachgewiesene Verbesserung der Selbstständigkeit zu erwarten.