Der Untergang der GFS Pride und die Rettung ihrer Besatzung sind gut belegt. Bei der Ursache des Angriffs und beim Inhalt der Ladung bleiben dagegen wichtige Fragen offen. Singapurische Behörden erklärten, das unter singapurischer Flagge fahrende Containerschiff sei am 13. Oktober von einem unbekannten Geschoss getroffen worden, habe Feuer gefangen und sei anschließend gesunken. Alle 21 Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit gebracht worden; Verletzte habe es nicht gegeben.
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Das Schiff wurde von der in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässigen Global Feeder Shipping betrieben. Es sank am 14. Oktober in der Straße von Hormus, einer wichtigen Schifffahrtsroute zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman.
Was zum Angriff bekannt ist
Singapur beschrieb den Treffer als Folge eines „unbekannten Geschosses“. Die iranischen Revolutionsgarden verbreiteten eine andere Darstellung: Das Schiff sei auf einer nicht genehmigten Route gefahren und auf eine Seemine getroffen.
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13 Das ist eine Behauptung der iranischen Seite – kein unabhängiger Beleg für einen Minentreffer.
In Berichten wird außerdem eine Einschätzung von Fachleuten wiedergegeben, ein Drohnenangriff sei wahrscheinlicher. Auch das klärt die Ursache nicht abschließend: Die verfügbaren Angaben belegen weder die genaue eingesetzte Waffe noch, wer den Angriff verübte.
Treibende Container und Berichte über geborgene Waren
Ein am 14. Oktober aufgenommenes Satellitenbild von Copernicus Sentinel-2 zeigt Container und weitere Gegenstände im Wasser vor der Küste Omans.
6 Die vorliegenden Belege bestätigen jedoch nicht gesondert die ebenfalls verbreitete Angabe, nahe der Unglücksstelle sei ein kleiner Ölteppich zu sehen gewesen.
Medienberichte beschreiben, wie Hunderte iranische Fischerinnen und Fischer mit kleinen Booten nach schwimmender Ladung suchten. Darunter sollen sich iPhones, französisches Parfüm und andere Waren befunden haben.
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14 Die Berichte sprechen für Bergungsversuche; sie authentifizieren aber nicht jedes Produkt, das in Videos im Internet zu sehen ist. Auch die Behauptung, einzelne Personen hätten versucht, einen ganzen Container abzuschleppen, lässt sich anhand der verfügbaren Informationen nicht bestätigen.
Unklar ist zudem, welche Smartphone-Modelle tatsächlich geborgen wurden. Ein verifiziertes Ladungsmanifest liegt in den vorliegenden Berichten nicht vor. Ebenso lässt sich nicht feststellen, welche der kursierenden Bilder möglicherweise mit künstlicher Intelligenz erzeugt wurden.
2.500 Container? Kapazität ist nicht Ladungsnachweis
Die iranischen Revolutionsgarden und verschiedene Berichte verbreiteten die Angabe, die GFS Pride habe mehr als 2.500 Container befördert; teils wurde die Ladung als Schmuggelware bezeichnet.
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52 Die für das Schiff genannte Kapazität von 2.824 TEU ist davon zu unterscheiden: TEU bedeutet „Twenty-foot Equivalent Unit“ und beschreibt die Kapazität in standardisierten 20-Fuß-Containereinheiten. Eine Kapazitätsangabe belegt nicht, wie viele Container sich beim Untergang tatsächlich an Bord befanden – und schon gar nicht, was sie enthielten.
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Nach dem Untergang warnte Oman Fischer und andere Menschen auf See vor treibenden Containern vor der Halbinsel Musandam. Einige könnten Gefahrgut enthalten, hieß es in der Warnung.
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Weitere Angriffe in der Region
Reuters berichtete, dass in der Nähe der Straße von Hormus auch ein Containerschiff und ein Massengutfrachter gesunken seien. In einer früheren Fassung hieß es, der nach einem früheren Angriff beschädigte Frachter sei noch im Sinken gewesen. Die vorliegenden Auszüge belegen keine genaue Abfolge, die einen Abstand von höchstens 24 Stunden bestätigen würde.
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Auch ein weiterer Angriff auf ein Schiff der Global-Feeder-Shipping-Flotte innerhalb von 24 Stunden sowie die Angabe, es handle sich um den dritten Untergang seit Kriegsbeginn Ende Februar, lassen sich mit dem verfügbaren Material nicht zuverlässig bestätigen.
Die BBC berichtete, dass die Zahl der gemeldeten Angriffe auf Schiffe nahe der Straße von Hormus einen Höchststand erreicht habe. Im selben Bericht wurden die iranischen Bemühungen um stärkere Kontrolle der Wasserstraße und verstärkte US-Begleitung von Tankern durch den südlichen Teil der Meerenge beschrieben.
2 Eine genaue Zahl oder einen Vergleichszeitraum nennen die vorliegenden Auszüge nicht. Auch die angebliche iranische Bedingung, die Meerenge werde erst wieder geöffnet, wenn US-Truppen die Region verlassen, lässt sich anhand des bereitgestellten Materials nicht verifizieren.
Unterm Strich: Der Untergang und die sichere Evakuierung der 21 Besatzungsmitglieder sind gut belegt. Die genaue Ursache des Angriffs, die tatsächliche Ladung und mehrere weitergehende Behauptungen sind es bislang nicht.
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